Handball-Bundesliga

Es gibt ein großes Wiedersehen für die MT

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Früher MT, jetzt beim TBV Lemgo: die beiden Schweden Jonathan Stenbäcken und Anton Mansson (hier beim Sparkassencup in diesem Sommer in Gensungen).

Kassel. Hätten Sie’s gedacht? Wenn die MT Melsungen am Samstag ab 19 Uhr mit der Partie gegen die Füchse Berlin in ihre elfte Erstliga-Saison startet, dann darf sie sich im Verlauf der Runde auf ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten freuen. Insgesamt sieben ehemalige MT-Profis sind bei anderen Klubs tätig. Hier sind sie:

Jens Schöngarth: Am Montag stattete der 26-Jährige der Heimatstadt seiner Freundin einen Besuch ab: Melsungen. „Die Leute, die mich dort gesehen haben, haben mich gleich gefragt, ob ich als Ersatz für Malte zurückkehre“, erklärt Schöngarth, von 2009 bis 2012 an der Fulda tätig, schmunzelnd. Ein paar Stunden zuvor war bekannt geworden, dass Malte Schröder wegen eines Kreuzbandrisses lange ausfallen wird.

Natürlich bleibt der baumlange Nationalspieler beim TuS N-Lübbecke - er will dazu beitragen, dass sein Team so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichert. „Wir haben genügend Potenzial im Kader, dennoch wird es eine schwierige Saison“, weiß der Linkshänder. Zumal die Mannschaft sechs Neue integrieren muss.

Anton Mansson und Jonathan Stenbäcken (Foto oben): Als die beiden Schweden jetzt beim Sparkassencup in Gensungen und Melsungen aufliefen, wurden sie mit viel Beifall bedacht. Klar, in dieser Region hat man nicht vergessen, was sie für die MT geleistet haben. Stenbäcken spielte zwei, Mansson sogar vier Jahre für den Klub aus Nordhessen. Nun sind die beiden Skandinavier mit dem Engagement beim TBV Lemgo zurück in der Bundesliga.

„Sie sind Schlüsselspieler in meinem Konzept“, erklärt TBV-Coach Florian Kehrmann. Schon deshalb, weil Kreisläufer Mansson (26) und Rückraumstratege Stenbäcken (27) den Innenblock der Deckung bilden. Für die Ostwestfalen gilt allerdings das Gleiche wie für den Nachbarn Lübbecke: Kampf um Ligaverbleib ab dem ersten Spieltag.

Mikael Appelgren: In nur drei Jahren avancierte „Apfel“ zum Publikumsliebling der MT. Vor seinem Abschied im Frühling war er sogar der Torwart mit den meisten Paraden der 1. Liga. Nun will der blonde Zottelkopf bei den Rhein-Neckar Löwen an diese Leistungen anknüpfen und sein Können bei einem Champions-League-Vertreter unter Beweis stellen. „Ich fühle mich gut bei meinem neuen Team“, sagt Appelgren.

Alexandros Vasilakis: Knallharte Würfe aus der zweiten Reihe, Treffer in Serie - der Grieche prägte über fast vier Jahre das Angriffsspiel der Melsunger. Allerdings hat der Mann aus Korfu auch manchmal eine etwas laxere Einstellung zu seinem Beruf als Handball-Profi, die seine Trainer nicht selten verzweifeln lässt. Bei HBW Balingen-Weilstetten wurde sein im Sommer auslaufender Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert.

Früher MT, jetzt Stuttgart: Michael Schweikardt.

Michael Schweikardt: Kontakt zu ehemaligen Melsunger Kollegen hat er nur noch sporadisch. Dass der Mittelmann aber schon am 9. September mit Aufsteiger TVB Stuttgart, vormals Bittenfeld, in Kassel gegen seine Ex-Kollegen ran muss, weiß er, ohne lange überlegen zu müssen. Die Vorfreude ist groß - auf Melsungen, auf seinen früheren Verein Göppingen, auf die Liga: „Ich habe immer gedacht, dass ich noch einmal in der höchsten Klasse spielen werde. Der Umzug nach Stuttgart brachte Aufschwung.“

In der Bundesliga ist der TVB krasser Außenseiter. Der 32-jährige ist bei seinem Heimatverein aus dem Waiblinger Ortsteil neben dem Ex-Gummersbacher Michael Spatz, Lars Friedrich (früher in Wetzlar) sowie dem einstigen Eisenacher Dragan Jerkovic im Tor einer der wenigen Akteure mit Erstliga-Erfahrung. „Wir wollen die Aufstiegseuphorie nutzen und auswärts die eine oder andere Überraschung landen.“ Auch am 9.9.?

Früher MT, jetzt Gummersbach: Christian Zufelde.

Christian Zufelde: „Das Spiel“, erklärt der 27-Jährige, „ist das erste Highlight dieser Saison“. Zufelde, von 2010 bis 2014 auf Linksaußen bei der MT, trifft mit seinem neuen Klub VfL Gummersbach am Sonntag ab 15 Uhr (live bei Sport 1) auf Meister Kiel. Und das nicht irgendwo, sondern: in der Dortmunder Westfalenhalle. Dort feierte der VfL während seiner Glanzzeiten großartige Erfolge. „Die vergangenen Serien haben gezeigt: Wenn man Kiel am Anfang hat, ist eher mal was möglich“, meint Zufelde, deshalb sei es ein gutes Los. Zufelde hat sich nach seinem Wechsel aus Hildesheim gut in seinem Umfeld eingelebt.

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