Bei Sieg in Gummersbach

Erneuter Glanzauftritt des MT-Torwarts Sjöstrand: Fruchtbarer Zweikampf mit Simic

+
Bisweilen unbezwingbar: Melsungens Schlussmann Johan Sjöstrand glänzte in Gummerbach mit 50-Prozent-Quote.

Gummersbach. Was für ein dramatisches Duell! Nein, nicht das Gastspiel der MT Melsungen beim VfL Gummersbach, denn das bot ob des 25:17-Erfolges des heimischen Handball-Bundesligisten nur wenig Spannung. Diente dafür aber als Bühne für einen Zweikampf zweier Weltklassetorhüter, der es in sich hatte.

Melsungens Sjöstrand hielt gleich die ersten beiden Bälle und war danach der Garant dafür, dass seine Mannschaft auf 4:0 nach neun Minuten davon zog. Nun, sein Kollege Lichtlein ließ sich nicht lange bitten, hielt seine Mannschaft mit seinen Paraden bis zum 6:8 (17.) im Spiel und verhinderte vor der Pause die frühe Vorentscheidung. Und konnte, weil er nun mal wesentlich mehr zu tun hatte, fast aufschließen.

Der deutsche Nationaltorwart war dann auch für den einzigen Wackler der Gäste verantwortlich, als die beim 14:17 (41.) Gefahr liefen, das bis dahin so einseitige Spiel aus der Hand zu geben. Carsten Lichtlein hatte sogar schon, was die Zahl der Paraden anging, die Führung übernommen.

Doch was der Ex-Lemgoer konnte, konnte der Schwede in MT-Diensten auch. Und noch besser. Nagelte bis zum 21:14 (51.) sein Tor zu und ließ in den letzten 19 Minuten der zweiten Hälfte nur drei Treffer zu. Ein sagenhafter Schlussspurt, der dem 29-Jährigen sogar den Sieg bescherte: mit 17 (Sjöstrand) zu 16 Paraden (Lichtlein).

Seine außergewöhnliche Quote von 50 Prozent hatte der schwedische Nationalspieler nach dem Spiel gar nicht auf dem Schirm. Gab stattdessen die Komplimente an seine Vorderleute weiter: „Unsere 5:1-Deckung hat super geklappt.“ Der taktische Schachzug, nach dem kurzfristigen Ausfall von Finn Lemke (Grippe) mit Michael Allendorf als vorgezogenen Abwehrspieler zu operieren, hatte die Gastgeber sicherlich auf dem falschen Fuß erwischt. Hatte die zuletzt so starke Achse Pujol-Zhukov gesprengt, die VfL-Angriffe wie geplant nach außen verlagert. Doch bei derlei Abschlüssen war Johan Sjöstrand in seinem Element, nahm Marvin Sommer (trotz seiner vier Tore) und besonders Florian von Gruchalla einen Ball nach dem anderen weg.

„Johans große Stärke“, sagte sein Trainer Michael Roth. Der Schwede, Silbermedaillengewinner von London 2012, lässt sich durch keine Finte aus der Ruhe bringen und wahrt immer die Balance zwischen seinem Instinkt und seiner Kenntnis der Wurfgewohnheiten der gegnerischen Spieler.

Sjöstrands zweiter Glanzauftritt hintereinander nach seinen 15 Paraden gegen Stuttgart – in einer für ihn laut Roth „keineswegs leichten Phase“. Denn mit ebenso überragenden Leistungen hatte ihm vorher Senkrechtstarter Nebojsa Simic fast den Rang als Nummer eins abgelaufen. „Er hat‘s sportlich genommen und super gelöst“, lobte der MT-Coach die Einstellung des Ex-Kielers, der im Training noch ein bisschen härter arbeitete, um zu beweisen, „dass ich ins Tor gehöre“.

Dabei spornen sich Sjöstrand und Simic – ganz im Sinne der Mannschaft – im Training gegenseitig an. Was dazu beitrug, dass Sjöstrand das Duell mit Gummersbachs Schlussmann für sich entschied.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.