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Ein Urschrei und ein Bravo: MT Melsungen nach dem 28:22-Sieg gegen den VfL Gummersbach

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Von: Björn Mahr

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Exzellenter Rückhalt: MT-Torwart Nebojsa Simic.
Exzellenter Rückhalt: MT-Torwart Nebojsa Simic. © Dieter Schachtschneider

Die Handballer des Bundesligisten feierten den vierten Sieg im vierten Pflichtspiel in Folge.

Kassel - Ob sich seine Kollegen für einen Moment die Ohren zuhalten mussten, ist nicht bekannt. Aber als Torwart Nebojsa Simic in die Kabine des Handball-Bundesligisten MT Melsungen stürmte, stieß er dazu einen Urschrei aus. Ausdruck der Freude, die der 28:22 (10:14)-Heimsieg gegen den VfL Gummersbach bei ihm ausgelöst hatte.

„Bravo – der gesamten Mannschaft“, jubelte der Montenegriner. Zum vierten Mal in Folge hatten er und seine Mitstreiter ein Pflichtspiel zu ihren Gunsten entschieden – ein Aufwärtstrend ist unverkennbar. Auch wenn die erste Hälfte noch Schlimmes hatte erahnen lassen. Fehler über Fehler leisteten sich die Gastgeber bis zur Pause. Wenn Simic nicht gewesen wäre, hätte der Rückstand der Gastgeber vor 3023 Zuschauern zur Pause noch mehr als vier Treffer betragen.

Sechsfacher Torschütze: Arnar Freyr Arnarsson.
Sechsfacher Torschütze: Arnar Freyr Arnarsson. © Dieter Schachtschneider

„Er hat leider seine Form bestätigt“, erklärte VfL-Coach Gudjon Valur Sigurdsson vielsagend. Insgesamt 15 Bälle parierte die Melsunger Nummer eins. „Ich spüre das große Vertrauen des Torwarttrainers. Es ist sehr wichtig, dass er bei der MT ist“, lobte der 29-Jährige den im Sommer geholten Carsten Lichtlein.

In der vergangenen Saison habe sich Simic gefragt, weshalb er nach zwei guten Spielen nicht noch einmal gespielt hat: „Darüber haben wir gesprochen.“ Jetzt bedankt sich „Simo“, wie ihn nicht nur die Kollegen rufen, mit reihenweise starken Leistungen. Schon eine Woche zuvor in Hamm war er kaum zu bezwingen.

Allerdings kann er sich auch auf seine Vorderleute verlassen. Die Deckung um Gleb Kalarash und Arnar Freyr Arnarsson stand speziell in Hälfte zwei hervorragend. Trainer Roberto Garcia Parrondo wollte gar keine Mannschaftsteile besonders hervorheben, stellte deshalb fest: „Das Team hat Großartiges geleistet. In der zweiten Halbzeit war alles da, Intensität ebenso wie Kampfgeist.“ Die unterschiedlichen Vorstellungen vor und nach dem Wechsel veranlassten ihn zu der Bemerkung: „Es war so, als hätten zwei Mannschaften aus unterschiedlichen Jahren auf dem Feld gestanden.“ Dass es in der ersten Halbzeit so bescheiden losging, führte er auf den Faktor Nervosität zurück.

„Wir haben uns in der ersten Hälfte zu viele Fehler geleistet“, räumte Arnarsson ein. „Nach der Pause waren die Abwehr und Simo super. Und wir haben im Angriff mehr Disziplin gezeigt.“ Der Isländer, der es in der Partie gegen Gummersbach mit den Landsleuten und guten Freunden Ellidi Vidarsson und Hakon Stymirsson zu tun bekam, war neben dem in der Schlussphase mächtig aufdrehenden Andre Gomes (beide sechs Treffer) bester Melsunger Schütze. Aus einem 13:17-Rückstand (41.) machte das Heimteam eine 26:21-Führung (57.). Den Schlusspunkt zum 28:22 setzte der kurz zuvor eingewechselte Youngster Florian Drosten mit einem Wurf ins verwaiste VfL-Gehäuse. Kurz darauf lagen sich die MT-Profis in den Armen, als hätten sie die Tabellenspitze erklommen. Sie gingen zu jeder Tribüne und machten mit den Zuschauern die Welle. „Die Fans haben uns viel Energie gegeben“, stellte Simic fest.

Arnarsson lobte explizit den Coach. „Wir haben viel Video geschaut. Roberto hat uns gut vorbereitet“, bemerkte der Glatzkopf. Da die MT schon am kommenden Mittwoch ab 20.30 Uhr in Göppingen zu Gast ist, gab der Spanier seinen Spielern nicht das komplette Wochenende frei – nur heute ist kein Training.

Seine übliche Kabinenansprache kurz nach Spielende fiel diesmal so kurz wie wahrscheinlich noch nie aus. Er sagte schmunzelnd: „Ich wusste nicht so richtig, was ich nach dem Spiel sagen sollte.“ Schon nach nicht einmal einer Minute ging die Kabinentür wieder auf. Mit Simics Urschrei soll es aber nichts zu tun gehabt haben. (Björn Mahr)

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