Trio verzichtet auf WM

Auch Lemke, Pekeler und Weinhold sagen Handball-Bundestrainer Alfred Gislason ab

Der Melsunger Finn Lemke (Mitte) wird in dieser Szene vom Balinger James Scott gestoppt, Corona hält ihn nun von der WM ab.
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Bild mit Symbolcharakter: Der Melsunger Finn Lemke (Mitte) wird in dieser Szene vom Balinger James Scott gestoppt, Corona hält ihn nun von der WM ab.

Die nächsten Absagen: Melsungens Finn Lemke sowie die Kieler Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold verzichten ebenfalls auf die Handball-WM im Januar in Ägypten.

Kassel – Zu Beginn dieser Woche hatte Handball-Bundestrainer Alfred Gislason im Interview dieser Zeitung noch seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass keine weiteren Spieler mehr auf die WM im Januar verzichten würden. Nun erhielt der Isländer noch deutlich vor dem Stichtag 21. Dezember die nächsten Absagen – und es sind drei prominente Spieler, die Gislason bei der Weltmeisterschaft in Ägypten nicht zur Verfügung stehen werden: Der Melsunger Finn Lemke sowie die beiden Kieler Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold wurden 2016 nicht nur mit der DHB-Auswahl Europameister, sondern sind auch wichtige Stützen im Konzept des neuen deutschen Cheftrainers.

„Ich habe lange mit mir gerungen, aber mit Blick auf meine Familie habe ich mich in der aktuellen Situation schweren Herzens gegen eine mögliche WM-Teilnahme entschieden“, sagte der 28 Jahre alte Abwehrstratege Lemke. Der MT-Profi war nach langer Pause erst Anfang November wieder in die Nationalmannschaft zurückgekehrt. Danach fiel er wegen einer Corona-Erkrankung aus.

Da vor Lemke und Pekeler auch schon Patrick Wiencek seinen Verzicht erklärt hat, muss sich Gislason nun im Abwehrzentrum besonders viele Gedanken machen. Das Trio organisierte in den vergangenen Jahren die Deckungsarbeit. „Sportlich schmerzen uns natürlich die weiteren Absagen von Finn Lemke, Steffen Weinhold und Hendrik Pekeler. Alle haben mir im persönlichen Gespräch ihre Beweggründe erklärt. Dafür habe ich Verständnis, allerdings ergibt sich daraus auch ein klares Bild für unsere weitere Arbeit“, sagt Gislason.

Eine besondere Situation zeichnet sich jetzt auch im rechten Rückraum ab, wo nach den Absagen von Weinhold und Fabian Wiede (Pause nach Schulter-Operationen) mit dem Melsunger Kai Häfner nur ein gestandener Nationalspieler übriggeblieben ist. Ansonsten hat Gislason noch David Schmidt vom Bergischen HC und Antonio Metzner vom HC Erlangen im vorläufigen 35-köpfigen Aufgebot. Schmidt sammelte zumindest bei der EM in diesem Januar in Häfners Schatten etwas Erfahrung auf der großen Bühne.

Mit fünf Spielern stellt Bundesligist MT Melsungen immer noch das Gros des Kaders. Trotz der Absage Lemkes kann der Bundestrainer noch mit fünf MT-Profis planen: Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Timo Kastening, Tobias Reichmann sowie eben Häfner.

Melsungens Manager Axel Geerken weiß um die Strahlkraft der Nationalmannschaft. Er mutmaßt aber auch: „Angesichts des ab Mittwoch geltenden deutschlandweiten Lockdowns und der WM-Absagen einiger Spieler ist damit zu rechnen, dass jetzt weitere Spieler ihre ursprünglich signalisierte Bereitschaft noch einmal überdenken.” Die MT rät ihren Spielern von einer Reise ab. (Björn Mahr)

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