Team muss bis zum 24. November aussetzen

Die Lage bei der MT Melsungen: Kein Hannover-Spiel, keine Hochzeit

Schwere Zeit: Melsungens Julius Kühn (vorn, im Hintergrund Teamkollege Kai Häfner) steckt mit der MT in einer Zwangspause.
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Schwere Zeit: Melsungens Julius Kühn (vorn, im Hintergrund Teamkollege Kai Häfner) steckt mit der MT in einer Zwangspause.

Auch das dritte Punktspiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen nach der Länderspielreise muss ausfallen. So ist die Situation bei der MT.

Kassel – Es hätte eine besondere Woche für ihn werden sollen. Eigentlich hätte Bundesliga-Handballer Julius Kühn in dieser Woche mit der MT Melsungen ein Auswärtsspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf bestreiten und standesamtlich heiraten sollen. Beide Ereignisse müssen aber ausfallen. Der für Donnerstag geplante Auftritt der MT bei den Niedersachsen wurde abgesagt, weil sich die komplette Melsunger Mannschaft bis einschließlich 24. November in Quarantäne befindet.

Die standesamtliche Hochzeit hatten Kühn und seine Freundin Mirlinda für den 21. November geplant. „Den Termin hatten wir aber schon in den nächsten Februar verschoben, als der Teil-Lockdown für diesen November verhängt wurde“, erklärt der 27-Jährige. Klar, nach der Trauung hätte es noch eine kleine Feier geben sollen.

„Jetzt haben meine Mitspieler und ich wieder ein bisschen Zeit, die Wehwehchen auszukurieren“, sagt Kühn. Damit sich die MT-Profis weiter fit halten können, stellten ihnen einige Spieler aus dem Melsunger Nachwuchs ein paar Hanteln vor die Tür. Bei Kühn ist das Wohnzimmer jetzt zugleich der Fitnessraum.

Wann die Nordhessen das nächste Bundesliga-Spiel bestreiten können, ist völlig unklar. Für Donnerstag, 26. November, steht ein Heimspiel in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den Bergischen HC auf dem Plan – noch. „Ich gehe davon aus, dass die Partie verlegt wird“, erklärt Manager Axel Geerken. Es wäre dann die vierte Begegnung mit MT-Beteiligung, die abgesagt werden würde.

Zwar könnten die Melsunger nach derzeitigem Stand am 25. November wieder zusammen in der Halle trainieren, nach zweiwöchiger Pause dürfte aber ein einziges Training nicht für eine sinnvolle Vorbereitung ausreichen. Nur wenn das Gesundheitsamt die Quarantänezeit etwas verkürzen sollte und weitere Tests negativ wären, könnte sich daran etwas ändern. „Wir haben einen guten Draht zu den Behörden“, stellt Geerken klar.

Die jetzige Lage ist vergleichbar mit der Situation im August. Damals war ein MT-Betreuer positiv getestet worden – und da Finn Lemke und Silvio Heinevetter unmittelbaren Kontakt zu diesem hatten, wurde den beiden Nationalspielern für 14 Tage häusliche Isolation verordnet.

Diesmal hat sich Lemke während der Länderspielreise der DHB-Auswahl mit Corona infiziert. Im Gegensatz zu seinem Mindener Zimmerkollegen Juri Knorr, der schwere Krankheitssymptome aufweist, geht es dem 2,10-m-Hünen etwas besser. „Es fühlt sich ein bisschen wie Erkältung an, und ich habe keinen Geschmackssinn“, sagte Lemke am Sonntag, der nun wie schon im Sommer wieder strikt von seiner Frau und den beiden Söhnen getrennt auf dem eigenen Dachboden wohnt. Der zurzeit größte Wunsch des gebürtigen Bremers: „Ich will erst mal nur wieder runter zu meiner Familie.“

An Corona erkrankt: Melsungens Profi Finn Lemke.

Sehr wahrscheinlich, dass wegen des engen Terminplans die eine oder andere ausgefallene Begegnung schon im Dezember neu angesetzt werden muss. Lemke macht sich ein paar Gedanken über das Programm der nächsten Monate: „Ob eine WM stattfindet, das entscheiden nicht wir Spieler.“ Im Januar soll bereits die Weltmeisterschaft in Ägypten ausgetragen werden.

„Natürlich kann man 32 Nationen in einer Blase zusammenfassen, aber leicht umzusetzen ist das definitiv nicht“, sagt Kühn, „und die Gesundheit muss an erster Stelle stehen.“ (Björn Mahr)

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