„Ich hoffe, dass alle Teams kommen“

Fragen und Antworten zum Stand der Vorbereitungen auf die Handball-WM

Die deutschen Nationalspieler (im Bild Timo Kastening vor dem Mannschaftsbus) werden bei der Handball-WM in Ägypten in einer Blase leben.
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Mit Maske zum Länderspiel: Die deutschen Nationalspieler (im Bild Timo Kastening vor dem Mannschaftsbus) werden bei der WM in Ägypten in einer Blase leben.

Genau 40 Tage noch – dann blickt die Handball-Welt nach Ägypten. Denn dort wird vom 13. bis 30. Januar die Männer-WM ausgetragen. Fragen und Antworten zum Stand der Vorbereitungen.

Kassel - Genau 40 Tage noch – dann blickt die Handball-Welt nach Ägypten. Denn dort wird vom 13. bis 30. Januar die Männer-WM ausgetragen. Fragen und Antworten zum Stand der Vorbereitungen.

Gibt es Überlegungen, die Weltmeisterschaft noch zu verlegen?

Nein. Eine Verschiebung ist trotz der Corona-Pandemie kein Thema mehr. Während einer virtuellen Pressekonferenz des Weltverbandes IHF gestern in Zürich machte Präsident Hassan Moustafa (76) klar: „Es gibt keine Zweifel daran, die Weltmeisterschaft zu organisieren.“ Er hoffe, dass alle Teams nach Ägypten kommen werden. Zuletzt gab es insbesondere aus der Bundesliga kritische Stimmen. Vereinsbosse wie Erlangens Carsten Bissel und Wetzlars Björn Seipp haben sich gegen eine WM im Januar ausgesprochen. Andreas Michelmann, der Präsident des Deutschen Handballbundes, hatte in dieser Woche allerdings in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung klargestellt: „Diskutiert haben wir genug. Jetzt spielen wir und gucken, wie weit wir kommen.“

Präsident des Handball-Weltverbandes IHF: Hassan Moustafa.

Mit welchen Gefühlen blicken die deutschen Spieler auf die WM?

„Ich würde mich freuen, wenn ich im Kader sein sollte“, sagt Timo Kastening, Deutschlands Handballer des Jahres 2019. „Es wäre ja die erste WM in meiner Karriere.“ Auch Kastenings Melsunger Vereinskollege Julius Kühn, der wegen eines Kreuzbandrisses die Heim-Weltmeisterschaft 2019 verpasst hatte, ist zuversichtlich: „Wir wissen jetzt, wie die Hygienestandards aussehen werden. Und das hört sich gar nicht schlecht an, die IHF hat da einiges investiert.“

Aus einem Kader von 35 Handballern muss Bundestrainer Alfred Gislason die 20 Spieler nominieren, mit denen er nach Ägypten reist. Für das erste Spiel am 15. Januar in Madinat as-Sadis min Uktubar, 30 Kilometer von Kairo entfernt, gegen Uruquay muss der Isländer dann 16 Akteure berufen. Vor jedem WM-Spiel sind personelle Wechsel möglich.

Wie sieht das Hygienekonzept für die WM aus?

Das Stichwort heißt: Blase. Spieler, Teamverantwortliche, Schiedsrichter und auch Journalisten dürfen ihre Hotels nicht verlassen – es sei denn: Es geht im Bus zur Halle. Nach den Vorstellungen der Internationalen Handball-Föderation sollen die 32 Teilnehmer nicht erst kurz vor WM-Beginn anreisen, sondern schon deutlich früher. Was für das deutsche Mannschaft schon wegen der EM-Qualifikationsspiele Anfang Januar gegen Österreich schwierig ist. Zudem sind viele Bundesliga-Profis noch kurz vor dem Jahreswechsel im Einsatz – die Kieler nehmen zudem am Final Four der Champions League in Köln (28./29. Dezember) teil.

Werden die Turnierspiele vor leeren Zuschauerrängen stattfinden?

Voraussichtlich nicht. Moustafa betonte, dass für jede Halle eine Auslastung von 30 Prozent angepeilt wird. In die Arena in Kairo passen zum Beispiel normalerweise 16 200 Zuschauer hinein – sollte sich die Hoffnung des 76-Jährigen erfüllen, wären immerhin 5000 Fans dabei. Genaue Zahlen wird Moustafa erst nach einem weiteren Treffen mit Ägyptens Premierminister Mostafa Madbuli nennen können. (Björn Mahr)

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