EHF-Cup

Melsunger Handballer lassen Balatonfüredi beim 30:24 keine Chance

So wird’s gemacht: Die Melsunger Spieler (von links) Marino Maric, Torwart Mikael Appelgren und Jeffrey Boomhouwer erzielten mit der MT den dritten Sieg im dritten Gruppenspiel. Archivfotos: Fischer

Veszprem/Kassel. Es war eine Szene mit Symbolcharakter: In der 37. Minute schnappt sich Melsungens Kreisläufer Marino Maric den Ball und trifft aus dem Gewühl heraus spektakulär mit dem Rücken zum gegnerischen Tor zum 20:13.

Denn nicht nur in diesem Augenblick wussten die Handballer von Balatonfüredi KSE nicht, wie ihnen geschah.

„Man hat klar gesehen, wie groß der Unterschied zwischen 1. Liga Ungarn und 1. Liga Deutschland ist“, sagte Istvan Csoknyai, der Trainer der Heimmannschaft, nach der 24:30 (9:16)-Niederlage seines Teams im EHF-Cup gegen die favorisierte MT Melsungen. Vor 1300 Zuschauern in der Arena in Veszprem hätte der dritte Erfolg der Nordhessen im dritten Gruppenspiel sogar noch höher ausfallen können. Doch im Gefühl des sicheren Sieges hatten die Gäste vorübergehend etwas die Zügel schleifen lassen.

Dennoch zog MT-Coach Michael Roth eine erfreuliche Bilanz: „Alle waren heute bereit. Das Team hat die erhoffte Reaktion gezeigt.“ Also die passende Antwort gegeben auf die Bundesliga-Heimpleite drei Tage zuvor gegen den HSV Hamburg, die den Melsungern die Laune in dieser Woche gründlich vermiest hatte.

Als sie am Samstagabend mit dem Bus nach Wien gereist waren und dort auf Initiative der Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdicke auf einem Schiff auf der Donau gemütlich beisammen saßen, herrschte beste Stimmung. Vor allem, weil sie die Aufgabe in Ungarn mehr als zufriedenstellend erledigt hatten. Und das, obwohl gegen Ende unter anderen Jeffrey Boomhouwer, Christian Hildebrand und Per Sandström Einsatzzeiten bekamen. „Wir haben über 60 Minuten eine konzentrierte Leistung geboten“, freut sich MT-Kapitän Nenad Vuckovic.

Speziell die Abwehr hinterließ einen hervorragenden Eindruck. Obwohl zuletzt immer wieder angeschlagen, durfte Felix Danner von Beginn an ran und glänzte nicht nur am eigenen Kreis. Weil Danner und Philipp Müller quasi die eine Ecke des MT-Kastens abdeckten, konnte sich Mikael Appelgren auf die andere konzentrieren – und hielt reihenweise die Würfe des Kontrahenten. Auch zwei Siebenmeter von Tamas Ivancsik und Matyas Györi wusste er vor dem Wechsel zu entschärfen.

So bog der Tabellenführer aus der Fuldastadt früh auf die Siegerstraße ein. Von 12:8 zog er durch Treffer von Momir Rnic, Johannes Sellin (Traumzuspiel von Patrik Fahlgren) und Michael Allendorf vorentscheidend auf 15:8 davon. Vor dem 16:9 durch Sellin hatte sich Danner per Hechtsprung das Leder erkämpft (29.).

In der zweiten Hälfte ließen die Gäste hin und wieder die nötige Konzentration vermissen. „Vorn“ wurde nicht konsequent abgeschlossen – beziehungsweise Balatonfüredis Schlussmann Marton Szekely zeigte auch einige gute Reflexe. Und „hinten“ ließen die Melsunger dem KSE-Angreifer Patrik Ligetvari auf seiner rechten Seite zu viel Raum. Dieser besorgte unter anderem das 15:20 (40.).

Nur gut, dass Maric auf der Gegenseite groß aufdrehte und dem Duell eindrucksvoll den Stempel aufdrückte. Sieben seiner acht Tore warf der Kroate nach der Pause. „Er hat uns große Probleme bereitet“, befand Csoknyai. Und dachte wohl auch an den Maric-Treffer aus der 37. Minute.

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