Anwurf schon um 12.30 Uhr

Familienväter sind früher fit: MT empfängt Sonntagmittag Rhein-Neckar Löwen

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Klare Ansagen vom MT-Trainer: Heiko Grimm (Mitte) erklärt Lasse Mikkelsen, Simon Birkefeldt, Marino Maric, Domagoj Pavlovic und Finn Lemke (von links) das weitere Vorgehen.

Topspiel in der Kasseler Rothenbach-halle, ausverkauftes Haus, frühe Anwurfzeit: Wenn die MT Melsungen am Sonntag die Rhein-Neckar Löwen empfängt, gibt es so einige Geschichten. 

In der vergangenen Saison war es noch normal, wenn ein Handball-Spiel in der Bundesliga am Sonntag um 12.30 Uhr angepfiffen wird. Inzwischen liegen die Termine in der Bundesliga im Regelfall so, dass die Fans etwas später in den Tag starten können. Eine Ausnahme gibt es allerdings am morgigen Sonntag: Der Schlager zwischen der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen beginnt in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle schon um 12.30 Uhr (live im HR und bei Sky).

Was den Melsungern ganz gut gefällt. „Ich bin ein Morgenmensch“, sagt Kreisläufer Marino Maric. Keine Überraschung: Er ist Vater von drei Kindern – und seine Kleinen wollen auch schon zu früher Stunde unterhalten werden.

So könnte der ungewohnte Anwurftermin den Melsungern sogar etwas in die Karten spielen. „Denn“, sagt Melsungens Kapitän Finn Lemke schmunzelnd, „wir sind ja das kinderreichste Team der Bundesliga.“ Tatsächlich ist die MT auch in diesem Bereich gut aufgestellt: Neben Maric haben auch Tobias Reichmann (2), Felix Danner (2), Lasse Mikkelsen (2), Lemke (1), Philipp und Michael Müller (je 1) sowie Michael Allendorf (1) schon Nachwuchs bekommen. Und bei Timm Schneider könnte es in Kürze so weit sein: Seine Frau Mona ist hochschwanger.

Der Sonntag wird definitiv etwas für Frühstarter. Ein schläfriger Beginn könnte die MT früh unter Druck setzen. Trainer Heiko Grimm musste in dieser Woche zwar teilweise auf Maric (Rückenprobleme) verzichten, blickt aber optimistisch auf die kommende Partie: „Wir kommen aus einer guten Phase. Mit einem Sieg könnten wir Big-points holen.“ Die Melsunger stecken weiter mitten im Kampf um den wichtigen fünften Rang, der eine Europapokal-Teilnahme bedeutet.

Der zweimalige Meister aus Mannheim hat mit dem Titelkampf in dieser Serie nichts mehr zu tun, gehört aber als Tabellendritter immer noch zum Besten, was die Klasse zu bieten hat. Die Hintermannschaft der Löwen um Gedeon Guardiola und Ilija Abutovic genügt höchsten Ansprüchen. „Wir werden nicht alles aus der Mitte machen können, wir werden auch schnell über die Außen kommen müssen“, sagt Regisseur Mikkelsen.

Für einen Überraschungseffekt könnte Domagoj Pavlovic sorgen. Mehr als fünf Monate bestritt der kroatische Rückraumstratege kein Punktspiel. Jetzt sagt Grimm: „Domba ist soweit. Er wird nicht von Anfang an spielen, aber er kann eine echte Alternative sein.“ Beispielsweise könnte er den Schweizer Roman Sidorowicz in der Aufbaureihe entlasten.

Im Hinspiel kanzelten die Löwen die MT beim 34:26 regelrecht ab. Allerdings gingen die beiden Duelle in der Vorsaison an die Nordhessen: 24:23 in Mannheim, 29:26 in Kassel. „Die Löwen kommen mit Respekt zu uns“, erklärt Lemke, „ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe.“

Als zusätzlichen Mutmacher nutzen die Melsunger die Ergebnisse aus der Fußball-Königsklasse in dieser Woche. Kreisläufer Maric, ein bekennender Fußball-Fan, sagt: „Liverpool hat gezeigt, was im Sport möglich ist.“ Umso mehr, wenn die Begeisterung von den Rängen auf das Feld hinüberschwappt. „Ich hoffe, dass unsere Fans genauso viel Bock auf dieses Spiel haben wie wir. Wir werden das Herz in beide Hände nehmen“, verspricht Lemke.

Dass die Gäste um den deutschen Top-Kreisläufer Jannik Kohlbacher schwer in die Partie finden, ist eher nicht zu erwarten. Spieler wie Superstar Andy Schmid, Steffen Fäth und Abutovic sind das frühe Aufstehen durch eigene Kinder gewohnt. Und: National-Rechtsaußen Patrick Groetzki wurde gerade erst Vater von Zwillingen.

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