Gummersbach gastiert am Donnerstag in Kassel

Torwart Lichtlein: Melsunger Kühn ist eine Wurfmaschine

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Voll konzentriert: Gummersbachs Torwart Carsten Lichtlein (rechts, hier gegen seinen zukünftigen Erlanger Kollegen Christopher Bissel) trifft am Donnerstag auf die MT.

Kassel. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Handball-Torhüter: zweimal Europa-, einmal Welt-, einmal Vize-Weltmeister. Am Donnerstag ab 19 Uhr gastiert Carsten Lichtlein mit dem Bundesligisten VfL Gummersbach in Kassel.

Dort treffen die Oberbergischen auf die MT Melsungen. Wir haben mit dem 37-Jährigen über seine besondere Beziehung zu MT-Trainer Heiko Grimm, über den Serienstart des VfL und seinen Wechsel im kommenden Sommer zum HC Erlangen gesprochen.

Wissen Sie noch, was Sie am 1. Juli 2017 in der Schweiz gemacht haben?

Carsten Lichtlein: (überlegt kurz) Da war ich bei Heikos Hochzeit in Luzern.

Genau. Heiko Grimm zählt Sie zu Ihren guten Freunden. Was schätzen Sie denn an ihm?

Lichtlein: Wie er als Trainer arbeitet, das kann ich nicht beurteilen. Aber ich habe ihn als sehr offenen, sehr lockeren und stets gut gelaunten Menschen kennengelernt. Wir waren ja nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern vor allem in Großwallstadt Teamkollegen. Ich freue mich sehr, ihn am Donnerstag wieder zu sehen.

Mit welchen sportlichen Erwartungen kommen Sie nach Kassel?

Lichtlein: Wir wissen, dass wir besser spielen können, als wir es bisher gezeigt haben. Unser Ziel muss es deshalb sein, ein gutes Spiel abzuliefern und keine negative Stimmung aufkommen zu lassen, wenn wir mal in Rückstand geraten sollten. Denn es gibt ja immer Aufs und Abs.

Worauf müssen Sie bei Melsungen besonders achten?

Lichtlein: Der MT-Kader hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht sonderlich verändert. Julius Kühn kennen wir ja aus seiner Zeit in Gummersbach gut. Er ist eine echte Wurfmaschine. Wenn er einen Lauf hat, kann es für uns böse werden. Wir werden allerdings den neuen Spielmacher Domagoj Pavlovic genau analysieren müssen.

Julius Kühn

Wie fällt Ihr Fazit nach den ersten fünf Begegnungen aus?

Lichtlein: Der Saisonstart war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten zwar auch gute Gegner, wir hätten aber trotzdem schon gern den einen oder anderen Punkt mehr gehabt. Das 25:26 gegen Hannover war bitter. Vor allem sind es aber die hohen Niederlagen, die uns zum Grübeln bringen. Leider haben bei uns einige zu schnell die Köpfe hängen lassen.

Es wird Ihre letzte Saison bei den Oberbergischen sein. Warum verlassen Sie den VfL?

Lichtlein: Da wurde so viel drüber geschrieben, dass ich mich entschlossen haben, mich nicht mehr dazu zu äußern. Gummersbach und Erlangen haben je eine Pressemitteilung herausgegeben.

Inwieweit schließt sich denn für Sie mit dem Wechsel nach Erlangen ein Kreis?

Lichtlein: Das kann man schon so sagen, da ich ja aus Franken komme. Meine Frau und meine beiden Söhne leben auch in der Nähe meiner Heimatstadt Würzburg. Erlangen hat eine coole Truppe, und ich kenne schon viele Spieler aus der Mannschaft.

Das heißt: Sie haben noch einiges vor?

Lichtlein: Es klingt komisch, weil ich bald 38 werde: Aber ich gehe tatsächlich mein nächstes Projekt an. Ich hatte nie eine Operation und fühle mich nach wie vor topfit.

Es steht eine Heim-WM an. Welche Ambitionen haben Sie noch in Sachen Nationalmannschaft?

Lichtlein: Der Bundestrainer weiß, dass ich sofort da bin, wenn er mich brauchen sollte. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass ich als Nummer drei nicht mehr zur Verfügung stehen werde.Foto: Andreas Fischer

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