Interview

MT-Manager Geerken: „EHF-Cup ist gut fürs Image“

+
Will eine Dauerkarte für die Hauptrunde im EHF-Cup einführen: MT-Manager Axel Geerken.

Kassel/Presov. Müde, aber glücklich sind Spieler und Verantwortliche der MT Melsungen am Sonntagabend vom Rückspiel des Handball-Europapokals in Presov zurückgekehrt.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ihnen nicht. Am Samstag (20.15 Uhr) geht es schon in der Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen weiter. Manager Axel Geerken hat bereits vorher eine weite Reise vor sich. Denn er muss in Begleitung von Christine Höhmann (MT-Marketing) und Corinna Börschig (MT-Geschäftsstelle) am Donnerstag nach Wien, wo ab 11 Uhr die Gruppen für den EHF-Cup ausgelost werden. Im Interview mit dieser Zeitung macht er deutlich, dass die Teilnahme am Europapokal gut fürs Renommee, aber auch ein Minusgeschäft für den Verein ist.

Glückwunsch zum Einzug in die Gruppenphase. Wie lange wurde gefeiert? 

Axel Geerken: Wir haben unseren Jungs für den Abend freigegeben. (schmunzelt) Und wir haben sie auch nicht kontrolliert. Einige Spieler sind noch mal losgezogen. Die anderen sind im Hotel geblieben. Es ging zwar etwas länger, aber es blieb alles im gemäßigten Rahmen.

Dabei ist dieser Erfolg doch nicht nur gut fürs Renommee, sondern dürfte auch wirtschaftliche Vorteile bringen, oder? 

Geerken: Das kann man so nicht sagen. In erster Linie ist es eine Imagefrage. Man kriegt eine Menge Renommee. Wirtschaftlich ist es schwierig, die Teilnahme zu einem Erfolg zu machen.

Wieso? 

Geerken: Es gibt seitens der EHF keine besonderen Erlöse. So ist es für uns ein Minus-Geschäft. Zwar erzielt man Zuschauer-Einnahmen, zunächst einmal entstehen aber viele Kosten. Durch Sponsoren-Geld, das wir akquirieren, können wir das Minus aber auffangen.

Die ersten beiden Heimspiele der MT gegen Toulouse und Presov waren nicht so gut besucht wie erhofft. Waren die Eintrittspreise für diese Qualifikationsrunden nicht eindeutig zu hoch? 

Geerken: Für uns war klar: Der Start im EHF-Cup ist die Folge eines großen Erfolgs, sogar ein Jahr früher geschafft als geplant. So war für uns die Wertigkeit dieses Wettbewerbs höher. Deshalb gab es auch eine entsprechende Preisanpassung. Diese Entscheidung, die ganz allein bei uns lag, war, im Nachhinein betrachtet, vielleicht doch nicht so glücklich. Allerdings kann es auch nicht Sinn und Zweck sein, die Karten mehr oder weniger zu verschenken – so wie zuletzt in Presov geschehen.

Einiges hatten Sie gegen Presov schon verändert. 

Geerken: Wie hatten schon die Ermäßigung für Kinder eingeführt, den Dauerkarten-Besitzern hatten wir die Tickets zum Erstliga-Preis angeboten. Dies ist aber offenbar noch nicht so wahrgenommen worden.

Nun folgen drei weitere Partien. Ist es da nicht zwingend erforderlich, noch bessere Angebote für die Fans zu machen? 

Geerken: Wir werden uns einiges überlegen. Auf jeden Fall soll eine Dauerkarte für die Hauptrunde eingeführt werden.

Welche Überlegungen gibt es, für ein Spiel in eine andere Halle auszuweichen? 

Geerken: Es gibt klare Regelungen mit der EHF. Die Stadtsporthalle Melsungen hätten wir in der Qualifikation nutzen können, für die Hauptrunde ist sie nicht zugelassen. Sollte neben der Rothenbach-Halle noch eine andere Spielstätte infrage kommen, dann müsste der Verband diese Halle erst abnehmen. So planen wir mit unserem regulären Standort bei der Messe Kassel.

Sie haben noch weitere Baustellen. Stichwort Torwartfrage. Was wird aus Mikael Appelgren, der heiß umworben sein soll? Was ist mit Per Sandström, dessen Vertrag ausläuft? 

Geerken: Dazu werden wir etwas bekannt geben, wenn es etwas geben sollte.

Welche Pläne haben Sie mit Sebastian Ullrich? 

Geerken: Es ist nie verkehrt, einen dritten Torwart zu haben. Da er nächstes Jahr über 23 ist, kann er allerdings kein Doppelspielrecht mehr erhalten. Wir werden uns mit ihm zusammensetzen und das Thema in Ruhe besprechen. Es wäre auch nicht gut, wenn er als junger talentierter Mann bei uns nur auf der Tribüne sitzt.

Angeblich wird Malte Schröder von der MT in der Liga angeboten. Nur ein Gerücht? 

Geerken: Es gibt eine Menge Gerüchte. Wir beteiligen uns daran nicht. Malte besitzt bei uns einen Vertrag bis 2016.

Sportlich hat sich das Team in den vergangenen Wochen konsolidiert. Was ist bis zur WM-Pause das Ziel? 

Geerken: Ein deutlicher Aufwärtstrend ist erkennbar. Wir haben noch einige Möglichkeiten, Spiele zu gewinnen. Mit 20, 22 Punkten (aktuell hat die MT 16, d. Red.) wäre ich nach Weihnachten absolut zufrieden. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel.

Es fehlt immer noch ein Sieg über einen Großen der Liga. Samstag geht’s nach Göppingen. 

Geerken: Aus meiner Sicht spielen nur drei Große in der Klasse. Aber Göppingen ist in dieser Saison zweifellos gut dabei. Es wird sehr schwer, dort zu gewinnen. Eines ist dafür ganz wichtig: Dass wir nicht wie schon mehrfach nur eine, sondern wie gegen Minden zwei gute Halbzeiten spielen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.