Auf dem Feld ist er kein Lämmchen

Die Neuen bei der MT (3): Timm Schneider soll die Abwehr verstärken

Timm Schneider allein zu Haus: Der MT-Neuzugang wartet noch auf Ehefrau Mona, Hund Tara und die Möbel. Foto:  Lipke

Als die MT Melsungen auf ihrer Facebook-Seite verkündete, dass Timm Schneider das Team des Handball-Bundesligisten in der nächsten Saison verstärken werde, lautete ein erster Kommentar etwa so: „Oha! Müller, Schneider, Müller in Abwehr - da gibt’s was auf die Mütze.“

Der Autor erhielt jede Menge Gefällt-mir-Klicks. Der Neuzugang aus Lemgo muss darüber schmunzeln. „Ich bin halt kein liebes Lämmchen“, sagt Schneider augenzwinkernd.

Vor Kurzem hat er sein neues Domizil in Kassel bezogen. Wobei die Wohnung im Ortsteil Bad Wilhelmshöhe einen Hauch von Gemütlichkeit vertragen könnte. Ein Bett, zwei Stühle und eine Reihe Sportschuhe - mehr ist auf den 130 Quadratmetern nicht zu finden. Die Möbel werden erst am 4. August aus Lemgo geliefert, erklärt Schneider und hebt entschuldigend seine Hand, die von der Hausarbeit noch etwas feucht ist. „Ich habe Wäsche gemacht“, sagt der 27-Jährige. In der Badewanne. Mit Rei in der Tube. Die Waschmaschine steht ebenfalls noch in Lemgo.

Fernab des Spielfeldes wirkt der gelernte Tischler komplett entspannt. Er gehöre zu den ruhigeren Menschen. „Aber ich schwätze auch gern mal dummes Zeug“, sagt der Handballer über sich. Wer den bulligen Typen sieht, kann sich trotzdem gut vorstellen, dass es angenehmere Gegenspieler gibt als ihn. 1,96 Meter groß, breites Kreuz - eine echte Kante eben. „In der Deckung teile ich schon ganz gern aus“, sagt Schneider. Aber er wolle natürlich keinem etwas Böses.

Nach Wetzlar, Hüttenberg und Lemgo ist Melsungen die vierte Bundesliga-Station des gebürtigen Gießeners. Bei der HSG Pohlheim hat er das Handballspielen gelernt. Dieser Sport habe schon immer sein Leben bestimmt, die Bundesliga sei von jeher sein Traum gewesen. Was nicht verwundert, wenn die gesamte Familie aus Handballern besteht. Schneider sagt: „Für mich ist es wichtig, dass ich selbst die Entscheidungen treffe. Ich probiere, meinen Weg zu gehen.“

Der hat ihn nun nach Nordhessen geführt. Allerdings mit einem verzögerten Einstieg, weil die ersten Einheiten auf den Termin seiner kirchlichen Hochzeit fielen. Trainer Michael Roth, der Schneider aus Wetzlarer Zeiten kannte, gab dem Neuen kurzerhand das erste Wochenende frei. Schneiders Ehefrau Mona siedelt samt Ridgeback Tara in den nächsten Tagen nach Kassel um. Dann fehlen der Familie nur noch die Möbel. Auf die Spaziergänge im Bergpark freut sich der Handballer jetzt schon. Er komme vom Dorf, sagt Schneider: „Ich brauche Platz und viel Grün.“

Zunächst stehen aber Handball und der Sparkassencup im Blickpunkt. Und da trifft der MT-Neuzugang am Freitag gleich mal auf die alten Kollegen aus Lemgo. „Unsere Gruppe hat es in sich“, sagt der Mann, der in Melsungen neben seinen Deckungsaufgaben auch die zentrale Rückraum-Position übernehmen soll. Lang andauerndes Aufbauspiel ist aber nicht seine Sache. Hinten gut stehen. Ball erobern. Leichte Tore machen - so lautet seine Philosophie. „Ich spiele gern Abwehr“, sagt Schneider. Da muss er ja dann auch kein Lämmchen sein.

Sparkassen-Cup: MT heute mit voller Kapelle gegen Essen 

Melsungen. Die Handballer der MT Melsungen sind gerüstet für ihren Start in den heimischen Sparkassen-Cup. Vor dem heutigen Auftakt gegen Zweitligist Tusem Essen um 20 Uhr in der Kreissporthalle Gensungen hat Trainer Michael Roth bis auf Patrik Fahlgren alle Mann an Bord.

„Ich hoffe, dass wir die Spielanteile gut auf alle Spieler verteilen können“, sagt der Coach, „denn in dieser Woche haben wir mit Training plus Spielen täglich noch eine hohe physische Belastung.“ Erst in der nächsten Woche werde der Trainingsumfang ein wenig reduziert. Michael Roth: „Die Jungs knien sich rein und wollen das auch im Spiel zeigen.“

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