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Florian Kehrmann soll Melsungens Gegner Lemgo aus dem Keller führen

Engagiert an der Seitenlinie: Lemgos Trainer Florian Kehrmann macht seinen Jungs Dampf. Foto:  dpa

Kassel/Lemgo. Spektakulärer hätte seine Premiere als Cheftrainer in der Handball-Bundesliga kaum sein können. Vor zehn Tagen war das, als Florian Kehrmann mit dem TBV Lemgo einen 32:28-Coup in Hamburg landete.

„Hätte schlechter laufen können“, sagt der 37-Jährige trocken. Am heutigen Freitag empfängt der Weltmeister von 2007 die MT Melsungen in der Lipperlandhalle (17.15 Uhr).

So nüchtern er seinen Einstand kommentiert, so nervös war er. „Ein Sprung ins kalte Wasser“, beschreibt Kehrmann seine Gefühlswelt. Er sei aufgeregt gewesen wie vor seiner ersten Bundesligapartie als Spieler. Nach sieben Pleiten in Folge und dem Absturz in der Tabelle hatte der Verein reagiert und Trainer Niels Pfannenschmidt beurlaubt. Dessen bisheriger Assistent übernahm und soll nun den Traditionsklub aus Ostwestfalen vor dem ersten Abstieg nach 32 Jahren bewahren. Für Kehrmann eine Ehrensache: „Der Verein liegt mir am Herzen. Wir dürfen das hier nicht kaputt gehen lassen.“

15 Jahre lang war der gelernte Bankkaufmann für den TBV als Rechtsaußen aktiv und feierte mit dem Klub zahlreiche Erfolge, darunter die Deutsche Meisterschaft und den Titel im EHF-Pokal. Im vergangenen Mai beendete er seine aktive Karriere – es gab eine Abschiedsgala mit allem Drum und Dran.

Wir übertragen die Partie live und in voller Länge im Radio.

Dem Verein blieb er als Trainer der zweiten und eben als Assistent der ersten Mannschaft erhalten. Trotzdem hat sich Kehrmann die Entscheidung, als Chef einzuspringen, nicht leicht gemacht. „Ich hatte mir diesen Schritt ganz genau überlegt. Und jetzt bin ich froh, ihn gemacht zu haben“, sagt er. Auch wenn das bedeutet, dass er während der Feiertage nicht viel Zeit für die Familie hat. Natürlich würde er lieber mit seinen beiden Kindern, sechs und sieben Jahre alt, und seiner Frau Diana unterm Weihnachtsbaum sitzen. „Aber der TBV steht bei mir zurzeit voll im Fokus. Da stecke ich meine komplette Energie rein“, sagt Kehrmann.

Dabei blickt der neue Cheftrainer, der parallel noch die A-Lizenz erwirbt, nicht auf die Vergangenheit. Was war – damit beschäftige er sich nicht. Und er wolle auch nicht alles umwerfen, was sein Vorgänger mit der Mannschaft in eineinhalb Jahren entwickelt habe. Ihm geht es zuallererst um die Einstellung. Kehrmann sagt: „Ich will den Jungs verdeutlichen, wonach ich als Spieler selbst immer gelebt habe: immer gewinnen wollen.“ Vieles käme dann von allein. Denn dass in der Mannschaft Potenzial steckt, habe sie in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt.

Eine erste Bilanz will Kehrmann nach dem Spiel gegen die MT ziehen. „Melsungen ist Favorit. Aber mal gucken, was geht“, sagt er mit Blick auf die Partie am zweiten Weihnachtsfeiertag. Familie Kehrmann verbringt dann den Nachmittag eben in der Lipperlandhalle.

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