Schwache Angriffsleistung

MT Melsungen spielt nur 24:24 gegen GWD Minden: Gruseliges beim Geisterspiel

Ermöglichte mit einer Parade kurz vor Schluss das Remis: Melsungens Torwart Silvio Heinevetter.
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Ermöglichte mit einer Parade kurz vor Schluss das Remis: Melsungens Torwart Silvio Heinevetter.

Handball-Bundesligist MT Melsungen kam im Heimspiel gegen GWD Minden nur zu einem 24:24-Unentschieden. Wir blicken auf den Abend zurück.

Kassel – Was MT-Kapitän Finn Lemke von dem Abend in einer fast leeren Rothenbach-Halle hielt, war deutlich zu sehen und zu hören. Als der Abwehrchef des Handball-Bundesligisten Melsungen vom Feld in Richtung Kabine ging, trat er erst einmal kräftig gegen einen Torpfosten. Das glückliche 24:24 (14:14) vor Geisterkulisse auf dem Kasseler Messegelände gegen das bis dahin punktlose GWD Minden hatte nicht nur ihm arg zugesetzt.

„Wir haben es uns selbst zuzuschreiben, dass wir nur einen Punkt mitgenommen haben“, sagte Rückraum-Akteur Kai Häfner. Genauso klare Worte fand der achtfache Torschütze Julius Kühn: „Wir nehmen uns zu viele unvorbereitete Würfe oder schließen zu früh ab – das bricht dir in der Bundesliga das Genick. Wir müssen schnell dazu lernen. Unser Anspruch ist ein ganz anderer.“

Tatsächlich lagen die Probleme wie schon eine Woche zuvor bei der 21:31-Auswärtspleite gegen Erlangen nicht in der Abwehr, sondern im Angriff. Es war ja ein Geisterspiel mit teilweise gruseligen Abschlüssen. Insgesamt 20 Fehlwürfe registrierte Trainer Gudmundur Gudmundsson: „Wir hatten eine schlechte Wurfquote. Wir müssen froh sein, dass wir einen Punkt geholt haben.“

In der Schlussminute deutete viel auf die zweite Niederlage in Folge hin. 23:24 stand es aus MT-Sicht – die Gäste hatten Ballbesitz und ihr Trainer Frank Carstens noch eine Auszeit übrig. Doch Minden nutzte diese Vorteile nicht. Der starke Juri Knorr scheiterte mit einem Gewaltwurf an Nationaltorwart Silvio Heinevetter. Und da Häfner beim anschließenden schnellen Gegenstoß unfair gestoppt wurde, bekam Melsungen noch einen Siebenmeter zugesprochen. Timo Kastening verwandelte sicher zum 24:24-Endstand.

Rettete der MT einen Punkt: Rechtsaußen Timo Kastening.

Immerhin, Aber der Punktgewinn änderte nichts daran, dass die Gastgeber wie schon eine Woche zuvor in Erlangen riesig enttäuscht waren. Und ja auch riesig enttäuschten. Von Vorfreude auf das Hessenderby am Sonntag in Wetzlar kann bei der MT deshalb erst einmal keine Rede sein.

Auch wenn die Zuschauer beim zweiten Heimspiel wegen der gestiegenen Infektionszahlen nicht in die Halle durften – viele Fans umtreibt vermutlich eine Sorge: Was ist mit Lasse Mikkelsen los? Gegen Minden wurde er zwar eingewechselt, viel mehr Spielzeit auf der Mitte bekam aber erneut Domagoj Pavlovic.

„Die Situation hat sich für den Moment etwas verändert. Lasse erfährt aber weiterhin von uns die gleiche Wertschätzung“, sagt Manager Axel Geerken, „er muss den Trainer überzeugen. Und ich weiß, dass er ehrgeizig genug ist.“ Kühn fügt hinzu: „Lasse geht sehr professionell damit um. Man muss aber auch sehen, dass Domba zurzeit einen guten Job macht.“

Umgekehrt wirkt Mikkelsen derzeit eher verunsichert. Schon in Erlangen gelang ihm wenig. Gegen Minden verwandelte er zwar zwei Siebenmeter, scheiterte im dritten Versuch aber an Malte Semisch. Das war Mitte der zweiten Halbzeit, zu einem Zeitpunkt, an dem die Gastgeber es versäumten, den Sack zuzumachen. Zwölf Minuten lang gelang Minden kein Treffer.

Und so paradox es klingt: Vielleicht war das trotz der MT-Führung eine mitentscheidende Phase, denn: „Danach lagen wir trotzdem nur mit drei Treffern hinten, weil Semisch uns im Spiel gehalten hat“, sagte Carstens später. Auch Gudmundsson meinte: „Wir haben zwar 20:17 geführt, aber das war eben nicht genug.“

Womit wir wieder beim Thema Effektivität wären. Und nach Häfners ´Treffer waren es eben erneut die Melsunger, deren Spiel einen Bruch erlebte. Noch einmal Gudmundsson: „Ja, es war ein zu wechselhafter Auftritt.“ (Frank Ziemke und Björn Mahr)

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