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Die unterschiedlichen Nachbarn: Florian Drosten und Aidenas Malasinskas von der MT Melsungen im Interview

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Von: Maximilian Bülau, Björn Mahr

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Ganz neu und ganz erfahren: Florian Drosten (links) ist der Jüngste im Kader der MT Melsungen, Aidenas Malasinskas der Älteste.
Erfahren: Aidenas Malasinskas. © Andreas Fischer

Florian Drosten ist der Jüngste, Malasinskas der Älteste beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Wir haben mit den beiden Nachbarn gesprochen.

Kassel – Während wir mit Aidenas Malasinskas, einem der zwei neuen Spielmacher des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, sprechen, kommt Torhüter Nebojsa Simic vorbei. Auf Englisch sagt er: „Andy Schmid ist weg, der Nächste kommt.“ Was er meint: Andy Schmid, lange Zeit einer der besten Mittelmänner der Bundesliga, der zuletzt für den ersten MT-Gegner Rhein-Neckar Löwen spielte, hat seine Karriere beendet. Malasinskas dagegen spielt mit 36 Jahren das erste Mal in der Bundesliga. Über den Vergleich kann der Litauer nur schmunzeln. Tatsächlich ist er der Älteste im Kader der Melsunger. Als er 18 Jahre alt war, kam Florian Drosten auf die Welt, der der Jüngste bei der MT ist. Wir haben mit beiden gesprochen – und dabei auch erfahren, dass Malasinskas und Drosten Nachbarn sind.

Herr Malasinskas, Herr Drosten, Sie sind der Älteste und der Jüngste im Team. Fühlen Sie sich auch dementsprechend?

Malasinskas: Nein, ich fühle mich nicht alt (lacht). Die Vorbereitung war hart für uns alle. Aber klar, die Jungen stecken das besser weg.

Drosten: Im Training sind bei uns ja oft einige junge Spieler dabei. Da fällt das nicht so auf. Aber im Spiel merke ich es natürlich schon.

Wie hat die Eingewöhnung bislang geklappt?

Drosten: Jeder gibt alles. Es ist sehr intensiv. Aber das brauchen wir auch, wenn wir eine erfolgreiche Saison spielen wollen. Ich konnte schon sehr viel mitnehmen, fühle mich gut vorbereitet.

Malasinskas: Ich lerne derzeit viel vom Trainer. Ich muss das als Erster, ich bin Spielmacher. Ich muss verstehen, was der Coach will, ich gebe die Anweisungen während eines Spiels weiter. Ich bin sozusagen erster Ansprechpartner für Roberto Garcia Parrondo. Also zumindest, was die Offensive angeht. Wenn wir, also die Spielmacher, verstehen, was er will, dann wird es für das ganze Team einfacher. Von daher bin ich noch mitten in der Eingewöhnungsphase. Aber das Team macht Spaß.

Ganz neu und ganz erfahren: Florian Drosten (links) ist der Jüngste im Kader der MT Melsungen, Aidenas Malasinskas der Älteste.
Talent: Florian Drosten. © Andreas Fischer

Hier der Jüngste, da der Älteste: Gibt es Dinge, die sie gegenseitig voneinander lernen können?

Drosten: Aidenas wohnt neben mir. Wir bilden häufig eine Fahrgemeinschaft. Dabei reden wir viel. Klar, ich kann von ihm einige Tricks und Kniffe mitnehmen.

Malasinskas: Junge Spieler sind am Anfang zunächst häufig schüchtern. Ich versuche, gar nicht so viel auf dem Spielfeld zu erklären, sondern mehr in der Unterhaltung. Ich bin auf jeden Fall froh, wenn ich etwas weitergeben kann.

Wie sieht es mit Ämtern in der Mannschaft aus? Haben Sie schon eins?

Drosten: Ich muss ab und zu den Dreck wegmachen, die Bälle wegräumen. Das ist normal und völlig okay. Ein Amt habe ich noch nicht. Aber ich bin eben auch noch jung und neu dabei.

Malasinskas: Ich habe kein Amt. Ich bin zu alt für Jobs (lacht).

Aber Sie haben doch gesagt, Sie fühlen sich noch gar nicht alt ...

Malasinskas: Das stimmt (lacht). Aber ich habe in meiner Karriere schon eine Menge Jobs in Teams gehabt. Das reicht mir.

Blicken wir noch einmal voraus: Was rechnen Sie sich für den Bundesliga-Auftakt am kommenden Samstag bei den Rhein-Neckar Löwen aus?

Malasinskas: Die Bundesliga wird immer enger, was das Niveau angeht. Es ist schwer einzuschätzen, wie es für uns laufen könnte. Wie es für uns laufen wird. Wir können uns nur so gut wie möglich vorbereiten. Das haben wir in den vergangenen Wochen getan.

Drosten: Für mich geht es ja erst einmal ums Ankommen. Das Tempo ist im Vergleich zum Jugendhandball höher. Es ist taktischer. Der Trainer legt sehr viel Wert auf Taktik. Wenn wir das umsetzen, haben wir Erfolg. (Maximilian Bülau und Björn Mahr)

Zu den Personen: Aidenas Malasinskas und Florian Drosten

Aidenas Malasinskas (36) stammt aus Utena in Litauen, wurde 1986 in der damaligen Sowjetunion geboren. Der Mittelmann ist 1,89 Meter groß, Rechtshänder und hat bei der MT die Rückennummer „7“. Zuletzt war er für Ademar Leon in Spanien aktiv, zuvor spielte er sieben Jahre in der Ukraine für Motor Saporischschja. Malasinskas bestritt 95 Länderspiele für Litauen (441 Tore).

Florian Drosten (18) stammt aus Wermelskirchen in Nordrhein-Westfalen. Der Linksaußen ist bei Freundin Marle in festen Händen.

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