Handball-Bundesliga

„Lange Haare waren nicht geplant“ - Ex-Melsunger Jan Forstbauer vom HSV Hamburg vor MT-Spiel im Interview

Mit langen Haaren und Bart: Jan Forstbauer (vorn) stieg mit dem HSV Hamburg von der dritten bis in die erste Liga auf. Links im Bild: Teamkollege Manuel Späth.
+
Mit langen Haaren und Bart: Jan Forstbauer (vorn) stieg mit dem HSV Hamburg von der dritten bis in die erste Liga auf. Links im Bild: Teamkollege Manuel Späth.

Vor der Handball-Bundesligaspiel zwischen dem HSV Hamburg und der MT Melsungen haben wir mit Hamburgs Jan Forstbauer gesprochen, der früher für die MT im Einsatz war.

Kassel – Von 2013 bis 2016 war Jan Forstbauer Handball-Profi des Bundesligisten MT Melsungen. Er gehörte zu dem MT-Team, das die Saison 2015/16 auf einem beachtlichen vierten Rang abschloss – bis heute die beste Platzierung der Nordhessen in der Bundesliga-Geschichte. Jetzt steht der Rückraumspieler wieder auf dem vierten Platz in Liga eins – allerdings mit Aufsteiger HSV Hamburg, für den er seit fünf Jahren im Einsatz ist.

Am Sonntag ab 16 Uhr (Sky) bekommt es der 29-Jährige in der Sporthalle Hamburg mit seinem Ex-Klub Melsungen zu tun. Wir haben vor diesem Duell mit Forstbauer über seine persönliche Entwicklung, den HSV und seine neue Frisur gesprochen.

Herzlich willkommen zurück in der 1. Bundesliga.

Vielen Dank. Ich nehme noch Glückwünsche entgegen.

Als Sie 2016 von der MT nach Hamburg in die dritte Liga wechselten, hätten Sie damit gerechnet, dass Sie 2021 mit Hamburg in der ersten Liga spielen?

Gerechnet wäre zu viel gesagt. Gehofft habe ich es schon. Für mich ist es eine unglaublich schöne Geschichte, mit dem HSV bis in die erste Liga aufgestiegen zu sein.

Sie haben bei Ihrem Abschied aus Melsungen gesagt, dass Sie sich besonders gern an den Sieg mit der MT in Flensburg erinnern werden. Weil Sie nicht wüssten, ob Sie in diesem Handballer-Leben noch einmal dahinkommen werden.

Die Bundesliga ist immer noch die stärkste Liga der Welt. Es ist ein Privileg, da dabei zu sein. Jetzt versuche ich einfach, jedes Spiel zu genießen.

Inwiefern war es für Sie genau der richtige Entwicklungsschritt in Ihrer Karriere?

(schmunzelt) Wenn ich jetzt zurückblicke, dann war es die absolut richtige Entscheidung. Damals war nicht ganz klar, was ich machen möchte - Stichwort: Fokussierung. In Hamburg kann ich alles ganz gut miteinander vereinbaren. Ich kann neben dem Sport noch meinen Master in Politikwissenschaften machen. Allerdings ist es dieses Jahr etwas schwieriger, weil in der 1. Bundesliga einige Spiele donnerstags sind.

Was haben Sie aus Ihrer Zeit in Melsungen mitgenommen? Den Friseur jedenfalls nicht.

(lacht) Das mit den langen Haaren war so nie geplant. Da steckt auch kein Konzept dahinter. Das hat sich während Corona so ergeben. Es scheint aber, als bräuchte ich mal wieder einen Termin beim Friseur.

Was hat Ihnen die Zeit bei der MT sportlich gebracht?

Die Erkenntnis, dass erste Liga nur mit harter Arbeit geht. Es ist keine Selbstverständlichkeit, in der ersten Liga spielen zu dürfen.

Gibt es noch Kontakte zu alten Weggefährten?

Ich freue mich immer, wenn ich Jungs von damals treffe. Getroffen habe ich in dieser Saison schon Felix Danner, Jeffrey Boomhouwer und Philipp Müller. Ab und zu schreibe ich mir mit Johannes Sellin. Am Sonntag sehe ich Marino Maric und Michael Allendorf wieder.

Ja, es geht gegen Ihren Ex-Klub. Welche Erwartungen haben Sie an das Spiel?

Wir haben einen ganz guten Lauf. Melsungen hat eine gute Mannschaft. Da gilt es, von Beginn an voll dagegenzuhalten. Wir haben ein volles Haus. Klar, dass wir ein tolles Spiel zeigen wollen. Ich bin zwar im sechsten Jahr in Hamburg, ein Spiel gegen die MT zählt aber trotzdem zu den besonderen. In meiner Karriere habe ich schon eine besondere Verbindung zu dem Verein aufgebaut.

Was macht den HSV so stark?

Das Team wurde vor der Saison gut und sinnvoll verstärkt. Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt haben wir es geschafft, uns besser zu finden. Unser Trumpf ist die mannschaftliche Geschlossenheit, in Abwehr wie Angriff.

Die Partie gegen Melsungen findet nicht in der Arena, sondern in der altehrwürdigen Sporthalle Hamburg statt. Ein Vorteil für Ihre Mannschaft?

Dort haben wir in den vergangenen Jahren gespielt. Deswegen ist es noch etwas mehr unsere Heim-Halle. Was allerdings nicht heißen soll, dass die Stimmung in der Arena in dieser Saison nicht gut war. Das war auch schön. In der Alsterdorfer Sporthalle sind die Fans aber etwas näher dran. Das puscht uns ungemein. (Björn Mahr)

Zur Person: Jan Forstbauer

Jan Forstbauer (29) trägt seit 2016 das Trikot des HSV Hamburg. Zuvor spielte der gebürtige Stuttgarter im rechten Rückraum des Bundesligisten MT Melsungen, war während seines dreijährigen Engagements aber vorübergehend mit einem Zweitspielrecht für den ThSV Eisenach ausgestattet. Er absolviert neben seinem Beruf als Profi-Handballer ein Master-Studium im Bereich Politikwissenschaften. Forstbauer ist liiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.