Wenn der Zufall kurios Regie führt

Die Geschichte eines Bildes: Ex-Schulkameraden Langhans und Dinger treffen sich

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Zwei, die gemeinsam die Schulbank drückten: MT-Handballer Gabor Langhans (links) und der aus Kassel stammende Eishockey-Profi Derek Dinger beim Wiedersehen im Fitnesstudio.

Kassel. Manchmal ist die Welt ein Dorf, sagt der Volksmund. Und manchmal ist an diesem Sprichwort auch wirklich etwas dran.

Davon können der Melsunger Bundesliga-Handballer Gabor Langhans (28) und der Augsburger Eishockey-Profi Derek Dinger (30) mit Kasseler Wurzeln erzählen. Beide teilen nämlich eine ebenso lustige wie zufällige Geschichte, die sie in einem Foto festgehalten haben. Und das macht jetzt in den sozialen Netzwerken die Runde.

Rückblick: Vor zehn Jahren drücken Langhans und Dinger gemeinsam die Schulbank. Oberstufe, Deutsch-Leistungskurs an der Werner-Seelenbinder-Sportschule in Berlin. Eine renommierte Einrichtung, die auch Olympiasieger wie Schwimm-Ass Franziska van Almsick und die Diskuswerfer Christoph und Robert Harting besucht haben. Langhans stammt aus Berlin, Dinger zog es schon 2002 aus Kassel zu den Eisbären Juniors in die Hauptstadt. Der Handballer und der Eishockeyspieler sitzen nebeneinander in der ersten Reihe. Nach der zwölften Klasse aber und dem Fachabitur verlässt Dinger die Schule, Langhans hängt noch ein Jahr dran und macht das Abitur. Sie verlieren sich aus den Augen.

Doch nun, zehn Jahre später, führt der Zufall sie wieder zusammen. In einem Fitnessstudio in Kassel. Langhans trainiert dort mit der MT Melsungen, Dinger bereitet sich in seiner Heimatstadt auf die neue DEL-Saison vor. Zunächst einmal wissen aber beide gar nicht, wen sie da vor sich haben. „Ich war mir nicht sicher. Vom Aussehen her dachte ich, er könnte es sein. Wir haben miteinander gesprochen, aber als er Eishockey erwähnte, fiel bei mir der Groschen“, sagt Langhans. „Außerdem hatte Derek ein Strichcode-Tattoo an seinem Handgelenk. Das war schon im Deutsch-Unterricht damals ein Thema. Heute hat er es immer noch.“ Ein witziger Moment sei das gewesen, erklärt auch Dinger. „Damit hatte ich jetzt wirklich nicht gerechnet.“

„Wir waren die Klassenbesten“, scherzt Langhans. „Gabor war ziemlich clever. Auf dem Lehrplan standen viele Gedichte und Interpretationen. Und wir haben viel diskutiert“, erinnert sich Dinger. „Wir gehörten beide zu den Schulstreckern“, weiß Langhans noch. Wegen ihres Sports konnten sie ein Schuljahr auf zwei verlängern.

Beide haben es in ihren Sportarten danach in die höchsten deutschen Spielklassen geschafft. Langhans hat eine längere Verletzungspause hinter sich. Er hat die Zeit sinnvoll genutzt: Den Bachelor in Marketing hat er in der Tasche, derzeit studiert er Sportmanagement. Dinger ist Stammspieler in der DEL.

Den Zufall wollen sie nicht noch einmal bemühen. Langhans erklärt: „Wir haben Telefonnummern ausgetauscht und werden mal einen Kaffee trinken. Wenn einem das Schicksal so in die Karten spielt, muss man das nutzen.“

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