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Ex-Melsunger Handballer Sandor Balogh blickt vor Länderspiel in Kassel auf Team seines Heimatlandes Ungarn

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Von: Björn Mahr

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Star im ungarischen Team: Torwart Roland Mikler.
Star im ungarischen Team: Torwart Roland Mikler. © IMAGO IMAGES/Panoramic

Sandor Balogh blickt vor Länderspiel in Kassel auf Handball in seiner Heimat

Kassel – Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Sonntag ab 17.15 Uhr (Sport 1) in der Kasseler Rothenbach-Halle ein Testspiel gegen Ungarn bestreitet, dann werden die meisten Fans vor allem auf das Team des Gastgebers schauen. Doch ein Zuschauer wird sich eher über den Besuch der Magyaren freuen: Sandor Balogh. Der ehemalige Profi sowie Co-Trainer und Betreuer des Bundesligisten MT Melsungen war früher selbst ungarischer Auswahlspieler. Mittlerweile wohnt der 61-Jährige in Guxhagen-Ellenberg. Wir blicken mit dem aus Szeged stammenden Balogh auf den Handball in seinem Heimatland.

Baloghs Karriere

Insgesamt 30 Länderspiele absolvierte der Kreisläufer Anfang der 80er-Jahre für Ungarn. „Die Höhepunkte waren die Duelle gegen Jugoslawien und Rumänien. Das waren damals die Top-Nationen in Europa“, erinnert sich Balogh. Zu den Gegnern gehörte somit auch ein gewisser Alexander Fölker – der Rumäne war später sein Kollege in Melsungen.

Ungarns Erfolge

Die einzige Medaille errang die Mannschaft 1986 – mit Trainerlegende Lajos Mocsai holte sie Silber. Ansonsten reichte es oft nicht für den ganz großen Wurf. Allein viermal unterlagen die Ungarn bei Olympischen Spielen im kleinen Finale: 1976, 1980, 2004 und 2012.

Längst in Nordhessen zu Hause: die früheren ungarischen Nationalspieler Sandor Balogh (links) und Zoltan Bartalos. Archi
Längst in Nordhessen zu Hause: die früheren ungarischen Nationalspieler Sandor Balogh (links) und Zoltan Bartalos. Archi © Björn Mahr

Stars von einst

Bei den Sommerspielen in Montreal 1976 bildeten zwei Brüder das ungarische Torwartgespann: Bela und Zoltan Bartalos. Letzterer lebt seit einer halben Ewigkeit im nordhessischen Wabern-Harle. Er spielte bei Jahn Gensungen, später trainierte er diverse Klubs in dieser Region.

Es gibt etliche ungarische Spieler, die im Verlauf ihrer Karriere die Bundesliga bereicherten – allen voran Peter Kovacs (unter anderen Essen), Laszlo Marosi (Lemgo) und Mihaly Ivancsik (Günzburg). Für eine Saison trug Istvan Varga (1982/83) das Trikot von Hermannia Kassel an. In der jüngeren Vergangenheit war Laszlo Nagy die prägende Figur des Handballs in Ungarn. Der frühere Star des FC Barcelona ist heute Handball-Funktionär.

Das aktuelle Team

„Unsere Mannschaft schafft es auch immer mal, sehr gute Teams zu schlagen. Allerdings fehlt ihr die Konstanz“, betont Balogh. Nach der verkorksten Heim-EM im Januar, bei der bereits nach der Vorrunde das Aus kam, gab es einen Trainerwechsel. Der bisherige spanische Assistenzcoach Chema Rodriguez löste Istvan Gulyas ab. „In den letzten Jahren war schon die spanische Handballschule zu erkennen, die Basis sind ein starker Rückraum und eine aggressive Deckung“, betont Balogh.

In Kassel dürfen sich die Zuschauer auf erfahrene Kräfte wie Torwart Roland Mikler und die Rückraumakteure Gabor Ancsin, Patrik Ligetvari und Zsolt Balogh freuen. Da aber Dominik Mathé, Mate Lekai und Bence Banhidi zurzeit fehlen, laufen auch etliche Talente auf – wie Gergö Fazekas und der beim TVB Stuttgart spielende Egon Hanusz. (Björn Mahr)

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