EHF-Pokal: MT feiert Einzug in Runde drei

Hart angegangen: Melsungens Johannes Sellin (rechts) kann sich hier nicht gegen Jerome Fernandez behaupten. Nach 17 Minutenschied Sellin verletzungsbedingt aus. Foto: Viala

Toulouse. Der Jubel auf und neben dem Parkett kannte keine Grenzen: Die Handballer der MT Melsungen haben bei ihrer Europapokal-Premiere die dritte Runde erreicht. Und das, obwohl sie sich im Rückspiel dem gastgebenden Team von Fenix Toulouse mit 23:26 (10:11) beugen mussten.

Anders als Melsungen, das in Bestbesetzung antreten konnte, musste Fenix unter anderen den Spielmacher Remi Calvel (verletzungsbedingt) ersetzen. Was die Hausherren nicht davon abhielt, gleich mal richtig aufzudrehen. Schon nach wenigen Sekunden traf Superstar Jerome Fernandez zum ersten Mal. Zwar konnte die MT die ersten Rückstände durch Felix Danner und Michael Allendorf noch postwendend ausgleichen, dann aber zog Toulouse auf 6:2 davon (16.). Weil es einige Geschenke der Nordhessen in Form von Fehlwürfen und technischen Fehlern prompt bestrafte. Zudem erwies sich der französischer Nationaltorwart Cyril Dumoulin vor 3000 Zuschauern als Meister seines Fachs - und untermauerte zunächst die Hoffnungen der Heimsieben, nach dem 27:34 in Kassel Anfang Oktober noch das Wunder zu schaffen.

Erst nach 20 Minuten fanden die Roth-Schützlinge, bei denen Rechtsaußen Johannes Sellin bereits humpelnd das Feld verlassen und durch Christian Hildebrand ersetzt werden musste, besser in die Begegnung. Jetzt gelangen gegen die überaus aggressive Verteidigungsreihe sogar mal leichte Tore aus dem Rückraum durch Momir Rnic und Michael Müller. Jetzt zeigte auch MT-Schlussmann Mikael Appelgren unter dem Beifall der 40 mitgereisten Anhänger sein ganzes Können, als er einige Großchancen des Kontrahenten vereitelte. Sogar ein Remis zur Pause war möglich, wurde aber nicht erzielt, da noch einige Male der Ball zu schnell hergegeben wurde.

Trotzdem wurde es erst einmal merklich ruhiger im Palais des Sports. Zumindest bis kurz nach Wiederbeginn, als Pierrick Chelle mit zwei Toren für das 13:10 gesorgt hatte. Gut aus MT-Sicht, dass Philipp Müller und Malte Schröder in einem teilweise hitzig geführten Vergleich die passenden Antworten parat hatten (12:13, 33.).

Bevor Linksaußen Allendorf zum 13:13 ausglich, sah der Toulouser Kreisläufer Miha Zvizej nach Foul an Michael Müller die Rote Karte (35.). Eine Schwächung für die Franzosen, ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Fuldastädter, die aber konzentriert bleiben mussten - und es bis auf wenige Momente auch blieben. Bezeichnend, dass der serbische Neuzugang Momir Rnic seine Mannen sogar erstmals in Führung gebracht hatte (20:19, 50.). Letztlich war es zu verschmerzen, dass es keinen Auswärtssieg für die Roth-Mannschaft gab. • Toulouse: Dumoulin, Pardin - Chelle, N. Minne, Bois, Perez, A. Minne, Gilbert, Fernandez, Andjelkovic, Ilic, Morency, Zvizej, Lhuillier, Porte, Osmajic. Melsungen: Appelgren (10 P.), Sandström (bei einem 7m) - Maric, Sellin, Fahlgren 1, Schröder 1, Hildebrand 1, Danner 4, P. Müller 2, Boomhouwer, Rnic 4, Allendorf 5/4, Vuckovic 1, M. Müller 4. SR: Brunner/Salah (Schweiz). - Z: 3000. Siebenmeter: 5/4:2/2- Zeitstrafen: 8:6 Minuten. Rote Karte: Zvizej (35., Foulspiel).

Von Björn Mahr

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