Linksaußen Allendorf im Visier

Bundestrainer Heuberger begeistert vom Melsunger Angriffsspiel

Alles im Blick: Bundestrainer Martin Heuberger.

Kassel. Ist er’s wirklich? Den kenn’ ich doch. Hallensprecher Bernd Kaiser machte unmittelbar vor dem Spiel der MT Melsungen gegen den Bergischen HC dem Rätselraten ein Ende: Am Samstagabend gastierte Handball-Bundestrainer Martin Heuberger in der Kasseler Rothenbach-Halle.

Was umso bemerkenswerter ist, weil sein Vorgänger Heiner Brand zumeist einen großen Bogen um die Nordhessen gemacht hatte.

Lediglich „Alibi-Deutsche“ im Team – so lautete Brands Vorwurf in früheren Zeiten. „Deswegen finde ich die Entwicklung in Melsungen äußerst positiv“, lobt Heuberger. Soll heißen: Der Verein setzt nun auch auf deutsche Spieler. Allen voran Linksaußen Michael Allendorf, „von dem ich mir einen Eindruck verschaffen will“. Denn Anfang November tritt die Nationalmannschaft beim Supercup-Turnier an. Aber nicht nur auf Allendorf hat sich der Bundestrainer gefreut. Melsungens Jens Schöngarth gehörte zu jenem Team, das Heuberger 2009 zum Junioren-Weltmeistertitel führte.

Michael Allendorf

Unabhängig von den anstehenden Länderspielen habe sich der 47-Jährige ohnehin vorgenommen, im ersten halben Jahr nach Amtsantritt mindestens ein Heimspiel jedes Bundesligisten zu besuchen. Und an diesem Wochenende habe es einfach gut gepasst. Zudem sei er sehr neugierig auf die MT gewesen. Und er wurde nicht enttäuscht. „Was Melsungen in der ersten Halbzeit offensiv geboten hat, war vom Allerfeinsten“, attestiert Heuberger. Neben der individuellen Klasse sei außerdem erkennbar, dass in der Mannschaft ein sehr guter Teamgeist herrsche.

Den Eindruck bestätigt der ins Visier genommene Allendorf. „Momentan passt einfach alles“, sagt der 25-Jährige, der fünf Treffer zum verdienten Sieg beigesteuert hat. Damit meint er, dass auch solche Spiele wie am Samstag gewonnen werden, wenn es mal nicht so berauschend laufe wie zuletzt. Gerade in der zweiten Hälfte sei es etwas holprig gewesen, urteilt Allendorf. Dafür habe die Verteidigung besser gestanden als noch im ersten Durchgang.

Für die Unkonzentriertheiten in der Defensive vor der Pause hat Allendorf keine Erklärung parat. Vielleicht sei es eine Frage des Kopfes gewesen. Denn die Hausherren hatten sich ziemlich schnell einen komfortablen Vorsprung herausgespielt. „Und dann nimmt man die Sache womöglich etwas zu leicht. Das darf natürlich nicht passieren“, sagt der Linksaußen.

Dass der Bundestrainer auf der Tribüne saß, habe ihn nicht nervös gemacht. „Ich will immer gut spielen. Egal, wer in der Halle ist.“ Etwas habe es ihn geärgert, dass er in der zweiten Hälfte drei klare Chancen habe liegen lassen. Aber insgesamt sei er zufrieden mit seiner Leistung.

Kann er auch. Heuberger zumindest bescheinigte Allendorf ein „sehr gutes Spiel“. Und vom Auftritt der MT war der Bundestrainer ebenfalls beeindruckt. „Der Höhenflug kommt nicht von ungefähr.“

Von Robin Lipke

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