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Ein Zittersieg am Feiertag: MT Melsungen schlägt Lemgo zuhause 20:19

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Von: Maximilian Bülau

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Nebojsa Simic.
Wieder dabei: Ivan Martinovic. © Dieter Schachtschneider

Es war keine Glanzleistung. Es sah fast so aus, als würde Handball-Bundesligist MT Melsungen das Rückspiel in der heimischen Rothenbach-Halle gegen den TBV Lemgo Lippe verlieren. Doch am Ende reichte es für einen 20:19 (12:9)-Sieg. Einen ziemlich zittrigen am Feiertag.

Kassel – Es war ja auch ein kleines Jubiläumsspiel. Auf den Tag genau vor 15 Jahren hatte die MT ihre erste Partie in der Rothenbach-Halle bestritten. Damals verloren die Melsunger gegen den THW Kiel 31:36. Das sollte 15 Jahre später natürlich anders laufen. Allein ein solch torreiches Ergebnis wäre in dieser torarmen MT-Saison überraschend gewesen. Und ein solch torreiches Duell gab es auch nicht. Mal ein kleiner Vorgeschmack auf das, was folgt: Nach 20 Minuten stand es 6:6.

Das spricht freilich für eine gewisse Qualität in der Melsunger Abwehr. Und die war auch zweifelsohne vorhanden. Das Rückzugsverhalten stimmte. Nebojsa Simic, der nach drei Partien, in denen der Pole Adam Morawski begonnen hatte, in die Startsieben zurückkehrte, zeigte ebenfalls eine ordentliche Partie, stand zur Pause bei acht Paraden.

Für ein Jubiläum macht man sich schick. Es wird schließlich feierlich. Beim Handball reicht es aber nicht, wenn sich nur der eine Teil von der besten Seite zeigt. MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo hatte nach dem deutlich verlorenen Pokalspiel am vergangenen Mittwoch gegen die Rhein-Neckar Löwen gesagt, wenn man Spiele gewinnen wolle, müsse man vor allem Tore werfen. Und in dieser Hinsicht haperte es abermals bei den Gastgebern. In einer sechsminütigen Phase ohne eigenen Treffer zwischen der 14. und 20. Minute schlossen die Gäste von 6:3 auf 6:6 auf. Andre Gomes beendete diesen Negativlauf mit dem 7:6 (20.). Der Portugiese sorgte somit auch dafür, dass die Melsunger bis zur Pause nicht ein einziges Mal zurücklagen.

Vor der Halbzeit wurde es noch einmal besser. Besonders erfreulich: Ivan Martinovic gab nicht nur nach etwa 16 Minuten sein Comeback. Der Kroate hatte zuvor vier Spiele ausgesetzt. In der 28. Minute täuschte er den Pass auf Julian Fuchs an, zog zum Tor und traf zum 10:8. Sekunden vor dem Pausenpfiff war es erneut Martinovic, der das 12:9 markierte – der Halbzeitstand. Die Gäste, bei denen der deutsche WM-Teilnehmer Lukas Zerbe krankheitsbedingt fehlte, bei einer einstelligen Trefferzahl zu halten, das war durchaus würdig für ein Jubiläum.

Der Drei-Tore-Vorsprung war dann aber schnell wieder weg. Jan Brosch tankte sich allein durch und erzielte in Minute 36 das 13:13. Wenig später brachte Tim Suton die Gäste erstmals in Führung. Auszeit Melsungen. Und die war angebracht. Es hatten sich allerhand Fehler eingeschlichen. Besser wurde es erst einmal nicht. Erneut Brosch, 13:15 (37.).

Gerade einmal zwei Treffer gelangen der MT in der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte – den Gästen dagegen sieben. Und dabei hatten die Melsunger noch Glück, dass Simic den einen oder anderen Wurf hielt. Das 14:16 zu diesem Zeitpunkt war bei einer eher durchschnittlichen Leistung von Lemgo unfassbar unnötig. So unnötig wie die mittlerweile haufenweise produzierten MT-Fehlpässe und MT-Fehlwürfe. Als Niels Gerardus Versteijnen das 15:18 aus Sicht der Gastgeber erzielte, wurde es nun aber auch ergebnistechnisch allmählich kritisch (48.).

Florian Drosten vergab kurze Zeit später frei das 17:18. Martinovic machte es ins leere Tor besser (51.). Bei einer dürftigen Leistung wurde es also dennoch spannend. Simic war noch einmal da, Agustin Casado zum 18:18 in den Winkel erfolgreich. Simic parierte seinen zweiten Siebenmeter gegen Samuel Zehnder. Die 4273 Zuschauer in der Rothenbach-Halle wurden richtig laut. Aidenas Malasinskas brachte die MT per Siebenmeter wieder nach vorn. Fünf Minuten vor dem Ende war das. Drosten legte das 20:18 nach. Auf einmal sah es doch noch danach aus, dass es etwas zu feiern geben könnte am Feiertag. 15 Sekunden vor dem Ende bekam Lemgo den Ball beim Stand von 20:19 für die MT. Noch ein Freiwurf. Drüber. Der Feiertagssieg war perfekt. Auch wenn es ein zittriger war. (Maximilian Bülau)

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