Handball

Bundesliga startet in 55. Saison: Eine Hatz mit 380 Spielen und vielen Sorgen

Handball, Supercup, Düsseldorf, ISS-Dome; THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 28:24. Den ersten Pott haben sie schon: Domagoi Duvnjak (Mitte) und der THW Kiel präsentieren nach dem Sieg gegen Flensburg jubelnd den DHB-Supercup.
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Den ersten Pott haben sie schon: Domagoi Duvnjak (Mitte) und der THW Kiel präsentieren nach dem Sieg gegen Flensburg jubelnd den DHB-Supercup.

Vorhang auf für die 55. Saison der Handball-Bundesliga. Mit vier Partien beginnt heute eine bis zum 3. Juni 2021 geplante Hatz mit 20 Mannschaften, also 38 Spieltagen und insgesamt 380 Spielen.

Unser Ausblick mit Fragen und Antworten:

Gibt es Änderungen im Spielmodus?
Nein, abgesehen von der Aufstockung auf 20 Teams durch die Neulinge Coburg und Essen. Wegen des Abbruchs der vergangenen Serie gab es keine Absteiger, diesmal wird es vier Mannschaften erwischen. Gespielt wird wie bisher donnerstags oder sonntags, wegen der Terminnot aber häufig auch zweimal pro Woche.

Wie viele Zuschauer dürfen in die Hallen kommen?
Bis Ende Oktober dürfen 20 Prozent der Plätze besetzt werden, bei der MT Melsungen immerhin sogar 2100 der 4400 Sitze. Was nur ein erster Schritt sein soll und allen nicht zum wirtschaftlichen Überleben reicht. Weil die Kosten für ein Hygienekonzept in der 13 200 Zuschauer fassenden SAP-Arena sogar die geringen Einnahmen übersteigen würden, verzichten die Rhein-Neckar Löwen zunächst sogar auf Fans.

Wenn also nicht live, wo können die Fans dann die Spiele sehen?
Alle (!) Spiele werden wie gewohnt vom Bezahlsender Sky gezeigt, der aber aus der Champions League (jetzt bei Dazn) ausgestiegen ist. Insgesamt zwölf Spiele werden ARD und ZDF übertragen.

Wer ist der Favorit?
Natürlich der Titelverteidiger THW Kiel – wenn sein Starensemble von gravierenden Ausfällen verschont bleibt. Zwar haben die Zebras nur zwei Neuzugänge, doch mit Sander Sagosen (25) kam aus Paris ein Superstar. Neben Trainer Filip Jicha, Torwart Niklas Landin und Sagosens kongenialem Rückraum-Partner Domagoi Duvnjak stehen nun nicht weniger als vier Welthandballer im THW-Tross.

Wer fordert den 21-fachen Meister Kiel nun heraus?
Natürlich Vizemeister Flensburg-Handewitt, dessen vier Neue um Nationalspieler Franz Semper (Leipzig) die Hoffnung nähren, dass der befristete Ausfall der Kreisläufer Johannes Golla und Jacob Heinl kompensiert werden kann. Aber auch Berlin und die Rhein-Neckar Löwen haben sich gut verstärkt, zudem wollen auch Melsungen und Magdeburg oben mitreden.

Gibt es neue Trainer?
Ja, insgesamt fünf. Neu in Nordhorn ist jetzt Daniel Kubes (42), der Ex-Melsunger. Ihr Bundesliga-Debüt geben Alois Mraz (42) in Coburg, Michael Haaß (36) in Erlangen und Jamal Naji (36) in Essen. Dort folgt er auf Jaron Siewert, der nach Berlin zurück geholt wurde. Dort spielte er einst bei den Minis, war später Nachwuchscoach der Füchse und krönte seine Lehrjahre in Essen mit dem Aufstieg des Tusem ins Oberhaus. Nun ist Siewert 26 – der jüngste Bundesliga-Trainer der Historie.

Und sonst?
Gibt es Handball satt, obwohl es im DHB-Pokal 20/21 nur ein Final Four im Juni geben soll. Am 26./27. Februar 2021 steht zuvor noch das Finalturnier 2019/20 in Hamburg an mit Melsungen, Hannover, Kiel und Lemgo. Die Nationalspieler haben sechs Spiele in der EM-Qualifikation vor der Brust, die Weltmeisterschaft in Ägypten vom 14. bis 31. Januar und die Olympia-Ausscheidung in Berlin (12. - 14. April). Im besten Fall also beschließen die Sommerspiele in Tokio vom 23. Juli bis 8. August die Mammutsaison – oder sind der Auftakt in die nächste. Bundestrainer Alfred Gislason: „Das wird eine brutale Saison. Eigentlich sind es zwei direkt hintereinander.“

(Gerald Schaumburg)

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