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Ein Team zwischen Hoffen und Bangen: Handball-Bundesligist MT Melsungen

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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So viele Zuschauer wie seit langem nicht: 3323 Handball-Fans verfolgten die Partie zwischen der MT Melsungen und der SG Flensburg-Handewitt in der Kasseler Rothenbach-Halle.
So viele Zuschauer wie seit langem nicht: 3323 Handball-Fans verfolgten die Partie zwischen der MT Melsungen und der SG Flensburg-Handewitt in der Kasseler Rothenbach-Halle. © ANDREAS FISCHER

Die Handballer der MT Melsungen kämpfen in der Bundesliga weiter um Rang fünf, leiden nun aber unter argen Verletzungsproblemen. Ein Team zwischen Hoffen und Bangen.

Kassel – Der Monat März ist für die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen nicht so verlaufen, wie sich das die Mannschaft vorgestellt hat. Zwar ging es mit einem Sieg gegen den HSV Hamburg los, danach gab es aber das Aus im DHB-Pokal sowie eine unnötige Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen. Und jetzt, da die personellen Sorgen bei den Nordhessen noch größer wurden, kassierten sie am Sonntag eine 26:32-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt – trotz einer seit langem mal wieder gut gefüllten Kasseler Rothenbach-Halle.

Wir blicken auf die MT – ein Team zwischen Hoffen und Bangen.

Das Hoffen

Die Kulisse: Endlich durften die Ränge in der Kasseler Rothenbach-Halle wieder voller sein. Erstmal seit zwei Jahren war es der MT erlaubt, im Heimspiel gegen Flensburg sogar alle Tickets für die 4300 Plätze zu verkaufen. Schließlich waren es 3323 Fans, die für eine tolle Atmosphäre sorgten. „Natürlich merkt man das direkt, wenn man in die Halle kommt. Wenn man ein Tor wirft und es richtig laut wird, ist das ein schönes Gefühl“, sagte Linksaußen Yves Kunkel. Sein Teamkollege Timo Kastening fügte hinzu: „Das ist sehr schön für uns. Endlich gibt es wieder etwas mehr Normalität. Bei so einer Atmosphäre hörst du nicht auf zu spielen und machst den einen oder anderen Schritt noch mehr.“

Auch MT-Torwart Nebojsa Simic fand, dass „die Stimmung super“ war. „Ich hoffe, dass wir jetzt bis zum Ende der Saison auch vor einer vollen Halle und tollen Atmosphäre spielen dürfen.“

Der Youngster: Es kam schon vor, dass Paul Kompenhans bei einem Bundesligaspiel der MT eingewechselt wurde. Gegen Flensburg stand der 19-Jährige angesichts der Ausfälle im Rückraum erstmals in der Startformation. 30 Minuten vor Spielbeginn hatte ihn Trainer Roberto Garcia Parrondo darüber informiert. „Da geht der Puls schon höher“, sagte Kompenhans, „dass ich anfangen durfte, war schon besonders – mehr als die vielen Zuschauer.“

Er erfüllte die Erwartungen – es gelang ihm sogar, einen Siebenmeter herauszuholen. Geärgert hat er sich über einen misslungenen Abschluss in der Anfangsphase: „Statt eines Drehers hätte ich den Ball einfach mit voller Wucht aufs Tor werfen müssen.“

Der Angriff: Wer die Entwicklung der MT unter Parrondo intensiv verfolgt, der weiß, dass sich die Mannschaft insbesondere in der Offensive biswelen immer noch schwertut. Dafür, dass sie ohne etatmäßigen Mittelmann auskommen musste und mit Kunkel ein Linksaußen den Part von Kompenhans in der elften Minute übernahm, lief es mehr als ordentlich. Julius Kühn und Kai Häfner erzielten zusammen 15 Tore. Einziges Manko: die Chancenverwertung.

„Wir vergeben in der zweiten Halbzeit neun von zwölf Chancen von sechs Metern. Das ist zuviel“, erklärte Parrondo. Der Spanier bescheinigte seinen Spielern aber auch: „Sie haben ihr Bestes gegeben. Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen.“ Unmittelbar nach der Schlusssirene holte er sein Team in die Kabine: „Ich habe den Jungs Mut zugesprochen.“

Das Bangen

Verletzt: die MT-Profis Andre Gomes (von links), Elvar Örn Jonsson, Finn Lemke und Domagoj Pavlovic.
Verletzt: die MT-Profis Andre Gomes (von links), Elvar Örn Jonsson, Finn Lemke und Domagoj Pavlovic. © Andreas Fischer

Die Sorgenkinder: Erst die Corona-Probleme im Januar und Februar, nun das Verletzungspech – Parrondo ist um seine Aufgabe zurzeit nicht zu beneiden. Gegen Flensburg saßen mit Elvar Örn Jonsson, Domagoj Pavlovic, Andre Gomes und Finn Lemke vier Rückraumkräfte nicht auf der Ersatzbank, sondern in Zuschauerreihe eins. „Ich hoffe, dass Elvar und Domba bald wieder fit sind“, sagt Kompenhans. Bei Jonsson stehen die Chancen nicht schlecht, dass er in Kürze wieder einsteigen kann.

Der Kampf um Rang fünf: Noch können die Melsunger aus eigener Kraft den letzten Europapokalplatz erreichen. Wichtig dürften allerdings die beiden nächsten Spiele werden. Am Sonntag gastiert die MT beim abstiegsgefärdeten TuS N-Lübbecke, vier Tage später geht es in Kassel gegen einen direkten Konkurrenten: Frisch Auf Göppingen. So weit schaut Parrondo noch nicht: „Wir müssen Schritt für Schritt machen.“ Am 28. April wartet dann noch das Nachholspiel gegen den HC Erlangen. Es gibt also einige Möglichkeiten, es besser zu machen als im März.

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