Angriff der Spieler ist verbesserungswürdig

MT Melsungen gegen Ludwigshafen: Siegen, abklatschen, fertig

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Geschafft: Die MT-Profis Johannes Golla (von links), Nebojsa Simic und Philipp Müller klatschen sich ab.

Kassel. Beim zähen 25:19-Sieg der MT Melsungen gegen Ludwigshafen ist auf Torhüter Simic und die Abwehr Verlass. Der Angriff lässt allerdings einige Wünsche offen.

Nein, schön war das nicht. Das Publikum in der Kasseler Rothenbach-Halle hat sich ja inzwischen an rauschende Handball-Feste des heimischen Bundesligisten MT Melsungen gewöhnt. Beim 25:19 (10:8) gegen die Eulen Ludwigshafen am Donnerstag bekamen 3968 Zuschauer aber eine zähe Kost vorgesetzt. Youngster Johannes Golla verbuchte den Erfolg unter der Rubrik Arbeitssieg: „Wir haben zwei Punkte geholt. Das zählt“, sagte der Kreisläufer. Für die MT-Profis galt das Motto: Siegen, abklatschen, fertig.

Ganz so einfach wollte Michael Roth die Partie nicht abhaken. Es sei eines der schlechtesten Spiele gewesen, die er als Trainer erlebt hat. „Das war heute Not gegen Elend“, fasste der MT-Coach zusammen. Zum einen ärgerte sich Roth darüber, dass die Gäste aus der Pfalz das Tempo taktisch verschleppten, zum anderen ging er mit seinen Spielern hart ins Gericht angesichts der Unkonzentriertheiten in der Offensive. Immerhin: Auf die Abwehr und Torhüter Nebojsa Simic war einmal mehr Verlass. Was vom 25:19-Sieg übrig bleibt:

• Der überragende Simic: Der 24 Jahre alte Schlussmann ist auf dem besten Weg zum Publikumsliebling. „Simo! Simo!“-Sprechchöre hallten durch die Rothenbach-Halle. Mit 20 Paraden war der Montenegriner erneut der überragende Rückhalt der Nordhessen. Ob Würfe von außen, aus dem Rückraum oder der Nahwurfzone - Simo war zur Stelle. Langsam wird es fast unheimlich. Seit vier Spielen in Folge präsentiert sich der Mann, der nach Paraden wie ein Flummi durch die Halle hüpft, in bestechender Form. „Ich bin gut drauf. Mein Selbstvertrauen wächst“, sagt er. Dass er von den MT-Fans gefeiert wird, motiviere ihn zusätzlich. „Die Leute kommen für eine gute Show - und die will ich ihnen bieten.“

• Die stabile Abwehr: Nur 19 Gegentreffer, da gab’s nicht viel zu meckern, befand der MT-Trainer. Zumal die Ludwigshafener ihre Angriffe bis zur Unerträglichkeit in die Länge zogen. „Von den Eulen hätte ich ein bisschen mehr Mut erwartet“, sagte Roth. Von daher war Geduld vonnöten - bei der MT-Hintermannschaft genau wie beim Publikum. So sah es auch Philipp Müller. Über die Defensive müssten sie sich keine Gedanken machen. Müller sprach seinem Abwehrkollegen Finn Lemke ein dickes Lob aus: „Finn macht da hinten einen Riesenjob. Das kommt bei den Analysen manchmal ein bisschen zu kurz.“

• Der schludrige Angriff: Wie schon in Erlangen am vergangenen Samstag ging die MT schludrig mit ihren Chancen um. „Wir haben zu viele freie Bälle verworfen“, kritisierte Roth. In der Offensive gäbe es noch ganz viel Luft nach oben. Golla fasste selbstkritisch zusammen, dass „ich zu schnell und zu hektisch abgeschlossen habe“. Vor allem in der ersten Halbzeit bekamen die MT-Profis kein Tempo in ihr Angriffsspiel, als ob sie sich den Gästen anpassen wollten.

Im Verlauf der zweiten Hälfte kam auch dank der Müller-Zwillinge und des eingewechselten Spielmachers Timm Schneider mehr Dampf ins Spiel. Trotzdem: „Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen“, sagte Philipp Müller. Allen ist klar: Für das Topspiel in Berlin am nächsten Sonntag muss dringend eine Leistungssteigerung her. Außer bei Simic natürlich.

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