1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Finn Lemke über deutsches Abschneiden bei Handball-EM: „Für die Besetzung ein Erfolg“

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Eine EM-Entdeckung: Julian Köster.
Eine EM-Entdeckung: Julian Köster. © Marijan Murat/dpa

Für die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist die EM seit Dienstag vorbei. Wer hat sich in den Fokus gespielt, wer überrascht? Darüber sprachen wir mit Finn Lemke, Spieler der MT Melsungen.

Kassel – Die Handball-Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei dauert noch bis zum Sonntag, für die deutsche Nationalmannschaft ist sie aber vorbei. Gestern, einen Tag nach dem einzigen Hauptrundensieg gegen Russland, ging es per Chartermaschine zurück nach Deutschland. Der passende Zeitpunkt, um noch einmal etwas genauer auf das von Coronafällen gebeutelte DHB-Team zu schauen. Vor der Abreise wurde auch noch Lukas Stutzke positiv getestet.

Torwart Johannes Bitter schloss bereits eine neuerliche Rückkehr ins deutsche Team aus. Wer die Hoffnungsträger für die Zukunft sind, sagt unser EM-Experte Finn Lemke, verletzter Nationalspieler der MT Melsungen.

Finn Lemke über...

... das deutsche Abschneiden

„Erst einmal muss man sich eine grundlegende Frage stellen: Wie ist das Turnier bei diesen Coronaproblemen überhaupt zu bewerten? Eine Beurteilung ist schwierig. Als unser Team in die ersten beiden Spiele ging, waren die Erwartungen eher gering. Dann stieg die Euphorie mit den Ergebnissen. Für die Besetzung, die sie dann aber noch zur Verfügung hatte, war es ein Erfolg. Man muss auch die Bedingungen betrachten. Es gab kein reguläres Training mehr. Wer mal ein solches Turnier gespielt hat, der weiß, wie wichtig eine Übungseinheit ist. Den Ausfall kannst du mit Videostudium nicht auffangen. Ich hätte das Team gern gesehen, wie sie mit der Erstbesetzung durch die EM gekommen wäre.“

Ein nachnominierter Oldie: Torwart Johannes Bitter.
Ein nachnominierter Oldie: Torwart Johannes Bitter. © Marijan Murat/dpa

... die deutschen Leistungen

„Individuell waren viele Spieler sehr gut – ich denke da an Auftritte meiner MT-Kollegen Julius Kühn und Kai Häfner, aber auch an Einsätze der Talente Till Klimpke, Lukas Mertens, Lukas Zerbe und Julian Köster. Mit der Flut von Ausfällen geriet unser Spiel immer mehr ins Stocken. Es war für Regisseur Philipp Weber schwer, noch die Fäden zu ziehen. Zudem wurde deutlich: Unsere kurzen Schwächephasen haben die Top-Teams gnadenlos bestraft.“

Finn Lemke, Spieler der MT Melsungen.
Finn Lemke, Spieler der MT Melsungen. © Andreas Fischer

... die deutschen Überraschungen

„Da kommst du an Julian Köster nicht vorbei. Er ist mit der erwarteten Unbekümmertheit an die Aufgaben herangegangen, was in der Praxis aber gar nicht so leicht ist. Egal ob Abwehr oder Angriff, er hat in beiden Bereichen seinen Mann gestanden. Es war auffällig, wie selbstbewusst er in die Räume gegangen ist. Eine Entdeckung dieses EM-Turniers. Überrascht hat mich ansonsten noch unser Tempospiel. Wenn wir mit Geschwindigkeit nach vorn gezogen sind, dann lief es bei uns deutlich besser.“

... die Aussichten für die deutsche Mannschaft

„Zwei Jahre vor der Heim-EM ist eine Perspektive absolut gegeben. Dafür stehen Spieler wie Lukas Mertens, Kapitän Johannes Golla, Julian Köster, Timo Kastening, Till Klimpke, Lukas Zerbe und auch der diesmal fehlende Juri Knorr. Neben Klimpke gehört sicher auch Joel Birlehm im Tor die Zukunft. Maximal unglücklich gelaufen war es für den Ludwigshafener Hendrik Wagner: erst nachnomiert, dann positiv getestet und in Isolation, letztlich noch zum Einsatz gekommen, aber dann schnell keine Luft mehr bekommen. Ihm wünsche ich, dass er noch eine Chance erhält und es für ihn dann besser klappt als bei dieser Europameisterschaft.“ (Björn Mahr)

Auch interessant

Kommentare