„Die Verunsicherung ist noch da“

Trotz erstem Saisonsieg der MT Melsungen: Es gibt noch einige Baustellen

Noch viel Arbeit liegt vor ihnen: Arjan Haenen (links), der gegen Lübbecke MT-Chefcoach war, gibt Elvar Örn Jonsson Anweisungen.
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Noch viel Arbeit liegt vor ihnen: Arjan Haenen (links), der gegen Lübbecke MT-Chefcoach war, gibt Elvar Örn Jonsson Anweisungen.

Für die MT Melsungen ist es ein straffes Programm: Drei Spiele in acht Tagen stehen in der Handball-Bundesliga an.

Kassel - Nach dem erlösenden ersten Saisonsieg am Sonntag gegen den TuS N-Lübbecke (23:22) – dem ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Gudmundur Gudmundsson – geht es schon am Donnerstag (19.05 Uhr) in der Rothenbach-Halle gegen den SC Magdeburg weiter. Am Sonntag tritt die MT dann in Hannover an. Noch offen ist, ob gegen den Tabellenführer am Donnerstag schon ein neuer Trainer auf der Bank sitzen wird. Nach Informationen dieser Zeitung deutet weiter alles daraufhin, dass der Spanier Roberto Garcia Parrondo das Amt übernehmen soll und er in Kürze in Kassel erwartet wird. Die Partie gegen Lübbecke hat auf jeden Fall gezeigt, dass der neue Melsunger Coach an einigen Baustellen arbeiten muss.

Sack zumachen

Beim Heimauftritt wurde ein altes Problem der MT wieder deutlich: Die Nordhessen schafften es nicht, den Sack frühzeitig zuzumachen. Zur Pause führten sie gegen Lübbecke 10:7, kurz nach Wiederanpfiff lagen sie 10:11 zurück. Die zweite Chance, um entscheidend wegzuziehen, hatten sie bei der 19:15-Führung (47.). In der Schlussphase lagen sie aber auf einmal wieder 21:22 hinten. „Das ist natürlich eine Baustelle bei uns“, sagte Arjan Haenen, der gegen Lübbecke der Chefcoach war. „Es geht schon über eine längere Zeit so. Das müssen wir lernen.“

Verunsicherung lösen

Nach dem schwachen Saisonstart verwunderte es nicht, dass am Sonntag nicht auf einmal alles rund lief. „Wir mussten heute hart kämpfen, weil vieles noch nicht selbstverständlich ist“, sagte MT-Manager Axel Geerken, der Haenen im Heimspiel auf der Bank unterstützte. „Die Verunsicherung ist noch da“, sagte auch Kapitän Kai Häfner und fügte hinzu: „Es braucht Zeit, wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern.“ Eine Aufgabe des neuen Trainers wird es daher sein, dem Team Selbstvertrauen zu geben.

Im Angriff verbessern

Das Manko ist derzeit der Angriff. Natürlich gibt es auch immer mal wieder Lichtblicke, aber gerade von einem Leistungsträger wie Julius Kühn muss mehr kommen. Außerdem leistete sich die MT gegen Lübbecke zu viele Fehlwürfe – und vor allem in der ersten Halbzeit auch zu viele vermeidbare technische Fehler. Beide Probleme sind ebenfalls nicht neu. „Wir haben über weite Strecken in der Abwehr gut gestanden. Aber den Angriff müssen wir optimieren“, sagte Geerken.

Eine wichtige Aufgabe wird es sein, Neuzugang Andre Gomes einzubauen. Seine Sprung- und Wurfgewalt deutete er bei seinem Kurz-Debüt gegen Lübbecke schon mal an. Aber es fiel auch auf, dass er die Abläufe im MT-Spiel noch erlernen muss. Der Portugiese kann mit seinem Potenzial im linken Rückraum eine wichtige Option sein, um das Angriffsspiel variabler zu gestalten.

Abwehr stabilisieren

Haenen setzte gegen Lübbecke auf die 6:0-Deckung – in der ersten Hälfte war sie defensiver, in der zweiten Hälfte gegen die dann großen Rückraumschützen offensiver eingestellt. Ist die 6:0-Variante die derzeit beste für die MT? „Ich glaube schon“, sagt Haenen. Gudmundsson hatte immer wieder zwischen 6:0- und 5:1-Deckung gewechselt. „Gerade in der ersten Halbzeit war die Abwehr überragend. Wir haben nur sieben Gegentore bekommen, lediglich drei aus dem Positionsangriff“, sagte Haenen nach dem Sieg am Sonntag. Und das, obwohl die Melsunger schon zu Beginn den Ausfall von Finn Lemke verdauen mussten (siehe Hintergrund). Für den neuen Coach wird es darum gehen, die Abwehr weiter zu stabilisieren – und als Basis dazu die 6:0-Deckung zu nutzen. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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