Zwischen Vorfreude und leichter Skepsis

Fans der MT Melsungen verfolgten gespannt den ersten Auftritt des neuen Trainers Roberto Garcia Parrondo

Anweisungen am Spielfeldrand: Der neue MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo (rechts) im Gespräch mit Linksaußen Michael Allendorf. 
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Anweisungen am Spielfeldrand: Der neue MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo (rechts) im Gespräch mit Linksaußen Michael Allendorf. 

Es war das Thema rund um das Heimspiel der MT Melsungen gegen den SC Magdeburg: das Debüt von Roberto Garcia Parrondo.

Natürlich waren die Fans des nordhessischen Handball-Bundesligisten gespannt vor dem ersten Auftritt ihres neuen Trainers.

„Wir freuen uns darauf, ihn heute zum ersten Mal zu sehen“, sagt Sebastian Holzki. Der MT-Fan aus Kassel ist zusammen mit einem Freund in der Rothenbach-Halle. „Wir haben heute schon über ihn diskutiert. Ich kannte ihn vorher nicht. Aber wir hoffen, dass so schnell wie möglich alles reibungslos läuft“, sagt der 32-Jährige. Für ihn kam der Trainerwechsel etwas zu früh in der Saison: „Ich glaube, dass kann zu noch mehr Verunsicherung führen.“

Klare Erwartungen an den neuen Trainer hat Karl-Wilhelm Wenderoth aus Malsfeld: „Ich denke, er muss das Team erst einmal zu einer Einheit formen. Die Spieler müssen als Mannschaft auftreten und nicht nur wie zuletzt als Einzelkämpfer“, sagt er und fügt hinzu: „Bisher kannte ich ihn nur von der ägyptischen Nationalmannschaft.“

Die Erwartungshaltung von Alexander Mix, dem zweiten Vorsitzenden des Fanklubs MT-Supporters Kassel, sei erst einmal gedämpft: „Beim letzten Mal kam mit Gudmundur Gudmundsson auch ein großer Name, es gab hohe Erwartungen. Ich kenne aber keinen Fan, der mit seiner Arbeit zufrieden war.“ Mit Parrondo müsse langfristig etwas aufgebaut werden. „Allerdings könnte die sprachliche Barriere ein Hindernis sein. Englisch ist ja von keinem die Muttersprache. Ich hoffe aber, dass es dennoch klappt“, sagt Mix. „Er hat einen großen Namen, große Erfolge gefeiert. Aber es ist noch einmal etwas anderes, in der Bundesliga zu arbeiten.“

Parrondo selbst zeigt sich vor der Partie volksnah, macht sogar Selfies mit MT-Fans. Direkt nach dem Anpfiff bekreuzigt er sich. Während des Spiels bleibt Parrondo an der Seitenlinie auch in den emotionalsten Phasen cool. Beim 4:8 nimmt er nach zehn Minuten seine erste Auszeit. Mithilfe der Taktiktafel muss er früh nachjustieren. Das hat erst einmal Erfolg, die MT verkürzt auf 7:8 und ist wieder im Spiel.

Stehend, mit verschränkten Armen – so verfolgt er meist die Angriffe seines Teams. Wenn die Melsunger in der Abwehr gefordert sind, geht er mit, ist fast auf Höhe der 6:0-Deckung. Auch nach Torerfolgen seines Teams bleibt der 41-Jährige meist ruhig, weist seine Akteure darauf hin, dass sie sich schnell wieder auf die Abwehr konzentrieren sollen. Bei besonders gelungenen Aktionen geht auch schon mal der Daumen nach oben. Immer mal wieder sucht er ein kurzes Gespräch mit seinen Spielern, gibt Anweisungen.

Am Ende reicht es dann nur knapp nicht zur Krönung: Auf seinen ersten Sieg als Trainer in der Bundesliga muss Parrondo noch warten. (Manuel Kopp)

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