Das Team von Trainer Roth brilliert in der Schlussphase

Einmal gewackelt, sonst souverän: MT Melsungen besiegt Gummersbach 25:17

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Die Faust geballt: Melsungens Michael Allendorf (rechts) setzte sich mit der MT in Gummersbach durch. Links: Moritz Preuss (VfL). 

Gummersbach. Ein Bundesliga-Spiel am zweiten Weihnachtstag hat für die Fans den Vorteil, dass ihnen eine nachträgliche Bescherung winkt.

Die fiel für die 80 mitgereisten Anhänger der Handballer der MT Melsungen durchaus üppig aus, durften sie doch einen 25:17 (13:8)-Erfolg beim VfL Gummersbach bejubeln. Es war der fünfte in Folge beim Altmeister, der sich damit langsam aber sicher zum Lieblingsgegner der Roth-Schützlinge entwickelt.

Dabei wurden des Trainers Vorgaben zunächst einmal weitgehend erfüllt. Erstens: Im Angriff hoch konzentriert zu Werke gehen, klare Chancen heraus spielen und konsequent nutzen. Um ja nicht Nationaltorwart Carsten Lichtlein warm zu werfen. Das gelang, wenn auch nicht immer, weil auf Julius Kühn an alter Wirkungsstätte Verlass war. Ganze 1:09 Minuten brauchte der Ex-VfLer für seinen ersten Treffer, musste dann verletzt raus, um nach zehnminütiger Behandlungspause vor der Pause noch dreimal unwiderstehlich einzunetzen.

Zweitens: Den quirligen und längst in der Bundesliga angekommenen Spielmacher Josef Pujol an die Kette legen, damit der seine Nebenleute wie den wurfgewaltigen Stanislav Zhukov nicht in Szene setzen kann. Auch das hatten die Gäste drauf, die aus der Not – Finn Lemkes Ausfall wegen Grippe – eine Tugend machten. Denn die eigene Umstellung auf eine 5:1-Deckung mit Störenfried Michael Allendorf schmeckte Gummersbach überhaupt nicht. Deren Positionsangriff verzweifelte zudem an den Paraden Johan Sjöstrands.

Ab durch die Mitte: Felix Danner (Mitte) setzt sich gegen die VfL-Akteure Marvin Sommer (links) und Moritz Preuss durch.

Drittens: Präsenz zeigen besonders im Zweikampf, um so dem Tabellen-13. gleich mal den Schneid abzukaufen. Und um einem möglichen Hessenkessel vorzubeugen. Es blieb in der Tat relativ ruhig auf den Rängen. Und es wurde fast still, als der agile Felix Danner in Unterzahl auf 9:6 (18.) erhöhte. Und Allendorf kurz darauf per Siebenmeter nachlegte.

Einziger Muntermacher in der Schwalbe-Arena war Carsten Lichtlein, der nach Tobias Reichmanns Tor zum 12:7 (25.) eine mögliche Vorentscheidung bei freien Chancen von Reichmann und Dener Jaanimaa schon in der ersten Hälfte verhinderte. So schmeichelte der Fünf-Tore-Rückstand zur Pause dem Altmeister noch. Musste die MT den verpassten Möglichkeiten hinterher trauern? Durchaus. Denn der VfL griff nach Lichtleins Strohhalm. Aber nur für Minuten. Als Gummersbachs Flügelzange Sommer/von Gruchalla in Unterzahl auf 11:14 verkürzte (35.). Als Gummersbachs Schlussmann zwischenzeitlich seinen Torwartkollegen, was die Zahl der Paraden anbelangte, überholte. Als die Melsunger im Positionsangriff zauderten statt das Tempo hoch zu halten.

Doch Michael Roth erinnerte seine Jungs an seine Vorgaben. Die Folge: Nach einer Auszeit in der 44. Minute lief‘s wieder. Und wie: Ein 4:0-Lauf durch Linksaußen Allendorf (2), Arjan Haenen und Marino Maric zum 21:14 (50.) sorgte erneut für klare Verhältnisse. Und die änderten sich nicht mehr. Ganz im Gegenteil. Gummersbach wurde in der Schlussphase sogar vorgeführt. Und Sjöstrand gewann das Torwartduell auch noch. Eine wahrlich schöne Bescherung.

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