Gegen Ende ein Zeichen gesetzt

MT-Handballer liefern Kiel nach Schwächen in Hälfte eins einen großen Kampf

Unter Volldampf an der Außenlinie: Melsungens Trainer Michael Roth. Foto: Agentur Fotostand

Kassel. Knapp zweieinhalb Minuten vor Ende des Bundesliga-Spiels beim THW Kiel nahm Michael Roth noch einmal eine Auszeit.

Die Chancen, zu diesem Zeitpunkt noch für eine Sensation zu sorgen und einen Punkt zu entführen, waren angesichts eines 25:30-Rückstands gering. Darum ging es dem Handball-Trainer der MT Melsungen auch nicht.

„Meine Jungs sollten noch einmal ein Zeichen setzen“, erklärte Roth. Was seiner Mannschaft auch vortrefflich gelang, denn danach verkürzten die Nordhessen zum 28:30 (12:19)-Endstand. Wer weiß, was gewesen wäre, wenn die Partie noch drei, vier Minuten länger gedauert hätte?

„Wir haben Moral gezeigt und die Kieler in der zweiten Hälfte ein bisschen geärgert“, stellte der neunfache Torschütze Momir Rnic fest. Und sein serbischer Landsmann Nenad Vuckovic fügte hinzu: „Der Gegner wollte schon mit zehn Treffern gegen uns gewinnen. Aber wir haben nach der Pause richtig guten Handball gespielt.“

Im ersten Durchgang war dies noch nicht der Fall. Die Verteidigung ging nicht entschlossen zuwerke, Torwart Johan Sjöstrand brauchte diesmal einige Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen – und der Angriff vergab klarste Möglichkeiten. „Dies ist in Kiel tödlich“, sagte Roth. Klar, der THW ist eine absolute Spitzenmannschaft mit hoher individueller Klasse – und die Melsunger haben in dieser Saison so ihre Probleme. „Wir haben nicht die gute Form der vergangenen Serie“, betonte Routinier Vuckovic. Was auch gar nicht möglich sein kann, wenn ein Leistungsträger wie Kreisläufer Marino Maric wochenlang ausfällt. Wenn Aktivposten wie Felix Danner und Torjäger Johannes Sellin schon angeschlagen in Kiel das Feld betreten. Und wenn ein 19-Jähriger bei seiner Premiere in der mit 10 285 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena im Zentrum decken muss. Nach nervösem Beginn machte Johannes Golla einen ordentlichen Job an der Förde.

Dies galt aber auch für alle Kollegen, die dem haushohen Favoriten mit zunehmender Spieldauer einen großen Kampf lieferten. Wobei ein taktischer Schachzug des Trainers in besonders positiver Erinnerung blieb: Die gelernten Halbrechten Michael Müller und Dener Jaanimaa agierten mit Erfolg im Wechsel auf Rechtsaußen. Ein etatmäßiger Ersatz für Sellin hatte nicht zur Verfügung gestanden. Denn der Niederländer Arjan Haenen war diesmal die Nummer 15 im Team und musste wie Ersatztorwart René Villadsen im Zuschauerraum Platz nehmen.

Nachdem die Melsunger nun fünf Tage fernab der Heimat unterwegs waren, haben sie nach einer Übungseinheit am heutigen Freitag dieses Wochenende trainingsfrei. Am Montag geht es wieder los. Ab Mittwoch warten vier Spiele in 15 Tagen. „Wir können nächste Woche sportlich einen großen Schritt machen“, weiß Rnic. Mittwoch gastieren die Nordhessen in der Liga beim TVB Stuttgart, drei Tage später steht das dritte Europacup-Gruppenspiel bei Anaitasuna in Pamplona an. Die nächsten Heimspiele finden am Mittwoch, 8. März, gegen den SC Magdeburg sowie am darauffolgenden Samstag gegen Anaitasuna statt. Allesamt gute Gelegenheiten, um die überzeugenden Eindrücke aus der zweiten Hälfte in Kiel zu bestätigen.

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