Schöngarth lobt die Herangehensweise des Trainers

Gemeinsam siegen und feiern: Gute Stimmung im Melsunger Bundesliga-Team 

Gemeinsam stark: Melsungens Handballer haben derzeit allen Grund zu jubeln. Hier feiern (von links) Anton Mansson, Jens Schöngarth und Savas Karipidis das 30:30 bei den Rhein-Neckar Löwen. Foto: Eibner

Melsungen. Es war eine dieser Situationen, wie man sie oft von freudetrunkenen Handballern aus der Bundesliga nach großen Spielen kennt.

Dann fragt ein Journalist nach der Bedeutung des Erfolges, der Spieler will ernsthaft antworten, es kommt aber ein Mannschaftskamerad vorbei, macht einen lockeren Spruch in Richtung seines Kollegen. Und auf einmal blüht der Flachs. So war es auch nach dem 30:30 der MT Melsungen bei den Rhein-Neckar Löwen, als schließlich Jens Schöngarth - bestens gelaunt und mit Blick auf den vorbeiziehenden Patrik Fahlgren - erklärte: „Wer dieses Jahr Meister werden will, muss an der MT vorbei.“ In diesem Tempo soll es dann auf der Heimfahrt im Bus weitergegangen sein. Auf Nachfrage sagte der 22-Jährige mittlerweile: „Im Moment zumindest ist das ja so.“

Die anhaltende gute Stimmung im Melsunger Lager steht natürlich in engem Zusammenhang mit den bemerkenswerten Resultaten der Nordhessen. Mit dem Aufwärtstrend, den sie auch im Heimspiel am Samstag (19 Uhr, Rothenbachhalle Kassel) gegen den Bergischen HC bestätigen wollen. Für ein Team allerdings nicht unbedingt selbstverständlich, dass auch die Akteure lauthals mitfeiern, die eher weniger Spielanteile bekommen - wie eben Schöngarth. „Jens hat wichtige Akzente gesetzt und damit gezeigt, warum er im Team ist“, lobte Coach Michael Roth seinen jungen Halbrechten, der wieder einmal aufdrehte, nachdem Alexandros Vasilakis nicht mehr so zur Geltung gekommen war und sich der Gegner besser auf den Griechen eingestellt hatte. Am Ende verzeichneten Schöngarth (3) und sein erfahrener Mitstreiter (6) zusammen neun Tore - also zwei Angreifer, die sich auf ihrer Position gut ergänzen. Darüber freut sich jeder Trainer: Keiner murrt, obwohl ein anderer mehr Einsatzzeiten hat als man selbst.

Letzte Serie nicht vergessen

Schöngarth macht dafür die Herangehensweise seines Vorgesetzten verantwortlich: „Michael Roth ist zwar ein lockerer Typ, der aber im Training ernst ist und es schafft, dass jeder hart an sich arbeitet.“ Klar, dass ein Spieler unter diesen Umständen auch gern trainieren geht.

Vor genau einem Jahr war die Lage für die MT komplett anders: noch kein Punktgewinn, Tabellenletzter, betretene Mienen, schließlich Entlassung von Trainer Matjaz Tominec. „Es hat keiner von uns vergessen, wie schlecht er sich damals gefühlt hat“, sagt Jens Schöngarth, Die meisten aus dem jetzigen Kader waren da schon hier. „Da wir“, so der Zwei-Meter-Mann weiter, „also wissen, wie schnell es auch anders laufen kann, verliert keiner bei uns den Boden unter den Füßen.“ Gegen solch‘ einen Spruch wie nach der Partie gegen die Löwen ist allerdings nichts einzuwenden.

Von Björn Mahr

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