Handball

MT heute nach Hannover, am Sonntag kommt Magdeburg zum Knüller

Handball Bundesliga MT Melsungen - SC DHfK Leipzig 31:28 - Mit Willen und Wucht: Julius Kühn, hier gegen die Leipziger Alen Milosevic und Marko Mamic (von links), zeigt dem Trainer jetzt an, wenn er eine Pause benötigt.
+
Mit Willen und Wucht: Julius Kühn, hier gegen die Leipziger Alen Milosevic und Marko Mamic (von links), zeigt dem Trainer jetzt an, wenn er eine Pause benötigt.

Der nächste Kraftakt steht an mit drei Spielen in nur acht Tagen. Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen gastieren auf der Suche nach Konstanz und Rhythmus heute um 19 Uhr bei der TSV Hannover-Burgdorf (13.), am Sonntag empfangen sie in der Kasseler Rothenbach-Halle um 16 Uhr den SC Magdeburg.

Der Angriff: „Wir machen Fortschritte von Tag zu Tag“, berichtet Gudmundur Gudmundsson vom Training. Den Coach beeindruckt „die tolle Mentalität“ seiner Truppe, die sich in den letzten Spielen auch schon „unglaublich rein gehängt hat, um mit Willen und Kampfgeist die zu vielen technischen Fehler wettzumachen“.

Konkret benennt der Isländer „die überragende Offensivleistung“ mit 19 Toren in der zweiten Halbzeit gegen Leipzig. Insgesamt habe das Team allein über das schnelle Umschaltspiel zehn Treffer erzielt. „Daran sollten wir in Hannover und gegen Magdeburg unbedingt anknüpfen“, fordert Gudmundsson.

Die Abwehr: Auch hier geht es voran, nachdem Leipzigs Philipp Weber im Torwurf-Wettstreit des Nationalspielers mit den MT-Kollegen Kai Häfner und Julius Kühn zunächst noch Katz und Maus mit Finn Lemke und Arnar Arnarsson spielte, als das Innenblock-Duo nebeneinander agierte. Später aber lag er an der Kette, als die Melsunger sich ihm hintereinander entgegenstemmten. Gudmundsson: „So variabel müssen wir auch gegen Hannover sein, denn um Fabian Böhm und Ivan Martinovic haben sie einen super eingespielten Rückraum sowie mit Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov starke Kreisläufer.“

Der zweite Anzug: Gudmundsson hofft, dass Rechtsaußen Tobias Reichmann heute einen Belastungstest bestehen und nach seiner Meniskus-OP zumindest wieder voll ins Teamtraining einsteigen wird. Tatsächlich aber ruht bei der MT viel Belastung auf wenigen Schultern – weil der „zweite Anzug“ nicht recht passt. Mit Ole Pregler halblinks sowie den Außen Julian Fuchs (rechts) und Ben Beekmann (links) stehen drei hoch talentierte, aber unerfahrene A-Jugendliche zur Entlastung der Arrivierten bereit. Im Rückraum drängt der in seiner Entwicklung stagnierende Stefan Salger nicht nach, der sensible Lasse Mikkelsen zeigt zwischen Höhen und Tiefen derzeit wieder mehr Schatten als Licht.

Die neue Ehrlichkeit: All dies führt dazu, dass auch aus diesem Grund insbesondere bei Nationalspielern wie Julius Kühn und Kai Häfner der Kräfteverschleiß immer wieder deutlich zu sehen ist. Kühn indes hat aber nun eine neue Verabredung getroffen mit dem Trainer: „Wenn es nicht oder nicht mehr läuft, wenn ich zu viele Fehler mache, dann zeige ich ihm an, dass ich eine Pause benötige“, erläutert der wurfgewaltige Halblinke. Gegen Leipzig hat das schon gut geklappt.

Domagoj Pavlovic hatte bei der Niederlage gegen Stuttgart wie Kühn mit etlichen riskanten bzw. verpatzten Anspielen eine zu hohe Fehlerquote. Seine Konsequenz: „Für die Pässe an den Kreis und auf die Außen haben uns Rhythmus und Sicherheit gefehlt. Deshalb haben wir andere Wege in der Offensive gesucht – und gegen Leipzig zum Glück auch gefunden.“ (Gerald Schaumburg)

Timo Kastening: „Freue mich auf das Wiedersehen“

Lange Jahre trugen Kai Häfner und Timo Kastening das Recken-Trikot. Kastening kehrt nun erstmals als Gegenspieler nach Hannover zurück. „Endlich“, sagt der Rechtsaußen, „nach diversen Spielverlegungen wird es Zeit.“ Er freue sich „riesig auf das Wiedersehen“ mit Mitspielern, Verantwortlichen und vielen Ehrenamtlern, „auch wenn leider auch dieses Spiel ohne Fans wieder sehr steril ablaufen wird“.

Kann er MT-Trainer Gudmundsson Tipps geben, wie den Burgdorfern heute beizukommen ist? „Ein paar Kleinigkeiten vielleicht, aber nicht viel“, sagt der 25-Jährige. Zum einen sei „Gudmi“ stets „unglaublich gut auf jeden Gegner vorbereitet“, zum anderen haben sich auch die Recken seit seinem Abschied weiterentwickelt.

Aber: „Auch bei ihnen gibt es recht viele Formschwankungen in dieser Saison, wie bei uns. Unser Anspruch muss es dennoch sein, auch in Hannover zu gewinnen. Wenn wir über 60 Minuten stabiler sind als sie, dann sollten wir das auch schaffen“, sagt Timo Kastening. (sam)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.