Interview mit MT-Rechtsaußen Ignatow

Geerken schreibt Entschuldigungen für Ignatow

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Dimitri Ignatow

Vor Kurzem hat Dimitri Ignatow seinen Vertrag bei der MT Melsungen bis 2024 verlängert. Allerdings soll er in den kommenden zwei Spielzeiten ausgeliehen werden.

Dimitri Ignatow ist ein waschechtes Eigengewächs der MT Melsungen. Am Donnerstag gastiert er mit dem heimischen Handball-Bundesligisten beim THW Kiel. Vor Kurzem hat der Rechtsaußen seinen Vertrag vorzeitig bis 2024 verlängert. Allerdings soll er in den kommenden zwei Spielzeiten ausgeliehen werden.

Ungeachtet dessen hat der 20-Jährige im August eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann im Fitnessstudio Blu in Guxhagen begonnen. Was zudem beachtlich ist: Mit 39,1 Stundenkilometern hat Ignatow den bislang schnellsten Sprint in dieser Saison hingelegt.

Ignatow über:

... seine Schnelligkeit: „Mich haben erst Freunde darauf aufmerksam gemacht, dass ich diese Statistik anführe. Darüber freue ich mich natürlich. Ein bisschen überrascht bin ich auch. Eigentlich lautet meine Devise: einfach früher loslaufen.“

... seine Zukunft bei der MT: „Ich denke, wir haben eine gute Lösung gefunden. Allerdings wäre ich lieber die komplette Zeit hiergeblieben. In Nordhessen leben meine Familie und Freunde, und ich mache hier eine Ausbildung. Außerdem verstehe ich mich mit Tobias Reichmann super. Wir sind ein gutes Duo auf Rechtsaußen, wir freuen uns für den jeweils anderen mit.“

... Chancen, einen anderen Klub zu finden: „Ich möchte in der Bundesliga bleiben. Das traue ich mir zu. Bei welchem Verein, das ist mir eigentlich egal. Hauptsache, ich kann Spielpraxis sammeln. Mit einem Zweifachspielrecht zu einem Zweitligisten zu gehen, kommt für mich nicht infrage.“

... seine Ausbildung: „Ich muss zugeben, dass es am Anfang schon recht anstrengend war, Ausbildung und Schule plus Training und Spiele unter einen Hut zu bekommen. Da müssen viele Termine abgesprochen werden. Das Blu ist zwar Partner der MT, aber ich habe keine Sonderrechte. Wenn ich beispielsweise wegen Auswärtsfahrten in der Schule fehle, muss mir unser Vorstand Axel Geerken Entschuldigungen schreiben. Grundsätzlich ist es mir aber wichtig, ein zweites Standbein aufzubauen. Meine Eltern und meine Freundin haben mich mehrfach daran erinnert, dass es eine Zukunft auch abseits des Handballs gibt. Zu welchem Verein ich im Sommer auch wechseln werde – dort will ich die Ausbildung auf jeden Fall abschließen.“

... Auswärtsfahrten:„Früher fand ich solche Fahrten eher langweilig. Heute freue ich mich auf Auswärtsspiele – da kann ich ausschlafen und mich komplett und gelassen auf den Handball konzentrieren. Bei Heimspielen etwa ist es für mich in der Regel stressig. Nach der Schule beziehungsweise nach der Arbeit esse ich schnell noch etwas und hetze dann zur Halle. Das wird diesen Donnerstag entspannter. Und die Themen, die ich in der Schule verpasse, postet unsere Klassensprecherin in einer WhatsApp-Gruppe. Die kann ich dann nachholen. Übrigens bin ich stellvertretender Klassensprecher.“

... Erfolgsserien: „Natürlich wollen wir in Kiel unseren Lauf fortsetzen. Zumal wir dort etwas gutzumachen haben. Ich gehe davon aus, dass es ein intensives Spiel wird. Beide Teams setzen auf die erste und zweite Welle. Was unsere Siegesserie anbelangt – die hat mehrere Gründe. Ein entscheidender ist, dass wir Spieler zu einer richtigen Einheit zusammengewachsen sind. Und anders als zu Saisonbeginn reagieren wir jetzt schneller und besser, wenn es mal nicht so läuft – wie zum Beispiel in Wetzlar.“

... Timo Kastening: „Ich freue mich darauf, mit ihm ab 2022 ein Duo bei der MT zu bilden. Wenn es denn tatsächlich dazu kommt. Seit es die ersten Gerüchte über seinen Wechsel gab, stehe ich mit ihm in Kontakt. Man kann sogar sagen, dass wir Freunde geworden sind. In diesem Zusammenhang kann ich aber auch sagen: Als dritter Rechtsaußen würde ich nicht zur MT zurückkehren.“

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