Vor dem Start der Handball-Bundesliga

Die MT Melsungen und viele Fragezeichen

Das MT-Team: (vorn von links) Trainer Gudmundur Gudmundsson, Timo Kastening (Nummer 73), Alexander Petersson (41), Elvar Örn Jonsson (19), Paul Kompenhans (8), Silvio Heinevetter (12), Nebojsa Simic (16), Ben Beekmann (14), Tobias Reichmann (9), Julian Fuchs (46), Yves Kunkel (15), Co-Trainer Arjan Haenen, (Mitte) Jenny Perlwitz (Physiotherapeutin), Teamarzt Bernd Sostmann, David Kuntscher (97), Michael Allendorf (22), Kai Häfner (34), Maskottchen Henner, Andre Gomes (27), Domagoj Pavlovic (94), Athletiktrainer Florian Sölter, René Kagel (Physiotherapeut), Dennis Nguyen (Physiotherapeut) sowie (hinten) Betreuer Matthias Horn (Betreuer), Teamarzt Dr. Karl-Friedrich Appel, Arnar Freyr Arnarsson (21), Finn Lemke (6), Julius Kühn (5), Marino Maric (3), Teamarzt Dr. Gerd Rauch und Betreuer Sandor Balogh.
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Das MT-Team: (vorn von links) Trainer Gudmundur Gudmundsson, Timo Kastening (Nummer 73), Alexander Petersson (41), Elvar Örn Jonsson (19), Paul Kompenhans (8), Silvio Heinevetter (12), Nebojsa Simic (16), Ben Beekmann (14), Tobias Reichmann (9), Julian Fuchs (46), Yves Kunkel (15), Co-Trainer Arjan Haenen, (Mitte) Jenny Perlwitz (Physiotherapeutin), Teamarzt Bernd Sostmann, David Kuntscher (97), Michael Allendorf (22), Kai Häfner (34), Maskottchen Henner, Andre Gomes (27), Domagoj Pavlovic (94), Athletiktrainer Florian Sölter, René Kagel (Physiotherapeut), Dennis Nguyen (Physiotherapeut) sowie (hinten) Betreuer Matthias Horn (Betreuer), Teamarzt Dr. Karl-Friedrich Appel, Arnar Freyr Arnarsson (21), Finn Lemke (6), Julius Kühn (5), Marino Maric (3), Teamarzt Dr. Gerd Rauch und Betreuer Sandor Balogh.

Am Mittwoch startet die MT Melsungen mit einem Auswärtsspiel in Lemgo in die neue Bundesliga-Saison. Eine Vorhersage, wie die Saison für die Nordhessen laufen könnte, ist kaum möglich.

Kassel – Kurz vor einem Saisonstart in der Handball-Bundesliga tun sich die Beteiligten immer schwer mit Prognosen. Im Fall der MT Melsungen ist eine Vorhersage besonders schwierig: Es gibt noch viele Fragezeichen.

Vor dem ersten Punktspiel am Mittwoch ab 19.05 Uhr beim TBV Lemgo Lippe blicken wir auf die Lage beim Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson und erklären, weshalb bei den Nordhessen kein Anlass zur Euphorie sein kann.

Die Vorbereitung

Insgesamt sieben Spieler stellte die MT für die Sommerspiele in Tokio ab. Dadurch war kaum Zeit, sich vernünftig einzuspielen. Erschwerend kam hinzu, dass Neuzugang Andre Gomes schon nach dem ersten Test gegen die HSG Wetzlar verletzungsbedingt ausfiel. Für die Partie in Lemgo ist der Halblinke noch keine Option.

Da auch andere Akteure wegen kleinerer Blessuren vorübergehend nicht zur Verfügung standen, konnte das Team noch keinen Rhythmus aufnehmen. „Die Vorbereitung war nicht optimal“, räumt der Isländer ein.

Aber was noch viel schlimmer ist: Es blieb nicht genügend Raum, die Defizite aus der vergangenen Spielzeit zu beheben. Zwar versuchte der isländische Coach mit Einzel- und Gruppengesprächen einigen Problemen auf den Grund zu gehen, spieltaktisch hätte er mit seinem Team aber noch viel mehr im defensiven und offensiven Bereich aufarbeiten müssen. Ob es allein reicht, durch weniger Wechsel die Gefahr von Konter-Gegentreffern zu bannen, bleibt abzuwarten. „Wir sollten sehr demütig sein“, betont Rechtsaußen Timo Kastening.

Die Rolle der Zuschauer

Zum einen stellt sich die Frage, wie viele Fans werden die MT überhaupt bei den Heimspielen regelmäßig unterstützen. Dank der 2G-Regel dürfte der Klub 4300 Besucher empfangen. Unklar ist aber auch, wie sehr die ernüchternden Auftritte der vergangenen Serie noch nachwirken. Werbung in eigener Sache machten Gudmundsson und sein Team selten.

„Der eine braucht die Fans mehr, der andere weniger. Ich mag’s, wenn Stimmung auf den Rängen herrscht. Ich hoffe, dass sich mit Zuschauern im Handball vieles zum Besseren entwickelt“, sagt Torwart Silvio Heinevetter. Auch Abwehrstratege Finn Lemke ist gespannt: „Ich freue mich noch ein bisschen mehr, weil wieder Zuschauer in den Hallen sind.“

Der Druck

Nachdem sich die MT im Sommer von Regisseur Lasse Mikkelsen und Rückraumspieler Stefan Salger vorzeitig getrennt und mit Gomes, Elvar Örn Jonsson und Alexander Petersson namhafte Spieler verpflichtet hat, ist die Erwartungshaltung nicht geringer geworden. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Bei der Mannschaftsvorstellung in Kassel sprach MT-Manager Axel Geerken erstmals öffentlich über das Saisonziel des Vereins: Die MT peilt eine Platzierung an, die zur Teilnahme an einen internationalen Wettbewerb berechtigt.

Allerdings hat es das Auftaktprogramm der Melsunger in sich – auch wenn vier der ersten fünf Partien Heimspiele sind. Die MT muss erst beim Pokalsieger Lemgo ran und empfängt dann den Deutschen Meister THW Kiel und die ambitionierten Füchse Berlin. „Wir haben einen Knaller-Start“, sagt Kastening. Und Heinevetter meint: „Wir haben uns in der Vorbereitung gequält, dabei hat man nur die erste Partie in Lemgo im Blick.“

Der Druck auf die Nordhessen wird bei diesem Auftaktprogramm gleich hoch sein. Bei den drei schweren Aufgaben zu Beginn kann es sein, dass der erste Erfolg der MT in dieser Saison ein Sieg von Heinevetter über Tennisprofi Alexander Zverev sein wird. Der Torwart tritt bei der TV-Show Schlag den Star am 18. September auf Pro Sieben gegen den Olympiasieger an.

Die Perspektive

Unsicherheit herrscht noch bei der langfristigen Perspektive der MT. Denn im nächsten Sommer laufen einige Verträge aus – wie von Michael Allendorf, Heinevetter, Yves Kunkel, Petersson, Marino Maric, Domagoj Pavlovic und Tobias Reichmann. Klar ist, dass Allendorf dem Verein als Assistent des Geschäftsführers erhalten bleibt. Und mit Ivan Martinovic (TSV Hannover-Burgdorf) steht immerhin bereits ein Neuzugang für die Serie 2022/23 fest. Dennoch: Hinter der MT stehen mehr Frage- als Ausrufezeichen.

Von Björn Mahr Und Manuel Kopp

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