Melsunger Handballer begeistern gegen Lübbecke – am Samstag Europacup-Gastspiel in Schweden

Genussvoll wie ein Cocktail

Der Ball zappelt im Netz: Nur ganz selten ließ sich MT-Torwart Mikael Appelgren aber vom TuS überwinden. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Zutaten für einen leckeren Handball-Cocktail: ein Schuss Spielfreude, eine Prise Zielstrebigkeit, reichlich Aggressivität in der Abwehr, scharfe Konter, scharfe Reflexe des Torwarts, das alles gewürzt mit technischen Kabinettstückchen und vielen Treffern. In den Genuss dieser gelungenen Mischung kamen die 2193 Zuschauer, die den unerwartet klaren 32:23-Erfolg der MT Melsungen in der Bundesliga gegen den TuS N-Lübbecke in der Kasseler Rothenbach-Halle erlebten. Die Höhepunkte des MittwochAbends:

DEFENSIVE IN GALA-FORM

Es waren noch keine 60 Sekunden gespielt, da hatte Schlussmann Mikael Appelgren im MT-Kasten schon drei Würfe entschärft – der Auftakt zu einer Weltklasse-Leistung. Bis zur 50. Minute hatte der Schwede bereits 55 Prozent der Lübbecker Würfe abgewehrt. Was allerdings auch damit zu tun hatte, dass die Nordhessen nach einer Auszeit ihres Trainers Michael Roth (13.) am eigenen Kreis regelrecht Beton anrührten. „Wir haben 45 Minuten sehr gut gespielt“, stellte Appelgren hochzufrieden fest und gab das Lob an seine Vorderleute weiter. Gestatteten diese anfangs dem gegnerischen Rückraum noch zu viele Freiräume, so machten sie mit zunehmender Spieldauer den einen Schritt weiter nach vorn – und zwangen die Gäste dazu, den Weg über die Außen zu suchen. Von dort ließ sich Appelgren aber fast gar nicht überwinden. KLUGE SPIELANLAGE

„Dadurch“, sagte Torjäger Michael Allendorf, „dass wir super in der Deckung gestanden haben, konnten wir oft über erste, zweite und dritte Welle zum Erfolg kommen.“ In der 46. Minute etwa schickte Michael Müller den Linksaußen auf die Reise, der zum 26:18 traf. Schon kurz vor der Pause war Nenad Vuckovic mit ganz viel Dampf nach vorn geeilt, um dann Felix Danner zu bedienen, der das 18:13 markierte. „Man hat schon zuletzt sehen können, dass der Ball ganz gut bei uns läuft“, erklärte Coach Roth, „ich bin mit unserer Leistung zufrieden.“

TORE ZUM GENIESSEN

Der sehenswerteste Treffer des Abends war der letzte dieses Spiels: Nach Kempa-Zuspiel von Allendorf gelang Vuckovic das 32:23. „Wenn es einmal läuft, dann klappen eben auch solche Sachen“, bemerkte Appelgren.

SPRUNG NACH OBEN

Als die meisten MT-Fans bereits die Halle verlassen hatten und auf der Heimreise waren, gab es noch eine gute Nachricht für Melsungen. Weil Mitkonkurrent Gummersbach in Balingen mit 28:29 das Nachsehen hatte, konnten sich die Nordhessen wieder auf den sechsten Platz verbessern. „Der Erfolg war aber auch psychologisch wichtig“, befand Roth mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Am Samstag geht es ab 16 Uhr wieder um Europapokal-Punkte.

Bei einem Sieg gegen Gastgeber Eskilstuna Guif stehen die Fuldastädter bereits im Viertelfinale. Die Aussichten sind günstig, wenn sie ihre Form konservieren können.

Von Björn Mahr

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