Handball: MT-Gegner Minden hält an Trainer Perkovac fest – und fährt gut damit

Aus dem Gröbsten raus

Sein Ton kommt mittlerweile bei der Mannschaft an: GWD-Trainer Goran Perkovac (r.) mit seinem Linksaußen Aljoscha Schmidt. Foto: Schachtschneider

Minden. Was passiert, wenn eine Mannschaft 12 Spiele lang nicht gewonnen hat? Üblicherweise, so diktieren es die ungeschriebenen Gesetze des Profigeschäfts, ein klarer Fall für eine Trainerentlassung. Bei GWD Minden wollten die Verantwortlichen davon nichts wissen, hielten an Goran Perkovac fest – und hatten Erfolg damit. Denn der schaffte mit seiner Mannschaft die Kehrtwende. Holte seit der 23:28-Niederlage bei der MT Melsungen 16:6-Punkte, so dass der Ex-Meister bereits vor dem Rückspiel gegen den heimischen Handball-Bundesligisten (Ostermontag, 17.15 Uhr Kampa-Halle) den Klassenerhalt so gut wie geschafft hat.

„Einen Sieg aus den letzten sechs Spielen brauchen wir noch, um ganz sicher zu gehen“, sagt Manager Bredemeier. Doch sein Trainer will mehr. 24 Zähler hält er für „realistisch“, will sich vor heimischem Publikum, das in der Rückrunde under anderem Siege gegen Hannover-Burgdorf und die Füchse Berlin bejubeln konnte, keine Blöße mehr geben. Jetzt, wo sein System und erste Automatismen greifen, wo Coach und Mannschaft „eine gute Chemie hinbekommen haben“.

So ganz zufrieden ist der 51-jährige Kroate aber noch nicht: „Wir spielen mittlerweile einen guten Handball, aber noch nicht schnell genug.“ Seiner Vorstellung vom explosiven Umschalten stehen (noch) nötige Abwehr/Angriff-Wechsel im Weg, seitdem Drasko Mrvaljevic, Motor der ersten und zweiten Welle, verletzt passen muss. „Ein großer Verlust“, sagt der GWD-Coach, auch weil der filigrane Spielermacher Dalibor Doder nur in der Offensive spielen kann.

Trotzdem will der ehemalige jugoslawische Nationalspieler und Olympiasieger von 1996 weiter auf „leichte“ Tore setzen. Schließlich hat er mit den Flügelspielern Aljoscha Schmidt und Aleksandar Svitlica echte Tempogegenstoß-Spezialisten. Außerdem gilt es, den Ausfall von Linkshänder Christoph Steinert wettzumachen, einer der jungen Mindener Garde, der in dieser Saison neben Sören Südmeier und Jens Vortmann wohl die größten Fortschritte gemacht und bereits an die Tür zur Nationalmannschaft geklopft hat.

Für den Mindener Trainer kein Grund zur Klage. Schließlich haben seine Schützlinge längst die Kurve gekriegt, sind stabiler und selbstbewusster geworden, was beim letzten Auswärtsspiel (26:23) auch Wetzlar zu spüren bekam. Da waren die Probleme in der Hinrunde ungleich größer, als phasenweise bis zu drei Leistungsträger gleichzeitig ausfielen.

„Hotti“ Bredemeier hat das bei der Bewertung der Arbeit seines Angestellten berücksichtigt. Und an ihm festgehalten. „Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass wir da mit ihm wieder rauskommen“, blickt der ehemalige Bundestrainer beinahe entspannt zurück. Davon überzeugt, dass er sich auf sein Gefühl verlassen kann. Wie mittlerweile auch auf die Mannschaft.

Von Ralf Ohm

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