Samstag in der Rothenbachhalle

MT gegen Rhein-Neckar Löwen: Mit weniger Druck mehr drin?

So könnte es klappen: MT-Kreisläufer Felix Danner (Mitte) setzt sich gegen die Abwehr der Rhein-Neckar Löwen inklusive Torwart Niklas Landin (rechts) durch und erzielt einen Treffer. Foto: Fischer

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen hofft am Samstag als Außenseiter auf eine Überraschung gegen die Rhein-Neckar Löwen. Der Vize-Meister kommt. Ein Grund zur Freude? Für Axel Geerken auf jeden Fall.

„Das ist ein absoluter Höhepunkt“, sagt der Manager des heimischen Handball-Bundesligisten MT Melsungen vor dem Gastspiel der Rhein-Neckar Löwen (Samstag, 19 Uhr, Rothenbach-Halle).

Nun gilt es noch, davon seine zuletzt etwas wankelmütige und frustrierte Mannschaft zu überzeugen. Den Part übernimmt Trainer Michael Roth und bemüht die offensichtliche Außenseiterrolle: „Vielleicht nimmt uns die ja den Druck.“ Auf dem Feld heißt das: „Wieder unten anfangen“. Also dem hochkarätigen Gegner erst mal kämpferisch trotzen, um ihn so aus dem Konzept zu bringen.

Dazu hat Roth den Fokus der Vorbereitung auf die Abwehr gelegt. Auch weil es durch den Ausfall von Philipp Müller (noch gesperrt) im 6:0-Verband einen neuen Mittelblock mit Felix Danner zu formieren gilt. Als Partner des Kreisläufers, dessen Rote Karte in Magdeburg keinerlei Folgen hatte, kommen Nenad Vuckovic, Malte Schröder und Marino Maric in Frage.

Der MT-Coach hat aber auch eine 5:1-Formation mit „Indianer“ Michael Allendorf in petto. Das Ziel des Trainers: Die gefährliche Mittelachse Schmid/Myrhol, die den Melsungern auch bei den beiden Niederlagen der vergangenen Saison arg zu schaffen machte, diesmal nicht zur Entfaltung kommen lassen.

Wir übertragen das Spiel live ab 19 Uhr auf Radio HNA.

Das gilt genauso für die Tempogegenstoß-Spezialisten Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki, die ein Spiel ganz allein entscheiden können. Und dazu dürfen sich die Gastgeber im Angriff möglichst keine Fehler erlauben. Ein schwieriges Unterfangen. Angesichts eines Weltklasse-Torwarts Landin, angesichts eines exzellenten Mittelblocks mit Neuzugang Stefan Kneer und dem spanischen Nationalspieler Gedeon Guardiola und angesichts eines Trainers Nikolaj Jacobsen, der als Gudmundsson-Nachfolger die Defensivarbeit der Löwen noch weiterentwickelt hat.

Flensburg/Handewitt kann davon ein Lied singen. Denn die sonst so heimstarken Nordlichter bissen sich an der gegnerischen 5:1-Deckung die Zähne aus. Und verloren mit 26:29. Ein Beispiel dafür, dass der „Neue“ das Spiel sehr gut lesen und entsprechend flexibel reagieren kann.

Also hat sich sein Kollege im Melsunger Angriff ein paar neue Varianten einfallen lassen. Etwa der Übergang zu zwei Kreisläufern (Danner/Maric), die dann Raum schaffen sollen für ihre Rückraumkollegen Michael Müller und Momir Rnic.

Trotzdem. Noch wichtiger dürfte sein, wie der Gastgeber seine Außenseiterrolle interpretiert. Etwa mit Freude und dem Glauben, etwas Besonderes leisten zu können. Was notwendig wäre, um ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten den ersehnten Befreiungsschlag zu landen.

Von Ralf Ohm

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