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Handball-Nationalmannschaft trifft auf die Färöer: Alfred Gislason zurück an alter Wirkungsstätte

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Von: Björn Mahr

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Zwei, die heute im Blickpunkt stehen werden: Bundestrainer Alfred Gislason (linkes Bild, hier bei seinem Abschiedsspiel in Kiel 2019) und Mittelmann Juri Knorr, dessen Vater eine THW-Vergangenheit hat.
Zwei, die heute im Blickpunkt stehen werden: Bundestrainer Alfred Gislason (linkes Bild, hier bei seinem Abschiedsspiel in Kiel 2019) und Mittelmann Juri Knorr, dessen Vater eine THW-Vergangenheit hat. © SASCHA KLAHN

Die deutschen Handballer spielen heute gegen die Färöer. Fünf Fakten zu den Qualifikationsspielen des DHB-Teams gegen die Färöer.

Kassel - Die deutschen Handballer sind wieder im Einsatz – und es geht um nicht weniger als einen Startplatz bei der WM im kommenden Januar in Schweden und Polen. Heute (18.15 Uhr, live bei Sport 1) bestreitet die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Kiel das Play-off-Hinspiel gegen die Färöer, das Rückspiel bei den Fähringern folgt am Samstag ab 20 Uhr (ZDF.de, in Torshavn). Fünf Fakten zu den Quali-Spielen des DHB-Teams.

1. Das heutige Spiel weckt bei Bundestrainer Alfred Gislason schöne Erinnerungen. Elf Jahre war der Isländer Coach des THW Kiel – er gewann mit den Zebras so ziemlich alles, was man gewinnen kann. Nun freut er sich auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. „Ich war zwar seit meinem Abschied schon mal als Zuschauer dort, wenn man aber auf der Platte steht, dann ist es etwas Besonderes“, sagte Gislason gestern bei einer virtuellen Pressekonferenz des DHB. „Ich hoffe, dass die Stimmung so gut sein wird, wie ich es aus der Halle kenne.“ Bis gestern waren 4500 Karten verkauft. Zeit, um Freunde von damals zu treffen, hat er während der Lehrgangstage nicht. Nach der Ankunft am Sonntag stattete der sonst in der Nähe von Magdeburg lebende Gislason zumindest seiner Tochter Adelheid einen Besuch ab.

2. Auf der Mitte-Position hat nicht mehr Philipp Weber das Sagen. In den vergangenen Jahren war der Magdeburger Weber als Spielmacher praktisch gesetzt. Nun wurde er aber nicht berufen – Gislason schenkt Luca Witzke (Leipzig) und Juri Knorr (Rhein-Neckar Löwen) das Vertrauen. „Ich war mit Philipps Leistungen bei der EM nicht zufrieden. Zudem spielt er in Magdeburg zumeist auf Halblinks. Die Tür ist für ihn aber nicht zu“, betont Gislason.

Mittelmann im deutschen Team: Juri Knorr.
Mittelmann im deutschen Team: Juri Knorr. © Fischer, Andreas

3. Bei Juri Knorr stehen wieder sportliche Themen im Vordergrund. Da der 21-Jährige nicht die 2G-Regel erfüllte, konnte ihn Gislason nicht für die Europameisterschaft in diesem Januar in der Slowakei und Ungarn nominieren. Es gab viele Diskussionen um seine Person. „Das hat mich nicht unberührt gelassen. Es wurde viel über mich gesprochen. Vielleicht habe ich mich zu viel damit beschäftigt“, räumte er jetzt ein.Bei den Tests im März in Gummersbach und Kassel gegen Ungarn bildete er mit Witzke ein funktionierendes Duo. „Beide haben gute Leistungen gezeigt“, betont Gislason. Der Auftritt in Kiel wird für Knorr durchaus emotional. Sein Vater Thomas gehört zu den THW-Legenden. Da war Juri zwar noch nicht geboren – „aber ich habe Videokassetten von meiner Oma mit Spielen von damals bekommen“.

4. Die Fähringer sind nicht zu unterschätzen. In der Qualifikation für die EM 2022 überraschten die Färöer mit einem 27:26-Erfolg gegen Tschechien. „Sie haben schon gute Ergebnisse erzielt und einige Spieler, die in die Bundesliga drängen“, warnt der deutsche Rückraummann Djibril M’Bengue. Der erst 19-jährige Elias Ellefsen a Skipagötu ist der Top-Akteur beim Gegner. „Ein Wahnsinnsspieler“, sagt Linksaußen Lukas Mertens, der es schon mit Ellefsen in der European League zu tun bekam – als Magdeburg gegen Sävehof traf.

5. Die Partien gegen die Färöer sind für die Deutschen die letzten echten Pflichtspiele in diesem Kalenderjahr. Weil das DHB-Team für die Heim-EM 2024 automatisch qualifiziert ist, braucht es keine Qualifikationsspiele zu bestreiten. So nimmt Gislason mit seiner Mannschaft lediglich am EHF Euro Cup teil – dabei trifft sie auf Schweden, Dänemark und Spanien. Los geht es mit einer Partie gegen Schweden (13. Oktober, in Mannheim). (Björn Mahr)

Das Aufgebot

Der deutsche Kader: Tor: Klimpke (Wetzlar), Wolff (Kielce/POL)

Feld: Zerbe (Lemgo), Reichmann (Melsungen), Schiller (Göppingen), Mertens (Magdeburg), Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Golla (Flensburg-Handewitt), Zechel (Erlangen), Witzke (Leipzig), Köster (Gummersbach), Häfner (Melsungen), Ernst (Leipzig), Kühn (Melsungen), Drux (Berlin), Knorr (Rhein-Neckar Löwen), M’Bengue (Porto/POL)

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