„Wir sind einfach nicht besser“

Für Handball-Bundesligist MT Melsungen ist nach der Pleite bei den Rhein-Neckar Löwen Saison praktisch gelaufen

Nachdenklich am Spielfeldrand: Co-Trainer Arjan Haenen, Chefcoach Gudmundur Gudmundsson, Kapitän Finn Lemke und Youngster Ole Pregler.
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Nachdenklich am Spielfeldrand: Co-Trainer Arjan Haenen, Chefcoach Gudmundur Gudmundsson, Kapitän Finn Lemke und Youngster Ole Pregler.

Nach der deutlichen Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen geht es für Handball-Bundesligist MT Melsungen nur noch darum, Platz sechs zu behaupten - und dem dienstältesten MT-Profi Felix Danner einen angemessenen Abschied zu verschaffen.

Kassel – Als er den Boden in der Mannheimer SAP-Arena betrat und einige alte Weggefährten traf, huschte Handball-Trainer Gudmundur Gudmundsson vom Bundesligisten MT Melsungen ein Lächeln übers Gesicht. Er freute sich vor der Partie über den Austausch mit Spielmacher Andy Schmid und dem mittlerweile als Sportchef tätigen Oliver Roggisch, die schon einst bei den Rhein-Neckar Löwen unter seiner Führung auf dem Feld glänzten.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags hatte der Isländer dann jedoch nicht mehr allzu viel zu lachen. Im Gegenteil: Die 22:31-Pleite an alter Wirkungsstätte drückte mächtig aufs Gemüt.

Dazu verspielten die Nordhessen damit die kleine Chance, noch in den Kampf um einen Europapokal-Platz einzugreifen. Die Serie? Praktisch gelaufen. Vor den verbleibenden vier Begegnungen gegen die TSV Hannover-Burgdorf (Donnerstag, 19 Uhr, Kassel), beim TBV Lemgo Lippe (Sonntag, 16 Uhr), gegen die Füchse Berlin (23. Juni) und beim TVB Stuttgart (27. Juni) geht es nur noch darum, den sechsten Platz zu behaupten.

„Ich wusste im Vorfeld gar nicht, wie die Konstellation war. Ich wusste nur, dass wir noch eine Möglichkeit haben“, erklärte Kapitän Finn Lemke. Und Axel Geerken ergänzte: „Der Europacup war im Vorfeld der Partie kein großes Thema. Aber klar war auch: Wenn wir noch eine Chance haben wollen, hätten wir das Spiel in Mannheim gewinnen müssen.“

Letztlich musste der MT-Manager ernüchtert feststellen: „Wir waren nicht in der Lage, eine entsprechende Leistung zu zeigen. Da gibt es nicht viel schönzureden.“ Bis zum 4:4 sah es zumindest ordentlich aus. Dann lief die Partie für einige Zeit erst einmal an den Melsungern vorbei. „Wir haben nicht die Einstellung gezeigt, die es braucht, um bei den Löwen bestehen zu können“, sagte Felix Danner selbstkritisch. „Wir haben sehr kopflos gekämpft.“ Kapitän Finn Lemke resümierte ähnlich enttäuscht. „Ich kann keinem Spieler absprechen, er habe nicht alles gegeben. Egal, wer mit mir auf dem Feld stand: Jeder hat gesagt, dass wir nicht schon wieder so verlieren wollen“, stellte der 29-Jährige fest. „Wir haben aber nicht als Kollektiv funktioniert.“

Ein weiterer Nackenschlag für ein Team, das mit vielen Vorschusslorbeeren in die Runde gestartet war, aber die Erwartungen nie wirklich erfüllen konnte. Angefangen mit dem Aus in der ersten Qualifikationsrunde zur European League: Lange vor dem Bundesliga-Start gab es zwei verdiente Niederlagen gegen Silkeborg. Als dann der Punktspielbetrieb losging, lief es bei der MT mehr als holprig – teilweise auch durch Quarantänemaßnahmen bedingt. Konstant gute Leistungen gab es jedoch nicht. „Wir müssen uns bewerten. Und wir sind einfach nicht besser. Wir können sehr gut spielen. Aber dann haben wir auch unterirdisch schlechte Spiele. Uns fehlt die Konstanz“, räumt Gudmundsson ein. „Das ist eine Riesenaufgabe für diese Mannschaft.“

Erstes Ziel: ein Erfolg am Donnerstag in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen Hannover. „Jeder will beweisen, dass er es besser kann“, erwartet Geerken eine deutliche Leistungssteigerung. Finn Lemke ist es zudem wichtig, dass Danner nach mehr als zehn Jahren bei der MT einen angemessenen Abschied bekommt: „Und dazu braucht es mehr als nur ein gutes Spiel.“ (Björn Mahr)

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