Melsunger Handball-Talent will Erstliga-Durchbruch schaffen

Jan Forstbauer fit für die MT

Viel explosiver: Jan Forstbauer, hier im Eisenacher Trikot im Spiel gegen Empor Rostock. Foto: nh

Melsungen. Der Juni ist der Monat im Jahr, wo Handball-Profis ihre Familien deutlich häufiger sehen als ihren Nebenmann in der Bundesliga-Mannschaft.

Ab und zu ein Ausdauerlauf, gelegentlich eine kleine Einheit im Kraftraum – das ist es eigentlich auch schon, was die Spieler in der Zeit zwischen Saisonende und -vorbereitung in ihre Urlaubspläne integrieren müssen. Linkshänder Jan Forstbauer von der MT Melsungen hatte sich im Sommer 2014 für ein anderes Programm entschieden – und erreichte in der folgenden, nun abgelaufenen Serie die nächste Entwicklungsstufe. Die Geschichte eines 23 Jahre alten Rückraum-Talents, das einige Entbehrungen in Kauf nimmt, um den Traum des Erstliga-Handballers zu leben.

SEINE ROLLE BISLANG

Seit 2013 gehört Forstbauer dem Kader von MT-Trainer Michael Roth an. Gespielt hat er in dieser Zeit für die Nordhessen allerdings so selten, dass die Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle die meisten Ordnungskräfte wesentlich häufiger in Aktion gesehen haben dürften als ihn. Spielpraxis bekam der Schwabe erst in Leutershausen, dann in Eisenach. Für die beiden Zweitliga-Teams war er jeweils mit einem Zweitspielrecht ausgestattet worden. Nur wenn Roth Bedarf hatte, berief er Forstbauer für diverse Aufgaben ins Aufgebot. So wurde der gebürtige Stuttgarter, mehr als 50-mal für die Junioren-Nationalmannschaft aufgelaufen, sogar für Europapokal-Aufgaben nominiert.

SEIN EHRGEIZ

Schon als Forstbauer noch in Leutershausen tätig war, nahm er bisweilen einige Strapazen auf sich: morgens Training in Melsungen, abends Übungseinheit in Leutershausen, Einsatz hier, Einsatz da. Im Juni 2014 verzichtete er auf Urlaub. Auf Sonnetanken. Auf Entspannen am Pool. Stattdessen reiste er nach Phoenix in den USA zu Fitness-Guru Mark Verstegen, einst Mitarbeiter des früheren Bundestrainers Jürgen Klinsmann in der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, und trainierte mehrere Wochen lang unter professioneller Anleitung. Zwar beteiligten sich auch MT und Eisenach an den Kosten, den größten Anteil trug er jedoch selbst. Das erfreuliche Ergebnis: Er legte fünf Kilogramm an Muskelmasse zu. „Die Versorgung war perfekt“, erinnert sich Forstbauer an ein ausgeklügeltes Trainings- und Ernährungsprogramm, „ich war danach in einem so guten körperlichen Zustand, dass ich wenig Probleme in den Trainingslagern mit Melsungen und Eisenach hatte.“

SEINE AUSSICHTEN

Mehr Power, mehr Explosivität – er war eine Bereicherung für die Thüringer und ein wichtiger Baustein auf deren Weg zum Erstliga-Aufstieg. Nun gehört er wieder ganz allein der MT. Nun möchte er mehr in Erscheinung treten als Ordner und Sicherheitskräfte. Nun will er den Erstliga-Durchbruch schaffen.

„Die Zeit in Eisenach hat ihm gutgetan“, lobt Melsungens Manager Axel Geerken die Entwicklung des 23-Jährigen, „er wird punktuell Chancen bekommen.“ Michael Müller sei im rechten Rückraum gesetzt, dahinter könne Forstbauer angreifen. So muss der Ex-Leutershäuser mit Malte Schröder wohl um die Rolle als Nummer zwei buhlen. „Ich werde mein Bestes geben, so viele Spielanteile wie möglich zu erhalten“, verspricht der 1,90 m große Akteur. Anders als vor zwölf Monaten macht er jetzt eine Mittelmeer-Kreuzfahrt. Die Fitnessmöglichkeiten an Bord will er nutzen, klar. Und plant bei Landgängen auf Mallorca oder Ibiza einen Strandlauf fest ein.

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