Intensives Spiel gegen die Recken

25:23 in Hannover - Erster Sieg der MT Melsungen unter Trainer Parrondo

Arnar Freyr Anarsson (Mitte) und Fabian Böhm. Im Hintergrund: Kai Häfner.
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Harter Kampf an Hannovers Freiwurfzone: Melsungens Arnar Freyr Anarsson (Mitte) bekommt es mit Fabian Böhm zu tun. Im Hintergrund: MT-Kapitän Kai Häfner.

Seinen ersten Sieg nahm er fast regungslos zur Kenntnis. Roberto Garcia Parrondo, der neue Coach des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, lächelte auch erst, als ihn Manager Axel Geerken in den Arm nahm.

Hannover – Vielleicht musste er aber auch einfach erst mal die Partie sacken lassen. Bis der 25:23 (11:12)-Erfolg bei der TSV Hannover-Burgdorf perfekt war, hatte es viele Verletzungsunterbrechungen gegeben. Hannovers italienischer Torwart Domenico Ebner musste sogar auf einer Trage aus der Halle gebracht und ins Krankenhaus nach Laatzen transportiert werden.

„Ich bin sehr glücklich. Es ist sehr schwer, aus Hannover Punkte mitzunehmen“, erklärte Parrondo. Im Gegensatz zu seinem Debüt am Donnerstag gegen Magdeburg stellte der Spanier seine Startformation auf einigen Positionen um. Der zuletzt krankheitsbedingt fehlende Kai Häfner begann im rechten Rückraum. Etwas überraschend erhielt Andre Gomes den Vorzug auf Halblinks. Auf Rechtsaußen war Tobias Reichmann erste Wahl. Daraus ergab sich ein ungewohntes Bild: Julius Kühn und Timo Kastening sahen sich das Geschehen erst einmal von der Bank an.

Und sie sahen einen holprigen Start ihres Teams. Melsungen wirkte zur Mittagszeit noch nicht ganz ausgeschlafen. Die Gastgeber waren wacher. Und übernahmen nach dem 0:1 durch Elvar Örn Jonsson erst mal das Kommando.

Bei der MT taten sich anfangs in der Abwehr einige Lücken auf. Und im Angriff lief der Ball auch nicht optimal. Zudem ließen die Gäste einige Chancen liegen. Bis auf 4:7 gerieten sie in Rückstand (16.). Doch dann wurde es aus MT-Sicht besser. Insbesondere, weil Torwart Nebojsa Simic etliche Bälle parierte. Früh hatte der Montenegriner auch schon einen Siebenmeter von Johan Hansen entschärft (9.). Treffer von Arnar Freyr Arnarsson (2) und Kühn (2) brachten den Nordhessen ein 8:8 ein.

Und kurz vor dem Wechsel gingen die Melsunger durch einen von Reichmann verwandelten Strafwurf zum zweiten Mal in Führung (11:10). Vollkommen unnötig ließen sich die Gäste den knappen Vorsprung aber bis zur Pause wieder abnehmen. Zwei Sekunden vor der Halbzeitsirene traf Hannovers Fabian Böhm sogar zum 12:11.

Parrondo hatte in der Kabine einiges mit seiner Mannschaft zu besprechen. Für den ersten Melsunger Höhepunkt sorgte Simic: Mit einer Fußbewegung, die wohl in keinem Handball-Lehrbuch zu finden ist, wehrte er einen Dreher von Ilija Brozovic ab (34.). Seine Vorderleute machten sich das Leben auch nach dem Wiederanpfiff weiter selbst schwer. Parrondo ließ fast nur noch mit einem reinen Rechtshänder-Rückraum operieren – mit Kühn und Andre Gomes als Halbe.

Immerhin: Nachdem er per Siebenmeter an Urban Lesjak gescheitert war (40.), gelang Kastening kurz darauf an alter Wirkungsstätte das 17:16 nach Tempogegenstoß (42.). „Es war das Duell zweier kampfstarker Teams, die über 60 Minuten alles investiert haben“, sagte TSV-Coach Christian Prokop.

Großes Kopfzerbrechen bereitete den Nordhessen zunehmend der zukünftige MT-Profi Ivan Martinovic. Achtmal war der Kroate erfolgreich, ehe er vorübergehend verletzt aussetzen musste (47.). So war der Ausgang nach dem 21:21 von Domagoj Pavlovic weiter völlig offen (51.). Schlussmann Silvio Heinevetter hatte sich zuvor mit einer herrlichen Parade gegen Hansen gut eingefügt.

In der 54. Minute gelang es den Melsungern erstmals, sich durch Kühn und Jonsson auf zwei Treffer abzusetzen (23:21). Das war aber noch keine Vorentscheidung. In der Schlussphase gab es mehrere Behandlungspausen. Dennoch behielten die Melsunger die Übersicht. Was sich in Treffern von Kühn und Gomes und Glanztaten von Heinevetter widerspiegelte.

Bitter für die Hausherren: Nach Jonathan Edvardsson schied in der letzten Minute auch noch Ebner nach einer unglücklichen Situation aus. (Björn Mahr)

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