Lange Tradition

„Für Standort Hamburg ist es schade“ - Final Four des deutschen Handball-Pokals zieht 2023 nach Köln um

Stimmungsvoll: In der Arena in Hamburg gab seit 2003 viele großartige Final-Four-Handballfeste.
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Stimmungsvoll: In der Arena in Hamburg gab seit 2003 viele großartige Final-Four-Handballfeste.

Ab 2023 findet das Final Four im deutschen Handball-Pokal nicht mehr in Hamburg, sondern in Köln statt.

Kassel - Wenn einer weiß, wie sich ein Gewinner bei einem Final Four fühlt, dann ist es Tobias Reichmann. Der Rechtsaußen gewann vor seiner Zeit beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen zweimal den deutschen Pokal beim Finalturnier in Hamburg und triumphierte sogar dreimal bei der Abschlussveranstaltung der Champions League in Köln. Dass die zuständige Handball-Bundesliga (HBL) nun beschlossen hat, das Final Four im DHB-Pokal ab dem Jahr 2023 nicht mehr in der Hamburger Barclaycard-Arena, sondern in der Lanxess-Arena in Köln auszutragen, löst bei Reichmann gemischte Gefühle aus.

Melsunger Handballer: Tobias Reichmann.

„Für den Standort Hamburg ist es sicher schade. Ich denke aber, dass man in Köln ein Pokal-Wochenende mit fast 20 000 Fans hinbekommen kann“, erklärt der 33-Jährige, der seine größten Vereinserfolge mit dem THW Kiel und dem polnischen Top-Klub Kielce gefeiert hat. Hamburgs Arena hat mit 13 200 Zuschauern eine geringere Kapazität als die Halle am Willy-Brandt-Platz in Köln.

Allerdings gilt das Vierer-Turnier in Hamburg als die Mutter aller Final Fours. Nach einer Premiere in Frankfurt im Jahr 1993 wurde der Pokalgewinner seit 1994 immer an der Elbe gekürt – damals allerdings noch in der altehrwürdigen Alsterdorfer Sporthalle mit einem Fassungsvermögen von 4500 Plätzen. „Schon damals hatte die Veranstaltung Event-Charakter. Sie wurde sehr schnell gut von den Fans angenommen“, erinnert sich Bernd Kaiser aus dem nordhessischen Lohfelden-Vollmarshausen. Der auch als langjähriger Pressesprecher der MT Melsungen bekannte Kaiser war seit 1996 22-mal als Hallensprecher beim Final Four in Hamburg im Einsatz. Er hat dort elf Titelgewinne des Rekordpokalsiegers THW Kiel als Moderator begleitet. Nur als die MT selbst qualifiziert war, wurde er aus nachvollziehbaren Gründen nicht für das Großereignis gebucht.

„Es ist eigentlich logisch, dass man jetzt den nächsten Schritt geht“, betont Kaiser. Er vergleicht den Umzug mit dem Wechsel von der Alsterdorfer Sporthalle in das Schmuckkästchen am Volkspark, das früher als Color-Line-Arena und O2 World Hamburg bekannt wurde. In diesem Herbst wurde aus der Barclaycard- die Barclays-Arena. Zum letzten Mal Gastgeber des Rewe Final Four wird die Spielstätte am 23. und 24. April 2022 sein. Heute und morgen werden die Begegnungen der zweiten Pokalrunde ausgetragen.

Erfahrener Hallensprecher: Bernd Kaiser.

Die Premiere in Köln steht bereits fest. Am 1. und 2. April 2023 treffen die vier besten Pokal-Teams erstmals in Köln aufeinander. Der Vertrag, den die HBL geschlossen hat, gilt für fünf Jahre. „Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit unseren einzigartigen Fans, Sponsoren und Medienpartnern am zukünftigen Standort Köln ein weiteres erfolgreiches Kapitel in der Geschichte des Final-Four-Turniers um den DHB-Pokal schreiben werden“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche.

Auch wenn die Kölner Arena keinen Bundesligisten mehr beheimatet, so hat die Halle unabhängig von der Champions League unter Handball-Fans einen exzellenten Ruf. Deutschland wurde 2007 mit dem damaligen Bundestrainer Heiner Brand dort Weltmeister. Und speziell die deutschen Auftritte gehörten zu den Höhepunkten der Heim-WM 2019. (Björn Mahr)

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