„Habe im Januar noch nichts vor“

Djibril M’Bengue und andere Anwärter für einen Platz im deutschen Handball-Team bei der EM

Deutete seine Klasse an: Djibril M’Bengue, Mitte, hier gegen die beiden Portugiesen Alexandre Cavalcanti und Luis Frade.
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Deutete seine Klasse an: Djibril M’Bengue, Mitte, hier gegen die beiden Portugiesen Alexandre Cavalcanti und Luis Frade.

Wie sieht der deutsche Kader bei der Handball-EM im Januar aus? Wir geben nach den Länderspielen in den vergangenen Tagen gegen Portugal einen Überblick.

Düsseldorf – „Da werde ich mir nach meiner Rückkehr noch etwas anhören müssen“, sagte Djibril M’Bengue schmunzelnd. Der erstmals in die deutsche Handball-Nationalmannschaft berufene Rückraumakteur hatte in seinen ersten beiden Länderspielen seine enormen Qualitäten angedeutet – und das ausgerechnet gegen die Mannschaft aus seiner Wahlheimat Portugal.

Seit Sommer 2018 steht der gebürtige Schwabe in Diensten des Champions-League-Vertreters FC Porto.

Nach seinen Leistungen darf er sich zumindest leise Hoffnungen machen, zum Kader für die Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei zu gehören. „Ich habe im Januar noch nichts vor“, sagte M’Bengue. Von den Neulingen war der Linkshänder nicht der einzige, der sein Können bewies. „Sie werden viel Druck auf die Arrivierten machen“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason nach dem 30:32 am Sonntag in Düsseldorf gegen die Portugiesen. Anfang Dezember muss er sein vorläufiges Aufgebot bekanntgeben. Wir geben einen Überblick:

Rückraum

Auf der Mitte-Position dürften Philipp Weber und Juri Knorr gesetzt sein. Auch wenn der Leipziger Luca Witzke bei seinen ersten Einsätzen im Adlertrikot gute Ansätze zeigte. Im linken Rückraum dürfte der Göppinger Sebastian Heymann eine wichtige Rolle einnehmen. Die spannende Frage wird sein: Wen nominiert Gislason darüber hinaus? Der Berliner Paul Drux fehlt zurzeit wegen einer Knie-OP. Julius Kühn von der MT Melsungen wurde diesmal nicht eingeladen. Im rechten Rückraum wird es sogar noch spannender: Neben M’Bengue gibt es noch eine Reihe interessanter Kandidaten: Fabian Wiede (Berlin), Kai Häfner (Melsungen) und David Schmidt (Bergischer HC). Für Wiede spricht, dass er immer noch eine Alternative auf der Mitte ist. Für Häfner, dass er sich mit Rechtsaußen Timo Kastening nahezu blind versteht und über viel Erfahrung verfügt.

Außen

Es würde nicht verwundern, wenn die Besetzung des November-Lehrgangs auch die im Januar ist. Hinter Marcel Schiller (linksaußen) und Kastening (rechtsaußen) taten sich der Magdeburger Lukas Mertens und der Lemgoer Lukas Zerbe durchaus hervor. Insbesondere Mertens strotzte vor Selbstvertrauen. „Speedy hat mich überrascht“, lobte Gislason den schnellen Magdeburger.

Kreis

Die Nummer eins am Kreis ist der neue Kapitän Johannes Golla. Gute Chancen besitzen auch der Kieler Patrick Wiencek, der aus privaten Gründen abgesagt hatte, und Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen.

Tor

Beim Lehrgang in Düsseldorf setzte Gislason auf zwei junge Schlussleute: Wetzlars Till Klimpke und Leipzigs Joel Birlehm. „Beide Torhüter haben es sehr gut gemacht“, befand Gislason. Allerdings ist davon auszugehen, dass er einen Routinier dazu nehmen wird – entweder Kielces Andreas Wolff oder Melsungens Silvio Heinevetter.

Abwehr

Mit den Spezialisten ist das so eine Sache. Da der Isländer nur 16 Akteure berufen kann, benötigt er am ehesten Spieler, die in der Offensive und in der Defensive eingesetzt werden können. Dennoch dürfte Gislason eine Nominierung des Melsungens Finn Lemke nicht ausschließen. Der 2,10 m Hüne ist international gefürchtet. Leipzigs Innenblocker Simon Ernst wäre zur Not auch eine Option für den Rückraum.

Gislason hofft, dass er vielleicht schon Ende dieses Monats noch einen Kurz-Lehrgang mit dem Nationalteam bekommt. Dafür braucht er aber noch die Zustimmung der Handball-Bundesligisten. (Björn Mahr)

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