Handball-Bundesliga

Ersatzgeschwächte Melsunger verlieren beim HSV deutlich mit 27:38

Steigt hoch hinauf: Der Melsunger Malte Schröder (in Rot) beim Wurf gegen den Hamburger Matthias Flohr. Foto: Ruhnke

Hamburg. Die Reise in den Norden hat sich für die MT Melsungen gestern Abend nicht gelohnt: Zehn Tage nach dem Coup von Kiel gab es für die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Michael Roth beim Auswärtsspiel in Hamburg nichts zu holen.

Mit 27:38 (14:19) unterlagen die Nordhessen, die ohne die verletzten Felix Danner und Alexandros Vasilakis antraten, beim HSV. Für die MT war es die bislang höchste Niederlage in dieser Saison, für den HSV vor der Minuskulisse von nur 7513 Zuschauern zugleich der höchste Heimerfolg.

Nur in der ersten Viertelstunde war es ein Handball-Bundesliga-Duell auf Augenhöhe. Danach musste die MT dem hohen Tempo Tribut zollen. Bis zum zwischenzeitlichen 7:7 (15. Minute) schenkten sich beide Mannschaften kaum etwas. Die Melsunger überzeugten mit einer sicheren 5:1-Abwehr, gegen die die Hausherren zunächst kein probates Mittel fanden. Doch nachdem Hans Lindberg für die Hamburger zur 8:7-Führung (15.) getroffen hatte, wendete sich das Blatt.

Bei der MT häuften sich die technischen Fehler und Fehlwürfe, während die HSV-Spieler ihre ganze individuelle Klasse auszuspielen begannen. Sie agierten aus einer starken 6:0-Deckung heraus, gestützt auf einen gut aufgelegten Torhüter Johannes Bitter, der 20 Minuten nach dem Anpfiff für den Dänen Dan Beutler ins Spiel kam. Der deutsche Nationaltorhüter feierte damit ein gelungenes Heimspiel-Debüt nach seinem Kreuzbandriss im März.

MT-Trainer Michael Roth reagierte, nachdem sein Team erstmals mit drei Toren in Rückstand geraten war. Beim 7:10 (19.) zog er die Auszeit-Karte. Doch diese Ansprache blieb ohne Wirkung – effektiver war da schon die Hereinnahme von Torhüter Mikael Appelgren, den Roth vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff für Per Sandström brachte. Das zahlte sich aus, mit mehreren Paraden hielt der junge Schwede den Rückstand der MT zum Seitenwechsel bei fünf Toren. Am Ende stand auch bei ihm eine deutlich bessere Quote als bei Sandström zu Buche: Appelgren parierte sieben von 28 Würfen (25 Prozent), Sandström kam an alter Wirkungsstätte nur auf einen Wert von 17 Prozent. Zum Vergleich: Bitter wies eine Quote von 42 Prozent auf.

Die Melsunger hatten dem schnellen Angriffspiel der Hamburger in der zweiten Halbzeit nichts mehr entgegenzusetzen. Der HSV war insgesamt spritziger, schneller, körperlich präsenter und näherte sich mit diesem Gala-Auftritt der Meisterform aus der Saison 2010/11 an. Die Melsunger sind durch die Niederlage von Platz sechs auf Platz acht abgerutscht.

HSV: Lindberg 8/2, Hens 7, Lijewski 6, Nilsson 5, Vori 4, Petersen 3, Duvnjak 2, Kraus 1, Schröder 1, Flohr 1

MT: Schröder 6, Allendorf 6/2, Mansson 5, Stenbäcken 2, Fahlgren 2, Vuckovic 2, Kubes 1, Hildebrand 1, Sanikis 1, Karipidis 1

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