Auf Timo Kastening ist Verlass

Nach erfolgreicher Olympia-Quali: Gewinner und Verlierer im deutschen Handball-Nationalteam

Handball-Nationaltorwart Andreas Wolff empfahl sich für eine Olympia-Teilnahme.
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Empfahl sich für eine Olympia-Teilnahme: Torwart Andreas Wolff.

Nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation der deutschen Handballer in Berlin blicken wir auf Gewinner und Verlierer.

Berlin – 130 Tage noch – dann beginnt in Tokio das olympische Handball-Turnier der Männer. Seit Sonntag und dem erfolgreichen Abschluss bei der Olympia-Ausscheidung in Berlin hat das deutsche Nationalteam von Bundestrainer Alfred Gislason die Teilnahme sicher. Alle am Wochenende eingesetzten Akteure hoffen, dass sie für den Wettbewerb in Japan nominiert und einen der begehrten 14 Kaderplätze bekommen werden.

Bei den Spielen in der Max-Schmeling-Halle konnte sich der eine mehr, der andere weniger empfehlen. Gewinner und Verlierer:

Die Gewinner

Marcel Schiller: Schon bei der Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten war auf den Profi aus Göppingen absolut Verlass. Nun bestätigte der 29-Jährige diesen Eindruck. Ein zusätzliches Pfund, mit dem der Linksaußen wuchern kann: variantenreich beim Siebenmeter.

Timo Kastening: Für den Rechtsaußen von der MT Melsungen gilt dasselbe wie für Schiller: absolut zuverlässig. Kastening (25) verliert nie die nötige Lockerheit und besticht durch enorme Nervenstärke.

Treffsicher: Timo Kastening.

Kai Häfner: Vor dem Qualifikationsturnier war nicht ganz klar, wie die Rolle des MT-Profis aussehen wird. Mit Steffen Weinhold und Fabian Wiede waren immerhin zwei weitere ausgezeichnete Halbrechte zurückgekehrt. Doch Häfner hat sich behauptet. Seine Anspiele zu den Nebenleuten: eine Augenweide.

Kieler Block: Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold übernahmen im DHB-Team genauso Verantwortung wie beim Champions-League-Sieger THW Kiel.

Julius Kühn: 16 Treffer an drei Tagen – kein anderer deutscher Nationalspieler traf öfter. Seine leichten Tore aus dem Rückraum braucht die DHB-Auswahl. Das wurde mehr als deutlich.

Torwarttrio: Bei der WM waren die Torhüter Johannes Bitter, Andreas Wolff und Silvio Heinevetter nicht immer die erhoffte Unterstützung. In Berlin unterstrichen sie ihre Qualitäten. In jedem Spiel tat sich ein anderer Schlussmann hervor. Allerdings dürfte Alfred Gislason nur zwei Torleute zu den Sommerspielen mitnehmen.

Johannes Golla: Der Kreisläufer aus Flensburg hat auf seiner Position starke Konkurrenz. Doch der Ex-Melsunger ergänzt sich hervorragend mit Pekeler und Wiencek – und das in Abwehr wie Angriff. Damit hebt er sich von Abwehrspezialist Finn Lemke sowie Kreisspieler Jannik Kohlbacher ab.

Die Verlierer

Uwe Gensheimer: Der Kapitän der DHB-Auswahl stand auf Linksaußen klar im Schatten von Schiller. Hatte mehr Fehlwürfe, als man es von ihm aus der Bundesliga kennt. Der Profi von den Rhein-Neckar Löwen überzeugte nur im letzten Gruppenspiel gegen Algerien.

Fabian Böhm: Im Auftaktspiel gegen Schweden wurde der Rückraummann aus Hannover eingewechselt, konnte aber seine Chance nicht nutzen. Die weiteren Partien erlebte er als Zuschauer.

Juri Knorr: Gilt zwar weiter als Hoffnungsträger. Im Nationalteam hat der hochtalentierte Spielmacher aus Minden aber noch nicht so richtig seine Rolle gefunden. Bekam wenig Einsatzzeit. (Björn Mahr)

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