Diesmal sind alle Mann an Bord

Warum die MT-Handballer auf einen erfolgreichen Auftakt im DHB-Pokal hoffen dürfen

Will im Pokal vorangehen: MT-Kapitän Michael Müller (Mitte) war dabei, als sich die Melsunger vor einem Jahr gegen den TV Neuhausen (hier Nick Witte, links, und Jona Schoch) behaupteten. Jetzt müssen die Nordhessen wieder gegen den TVN ran. Archivfoto: Eibner

Kassel. In der Schwetzinger Nordstadthalle treffen die Nordhessen in der ersten Runde des DHB-Pokals zunächst am heutigen Samstag ab 15.30 Uhr auf den Drittligisten TV Neuhausen/Filder.

„Es wird Zeit, dass es losgeht.“ Michael Müller, der Kapitän des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, freut sich nach fünfwöchiger Vorbereitung auf die ersten Pflichtspiele der Saison.

Bei einem Erfolg geht es für die MT am Sonntag ab 15 Uhr an gleicher Stätte gegen den Sieger der zweiten Begegnung zwischen HG Oftersheim/Schwetzingen und Erstliga-Aufsteiger Ludwigshafen. Der Gewinner des Mini-Turniers steht in der zweiten Runde.

1. Das Personal

Als die MT vor einem Jahr die Eingewöhnungszeit abgeschlossen hatte, war der Kader alles andere als komplett. Johan Sjöstrand, Marino Maric und Gabor Langhans fehlten verletzt, zudem waren einige Spieler angeschlagen. Am Freitagnachmittag stellte Trainer Michael Roth vor der Abfahrt Richtung Baden erfreut fest: „Wir haben alle Mann an Bord.“ Ob Finn Lemke (nach Faserriss) und Philipp Müller (nach Rippenprellung) schon zum Einsatz kommen oder für den Bundesliga-Start am nächsten Donnerstag beim TVB Stuttgart geschont werden, hängt vom Spielverlauf ab.

2. Das Aufgebot:

Die Melsunger haben sich zu dieser Saison ein Stückweit Pokal-Erfahrung eingekauft. Denn Lemke gewann diesen Wettbewerb 2016 mit dem SC Magdeburg, und Tobias Reichmann triumphierte während seiner Zeit beim THW Kiel zweimal mit den Zebras. Vor allem aber ist der Kader so gut besetzt, dass die Nordhessen mühelos etwaige Ausfälle verkraften können. „Wir haben gefühlt zehn verschiedene Abwehrformationen“, lobt Kapitän Müller.

3. Die Spielgestaltung

Zwei gute Spielmacher haben in der 1. Bundesliga einige Klubs – aber zwei komplett unterschiedliche Regisseure wiederum nicht. Die MT hat Timm Schneider, der mit viel Kraft auf die Abwehr zusteuert – und sie hat den Dänen Lasse Mikkelsen, den Neuzugang aus Skjern, der eher für Elegantes und Filigranes steht. „Mit jedem Training wird das Timing besser“, sagt Mikkelsen, der nicht nur die Rückraumkollegen in Szene setzt, sondern auch den Blick für den eigenen Kreisläufer hat. In Skjern musste er den Ex-Melsunger Thomas Klitgaard beziehungsweise den früheren Bundesliga-Superstar Bjarte Myrhol am Kreis bedienen.

4. Die Gegner

Neuhausen muss bis zu Beginn der Drittliga-Runde acht Neuzugänge integrieren. Die Mannschaft hat nur noch wenig mit dem Team zu tun, das vor einem Jahr in der ersten Pokalrunde 30:37 gegen Melsungen unterlag. „Wir müssen die Favoritenrolle annehmen“, betont Roth, der den Kontrahenten nur auf einem Video unter die Lupe nehmen konnte: „Die Neuhäuser spielen einen guten Handball.“ TVN-Trainer Anel Mahmutefendic muss auf Nick Witte und Marcel Meyer verzichten. Im Endspiel winkt ein Duell mit den Eulen aus Ludwigshafen, bei denen am ehesten der zwei Meter große Gunnar Dietrich aus dem linken Rückraum für Gefahr sorgt.

5. Die Generalprobe

Zwar feierten die Ludwigshafener zuletzt in Merzig einen Turniersieg und schlugen dort im Finale den starken österreichischen Erstligisten Bregenz 26:25, die weitaus größere Hürde meisterte aber parallel die MT. Denn die Melsunger gewannen leicht ersatzgeschwächt durch ein 31:30 gegen Magdeburg den Harzenergiecup in Ilsenburg. „Wir werden versuchen, im Pokal die Kräfte gut zu verteilen“, erklärt Roth.

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