Er war Samstag gefragtester Mann

MT gegen Eskilstuna: Fahlgren als Torschütze und Dolmetscher

Durchsetzungsstark: Der Melsunger Patrick Fahlgren lässt Robin Andersson keine Chance. Foto: Fischer

Kassel. Hätte es an diesem Abend in der Kasseler Rothenbachhalle einen Pokal gegeben für den gefragtesten Mann des Tages, er wäre ein heißer Anwärter auf die Trophäe gewesen: Patrik Fahlgren.

Der Rückraumspieler des Handall-Bundesligisten MT Melsungen war nicht nur auf dem Feld gegen Eskilstuna stets präsent, sondern auch nach der Partie: Da sprach er über den Sieg seines Teams zum Auftakt der Gruppenphase im EHF-Pokal und fungierte zugleich als Dolmetscher. Fahlgren übersetzte während der Pressekonferenz das, was seine Landsleute aus dem schwedischen Eskilstuna so zu sagen hatten.

Es gehört zu dem gelungenen Abend des 29-Jährigen, dass er all seine Aufgaben mit Bravour bestand. Auf dem Feld glänzte er mit sieben Treffern, daneben mit der prompten Umwandlung schwedischer Sätze ins Deutsche. Zudem analysierte er das Spiel ohne Schnörkel, sprach von einem dynamischen Gegner und von eigenen Vorteilen im körperlichen Bereich. Womöglich hätte Fahlgren an diesem Tag auch eine Mathearbeit mit einer 1 plus Sternchen abgesschlossen – bei dem Lauf, den er hatte.

Für ihn war die Begegnung etwas Besonderes. Das erste Mal, seit er 2009 in die Bundesliga kam, spielte er gegen ein Team aus Schweden. Gegen die beiden Trainer von Eskilstuna war er früher in Schweden selbst noch angetreten, ein paar Spieler des Gegners kennt er von der Nationalmannschaft. Da brauchte es nicht mal die Motivation seines Kollegen und Landsmanns Mikael Appelgren im Melsunger Tor, der verriet, welchen Ruf die Mannschaft aus Eskilstuna in Schweden genießt: „Sie gilt da als etwas unsympathisch.“

In Kassel bestätigte sich der Eindruck allerdings nicht. Im Gegenteil. Auf MT-Trainer Michael Roth machten die Schweden sogar einen solch sympathischen Eindruck, dass er die gelegentliche Passivität seines Teams daraus ableitete.

Immerhin hatte Roth mit Fahlgren den besten Schweden in seinen Reihen. Der wollte sich allerdings auch gar nicht so lange mit dem Erfolg gegen Eskilstuna aufhalten, sondern schon nach vorn blicken. Jetzt nämlich geht es Schlag auf Schlag für die MT. Bundesliga, Europapokal, Bundesliga und so weiter. „Vor dem Spielplan habe ich ein bisschen Angst“, sagte er – und bezog die Furcht auf die Masse der Gegner, die in der nächsten Zeit auf dei MT zukommt, nicht auf die Klasse.

Immerhin: Fahlgren kann sich dann wieder allein aufs Handballspielen konzentrieren. Nächsten Mittwoch in Wetzlar sprechen eh alle mindestens Hessisch und maximal Hochdeutsch. Und gegen das kroatische Team Nexe am Samstag ist ein anderer als Dolmetscher gefragt. Dann wird es für Marino Maric hart. Der nämlich ist Kroate.

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