Besonderes Spiel für Haenen, Lemke und Schneider

MT Melsungen in Lemgo: Familientreffen im Lipperland

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Bruderduell: Melsungens Finn Lemke trifft in Lemgo auf seinen Bruder Jari (vorn).

Kassel. Wenn die Handballer der MT Melsungen am Sonntag ab 12.30 Uhr (Sky) beim TBV Lemgo ihr fünftes Saisonspiel in der Bundesliga bestreiten, kehren drei Gäste-Akteure an ihre frühere Wirkungsstätte zurück.

Rechtsaußen Arjan Haenen sowie die Rückraumrecken Finn Lemke und Timm Schneider. Wir haben mit den drei MT-Profis über ihre Zeit im Lipperland gesprochen.

Arjan Haenen: 2009 bis 2015

Die Erinnerung: Haenen wohnte nur gut fünf Minuten von der Lipperlandhalle entfernt. „Es war Pflicht, in Lemgo zu leben“, erzählt der Rechtsaußen. Vor den Trainingseinheiten und vor den Spielen traf er sich regelmäßig mit dem damaligen Kreisläufer Hendrik Pekeler zum Kaffeetrinken in der Bäckerei Meffert am Marktplatz. „Oft stießen dann einige Kollegen dazu“, so Haenen. Seine Freundin Loreen, die aus Wübbel bei Blomberg stammt, lernte er während der sechs Jahre in Lemgo kennen.

Der besondere Moment: Am 31. Mai 2015 stellten die Lemgoer durch einen 45:26-Erfolg am vorletzten Spieltag gegen den HSV Hamburg den Klassenerhalt sicher.

Die Vorfreude: Zu einigen Kollegen von einst hat Haenen noch guten Kontakt. Wie etwa Linksaußen Patrick Zieker und Kreisläufer Christian Klimek, der nach dem Weggang des Niederländers in dessen ehemalige Wohnung zog. „Es ist schön, mal wieder zurückzukommen“, betont der 30-Jährige.

Die Erwartung: Haenen rechnet mit einer Herkulesaufgabe. „Es ist ein Auswärtsspiel, und so wird es noch schwerer als gegen Kiel“, sagt der Linkshänder. Zumal der TBV zuletzt den Eulen aus Ludwigshafen 21:24 unterlag und „nun etwas gutzumachen hat“.

Finn Lemke: 2011 bis 2015

Die Erinnerung: Mit gerade einmal 19 Jahren verließ Lemke seine Heimat Bremen, wo er für die HSG Schwanewede/Neuenkirchen gespielt hatte. Er wechselte 2011 zum Partnerverein nach Lemgo. Nachdem er anfangs nur in der Reserve zum Einsatz kam, sammelte Lemke gegen Ende der Spielzeit erste Erfahrungen im Profi-Team des TBV. 2014 wurde er deutscher Nationalspieler.

Der besondere Moment: Seinen Einstand im Lemgoer Bundesliga-Dress gab der 2,10-m-Hüne am 24. April 2012 beim 30:30 bei den Rhein-Neckar Löwen. „Ich weiß noch: Ich habe zwar nur eine mimimale Rolle gespielt, ich war aber schon Tage vorher aufgeregt“, sagt der heute 25-Jährige rückblickend. Seinen ersten Treffer erzielte er eine Woche später im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar (32:24).

Die Vorfreude: Für Lemke ist es auch ein besonderes Spiel, weil sein sieben Zentimeter kleinerer Bruder Jari (20) auf der Gegenseite im Kader steht. „Wenn ich Jari besuche, gehen wir meistens etwas essen und schnacken“, berichtet der Bremer. Zur Partie am Sonntag reisen Eltern und Großeltern an. Dass es ein großes Familientreffen wird, hängt auch damit zusammen, dass Lemkes Schwiegereltern aus dem nahen Bad Salzuflen kommen. Dort wuchs seine Frau Jacqueline auf.

„Ich freue mich auf viele bekannte Gesichter, ich kenne dort ja auch jeden Betreuer und Ordner“, erklärt der Melsunger Europameister.

Die Erwartung: Beim Sparkassencup Anfang August in Melsungen gewann die MT knapp mit 35:33. „Wir haben in der Vorbereitung gesehen, dass sich Lemgo gut verstärkt hat. Das Team ist abgezockter, spielt disziplinierter und hat eine bessere Abwehr“, warnt Lemke vor dem TBV. Zumal er um die Stärke von Lemgos Neuzugang Fabian van Olphen weiß. „Er war so etwas wie mein Mentor beim SC Magdeburg.“

Timm Schneider: 2012 bis 2015

Die Erinnerung: Drei Jahre lebte Schneider in Lemgo. Da er sich gern in den eigenen vier Wänden aufhält, hatte er keinen speziellen Lieblingsplatz im Kreis Lippe. Ab und an führte er allerdings seine Frau Mona ins Lemgoer Restaurant La Valle aus.

Der besondere Moment: Einen glänzenden Auftakt erwischte der TBV in die Spielzeit 2014/15. Das Team um Schneider, Lemke und Haenen bezwang den THW Kiel 27:21. „An dem Tag hat fast alles geklappt“, erinnert sich Mittelmann Schneider.

Die Vorfreude: Auch für den Regisseur ist es keine Partie wie jede andere. „Das muss man aber für 60 Minuten ausblenden“, betont der 29-Jährige. Der ehemalige Lemgoer Physiotherapeut Marcel Pape hat schon bei ihm nachgefragt, ob Schneider und das Melsunger Team wieder in dem Hotel im Lipperland logieren werden, wo sie sich auch in der Vergangenheit auf die Duelle einstimmten.

Die Erwartung: „In Lemgo hast du die ganze Halle gegen dich, und der Gegner wird sich förmlich zerreißen“, sagt Schneider, „wir brauchen deshalb eine Top-Leistung.“

Wussten sie schon, dass...

• die Lemgoer keine Ostwestfalen sind? Die 42.000-Einwohner-Stadt liegt im Kreis Lippe - und deshalb bezeichnen sich die Lemgoer selbst als Lipper.

• in Lemgo studiert werden kann? Dort hat die Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit etwa 6600 Studenten ihren Sitz. Der Schwerpunkt liegt auf Ingenieurswissenschaften.

• sich die Menschen gern mit einer Lemgoer Strohsemmel stärken? Dieses Brötchen schmeckt besonders gut mit Mettwurst oder Marmelade.

• die bekannteste Sportmannschaft des Ortes der TBV Lemgo ist? 1997 und 2003 gewann das Team jeweils die Deutsche Meisterschaft.

• der TBV einen Weltmeister auf der Bank sitzen hat? Trainer Florian Kehrmann gewann 2007 als Aktiver mit dem deutschen Nationalteam WM-Gold. Der gebürtige Neusser spielte von 1999 bis 2014 für den TBV, ehe er im Verein ins Trainergeschäft einstieg.

• das TBV-Maskottchen eine Kuh ist? Es heißt Lippilotta und sorgt für Stimmung in der Lipperlandhalle.

• der TBV so etwas wie eine Filiale des SC Magdeburg ist? Seit dieser Saison spielen drei Ex-Magdeburger in Lemgo: Nach Tim Hornke und Christoph Theuerkauf kam in diesem Sommer Fabian van Olphen.

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