Rasches Wiedersehen nach Pokal-Aus

MT Melsungen gastiert am Sonntag in Leipzig

Erneut Gegner: Leipzigs Niclas Pieczkowski (vorn) bekommt es am Sonntag wieder mit MT-Youngster Johannes Golla zu tun. Foto: Fischer

Kassel/Leipzig. „In diesem Monat steckt richtig Feuer.“ Als Melsungens Kreisläufer Marino Maric zu Beginn dieser MT-Trainingswoche einen Blick nach vorn wagte, ging er davon aus, dass er seinem Team bei den anstehenden Bundesliga-Krachern würde helfen können.

Nun muss der kroatische Handballer bis in den Dezember hinein wegen eines Anrisses des Syndesmosebandes pausieren. Damit fehlt er nicht nur am Sonntag ab 15 Uhr (Sky) in der Begegnung beim SC DHfK Leipzig, sondern unter anderem auch bei den folgenden Heimspielen gegen die HSG Wetzlar (11. November) und gegen den Meister Rhein-Neckar Löwen (16. November).

„Uns kann nichts mehr schocken“, sagt Michael Roth und übt sich in Gelassenheit. Der MT-Coach freute sich noch, dass er am Dienstag sämtliche Spieler zur Übungseinheit begrüßen durfte. Denn auch Kapitän Michael Müller steht wieder zur Verfügung. Doch dann war bei Maric, der sich beim Länderspiel vergangenen Donnerstag gegen Slowenien am Fuß verletzt hatte, nicht wirklich an Training zu denken. Nun muss sich Roth wieder etwas überleben.

Deshalb wird die Begegnung in Leipzig für Melsungen zu einer Herkulesaufgabe:

Der Maric-Ausfall

Weder der Kroate noch Youngster Johannes Golla decken in der 6:0-Abwehr auf einer der Halbpositionen. Zuletzt hatte sich Marino Maric mit dieser Rolle zumindest einigermaßen arrangiert. Nun muss Roth umstellen. Möglich, dass er Timm Schneider dorthin beordert oder Philipp Müller aus dem Mittelblock abzieht. Im Zentrum könnte dann Felix Danner an der Seite von Finn Lemke operieren. Allerdings kommt auch Michi Müller schon für sporadische Einsätze in Betracht. „Ich denke, dass wir es in der Abwehr gut hinbekommen werden“, hofft Roth.

Die Erinnerungen

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Melsungen und Leipzig schon einmal aufeinandertrafen. Im Pokal verloren die Nordhessen in eigener Halle 22:27 – der psychologische Vorteil liegt eindeutig auf Seiten der Sachsen.

„Die Leipziger waren extrem aggressiv in der Abwehr, und wir hatten keine vernünftigen Lösungen parat“, erklärt der Rückraumschütze Dener Jaanimaa im Rückblick, „uns erwartet eine verdammt schwierge Aufgabe.“ Dem kann Linksaußen Jeffrey Boomhouwer nur beipflichten: „Leipzig hat eine eingespielte Truppe, wir müssen viel Geduld haben.“ Die Hausherren können in Bestbesetzung antreten.

Zudem kann Torwart Milos Putera schon mal den Unterschied machen. Im Pokal war er ein guter Rückhalt – noch mehr aber vor einem Jahr, als die MT nach schwacher Vorstellung in der Arena 20:23 unterlag.

Der Leipziger Trainer

Für ein halbes Jahr hat André Haber beim SC DHfK an der Seitenlinie das Sagen. Da sich Christian Prokop im Sommer aus Leipzig verabschiedete und nur noch seinen Job als Bundestrainer ausübte, rückte der 31-Jährige auf. Im Januar übernimmt dann Michael Biegler, zurzeit noch für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zuständig, den Chefposten. Haber wird dann wieder Co-Trainer. Schon jetzt bleibt festzuhalten: Der junge Handball-Lehrer hat es gut gemacht.

Voll fokussiert: Leipzigs Trainer André Haber. Foto: Fischer

„Er besitzt sehr viel Fachwissen“, lobt Karsten Günther. Nach dem Sieg in Kassel strich der SC-Manager den Arbeiteinsatz seines jungen Mitarbeiters heraus: „Das ist ein Arbeitstier. Vor dem Pokalspiel, da kann man sicher sein, hat Andre nicht viel geschlafen.“ Wegen eines wichtigen Punktspieles drei Tage zuvor in Magdeburg hatte Haber nicht viel Zeit, sich mit seiner Mannschaft auf die Partie an der Fulda einzustimmen. Auch diesmal wird er im Vorfeld wohl kaum ein Auge zumachen können.

 

• Hinweis: Bei der Sky-Sendung „Kretzsche – der Handball-Talk“ mit Stefan Kretzschmar, die am Sonntag ab 17 Uhr live im frei empfangbaren Programm von Sky Sport News HD aus Leipzig kommt, sind MT-Coach Michael Roth, dessen Bruder Uli und DHB-Generalsekretär Mark Schober dabei.

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