Analyse

Nach Punktverlust gegen Lemgo wartet der harte Brocken in Kiel auf die MT

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Offensichtlich nicht zufrieden: MT-Trainer Michael Roth gestikuliert während des Spiels gegen Lemgo an der Seitenlinie.

Kassel. Platz sieben, punktgleich mit dem THW Kiel, nur zwei Zähler Rückstand auf den fünften Rang – noch liest sich das Zwischenfazit für die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen ganz zufriedenstellend.

Doch das unerwartete 33:33 der MT vom Sonntagmittag gegen den TBV Lemgo hat auch eindeutig gezeigt, dass ein Platz unter den ersten sieben Teams viel harter Arbeit bedarf. Zumal der Vorsprung auf Leipzig nur vier Zähler beträgt.

Am Donnerstag könnte die MT mit einem Sieg im Handball-Bundesliga-Spiel (ab 19 Uhr live auf Sky, 1b 18.50 Uhr in unserem Liveticker) ihre Anwartschaft auf eine Position in der Spitzengruppe untermauern. Einziges Problem: Das Spiel ist in der Sparkassen-Arena beim Rekordmeister Kiel. Und – egal, wie die jüngsten Ergebnisse der Holsteiner sind – für einen Erfolg an der Förde muss viel zusammenpassen. Genau das tat es zuletzt jedoch nicht. „Es ist enttäuschend, wie wir die Punkte abgeben. Wir haben die Möglichkeiten – und nutzen sie nicht“, erklärte MT-Manager Axel Geerken nach der Partie gegen Lemgo.

Nicht nur deshalb droht der MT nun das Mittelmaß:

• Die tabellarische Situation: Spätestens nach dem Unentschieden gegen Lemgo sollten die Nordhessen gewarnt sein. Sie könnten den Anschluss an die Europapokalplätze verlieren. Denn die Konkurrenz leistet sich derzeit – im Gegensatz zur Hinrunde – keine Ausrutscher. „Wir müssen zusehen, dass wir den Punktverlust gegen Lemgo irgendwie wieder gutmachen“, sagte Trainer Michael Roth. Sonst muss die MT plötzlich den eigenen Ansprüchen hinterherrennen.

• Die personelle Situation: Timm Schneider saß gegen Lemgo nach überstandener Schambeinentzündung zumindest wieder auf der Bank. Auf der Spielmacher-Position entspannt sich die Lage also etwas. Viel dringender erscheint aber aktuell die Rückkehr von Finn Lemke. Bis zum Spiel gegen den THW wird die Oberschenkelzerrung aller Voraussicht nach noch nicht auskuriert sein. Doch gerade der 2,10 Meter große Abwehrchef fehlt an allen Ecken. „Seinen Ausfall wollen wir aber nicht als Ausrede benutzen“, sagte MT-Kapitän Michael Müller nach dem Lemgo-Spiel.

Trotzdem: Lemke würde der Deckung mehr Stabilität verleihen. Das trifft zudem auf Nebojsa Simic zu. Der Torwart aus Montenegro wird wegen eines Muskelbündelrisses in dieser Woche noch definitiv ausfallen. Mit einem Johan Sjöstrand in Topform wäre das kein Problem. Doch dem Schweden schmerzt weiterhin das Knie – sagen wir es so: Eine Entlastung würde Sjöstrand und der gesamten MT guttun.

• Die sportliche Situation: Es ist nicht so, dass mit einer Niederlage in Flensburg und einem Remis gegen Lemgo alles schlecht läuft. Gegen Leipzig stand die Deckung glänzend. Zudem macht Spielmacher Lasse Mikkelsen deutliche Fortschritte – und Julius Kühn ist ohnehin kaum noch aufzuhalten. Allerdings: Der MT fehlt immer noch das nötige Selbstverständnis – von der Leichtigkeit, die die Mannschaft in der Saison 2015/16 auf den vierten Tabellenplatz katapultierte, ist zurzeit wenig zu spüren.

• Die Druck-Situation: Eine Vorgabe der MT-Verantwortlichen für die Restrunde lautete: keine Punktverluste mehr in eigener Halle. Sonntag gab es erst mal einen Dämpfer. „Wir haben es nicht geschafft, in Topform zur Stelle zu sein“, bedauerte Michael Roth. Jetzt wird es für seine Mannschaft umso wichtiger, auswärts einige Überraschungen zu schaffen – wie etwa in Kiel. „Da müssen wir zeigen, was wir können“, sagte Geerken. Gelingt dies nicht, versinkt die MT Melsungen im Mittelmaß.

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