Mindestens drei Monate Pause für Maric

Schwere Woche für MT Melsungen: Maric fällt aus, Hoffnung bei Danner

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Aua: Marino Maric kühlt in Stuttgart den lädierten Wurfarm. 

Handball-Bundesligist MT Melsungen muss mehrere Monate auf Kreisläufer Marino Maric verzichten. Der Kroate verletzte sich bei der Pleite in Stuttgart. Aber es gibt auch etwas, das Hoffnung macht.

Aktualisiert am 30. November um 21 Uhr: Vier Tage waren die Handball-Profis der MT Melsungen in dieser Woche gemeinsam in Deutschland unterwegs. Die Bilanz ist erschütternd: zwei weitere schwer verletzte Spieler und zwei Niederlagen. Wobei die Melsunger deutlich mehr an den Ausfällen zu knabbern hatten als am Pokal-Aus in Kiel und der 26:30-Schlappe in der Bundesligapartie beim TVB Stuttgart. Trainer Heiko Grimm haderte „mit ein paar dummen Fehlern zuviel, sonst war sogar noch ein Punktgewinn drin“.

Über allem aber steht Grimms Anerkennung: „Ich war nach einer Niederlage noch nie so stolz auf diese Spieler. Sie tun mir leid. Denn was dieses Häuflein der letzten Aufrechten geleistet hat, ist fast unglaublich. Kein Murren, kein Klagen, stattdessen sind sie noch enger zusammengerückt und haben die letzten Reserven rausgeholt.“

Die Personalsituation

Die neuerliche Schreckensmeldung wurde am Freitag bestätigt: Bei Marino Maric ist tatsächlich am Wurfarm die Bizepssehne am Ellenbogen abgerissen. Anfang der Woche soll der Kreisläufer operiert werden. Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch geht von drei, eher vier Monaten Spielpause aus.

Deutlich besser ist die Prognose bei Felix Danner. Der andere Kreisspieler humpelte nach Marics Aus mit schmerzverzerrtem Gesicht übers Feld. Aber: Das linke Sprunggelenk ist „nur“ leicht verdreht, nach ein paar Tagen Ruhe sollte es wieder gehen. Regisseur Lasse Mikkelsen zollte ihm ein dickes Lob: „Super, wie er bis zum Ende auf die Zähne gebissen hat.“

Die Stimmung

Der Däne fasste das aktuelle Geschehen bei der MT mit einem Wort zusammen: „Tragisch.“ Torwart Nebojsa Simic sprach nach der schweren Verletzung des Spielmachers Domagoj Pavlovic von einer „richtig schweren Woche“ und freute sich am Donnerstagabend, „jetzt erst mal, meine Freundin wiederzusehen.“ Zu erzählen hat er nach dieser Reise mehr als genug – und die positiven Eindrücke sind überschaubar.

„Wir haben in Stuttgart so gut gekämpft, aber wir hatten nicht nur Pech, sondern einfach auch kein Glück“, betonte Simic angesichts von einem halben Dutzend Holztreffern. „Bei uns gingen die Bälle vom Pfosten wieder raus, bei Stuttgart gingen sie alle rein“, haderte auch Spielmacher Mikkelsen mit dem Schicksal.

Allerdings hatte der Rückraum in dieser Besetzung selbst im Training bisher kaum zusammengespielt. Bei dem Hünen Finn Lemke und dem dänischen Halbrechten Simon Birkefeldt war zu sehen, dass noch die Automatismen fehlen. Immerhin: Kapitän Lemke übernahm unaufhörlich viel Verantwortung, war mit sieben Treffern noch der erfolgreichste Werfer, quittierte aber auch zehn Fehlversuche. Nicht zuletzt, weil Johannes Bitter besser war als die beiden Melsunger Schlussleute. Der einstige Nationaltorwart wehrte beim 30:26 insgesamt 13/1 Würfe ab – genau vier mehr als Johan Sjöstrand (2) und der nach 17 Minuten eingewechselte Simic (7).

Die Hoffnung

Schon am kommenden Donnerstag steht das Heimspiel gegen Ligaprimus Flensburg an, zehn Tage später geht’s nach Lemgo (16.12.), und am 27. Dezember kommt Wetzlar zum Hessenderby. Danach ist WM-Pause und es geht erst am 10. Februar in Magdeburg weiter. Bis dahin sind noch zehn Wochen Zeit...

„Wenn es optimal läuft und mit ganz viel Glück könnte Michael Müller in Lemgo wieder zurückkehren“, sagt Grimm mit aller Vorsicht. Timm Schneider laboriert noch immer an einem entzündeten Fuß. Über sein Comeback kann der Trainer nicht einmal spekulieren.

Die sportliche Lage

Natürlich war die Niederlage in Stuttgart ein Rückschlag, zumal angesichts der überraschenden Magdeburger Niederlage gegen Göppingen der Rückstand zum Tabellendritten auf zwei Punkte geschmolzen wäre. Trainer Grimm bedauert dies nicht zuletzt, weil sich seine Schützlinge „in den vergangenen Wochen eine super Ausgangsposition geschaffen hatten“.

Mikkelsen indes zeigt auf, wie es weitergehen kann und muss bei der MT: „Auch wenn die Woche nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben – jetzt müssen wir noch enger zusammenstehen und weiter kämpfen.“

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