Manager Axel Geerken bereitet alles für Einspruch vor

MT Melsungen im Pokal: Gute Aussichten auf Wiederholungsspiel

Bereitet den Einspruch vor: Melsungens Manager Axel Geerken. Foto: Schachtschneider/nh

Ludwigshafen. Der Pokalkampf von Ludwigshafen hat das erwartete Nachspiel. Die MT Melsungen wird nach den Geschehnissen in den letzten Sekunden handeln.

Axel Geerken, der Manager des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, bekräftigte am Donnerstagvormittag gegenüber der HNA erneut, dass der Verein nach der unglücklichen 21:22-Niederlage im Viertelfinale bei den Rhein-Neckar Löwen und Einspruch einlegen wird.

„Wir bereiten alles Weitere vor“, sagte Geerken. Zuvor hatte er Kontakt zu Spielleiter Andreas Wäschenbach und HBL-Justiziar Andreas Thiel aufgenommen.

Netztreffer: Der umstrittene Siebenmeter gegen die MT Melsungen

Praktisch seit dem Siebenmeter-Treffer von Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer in der Schlusssekunde glühen bei den Verantwortlichen von Handball-Bundesliga (HBL) und Deutschem Handball-Bund (DHB) die Telefondrähte. „Wir tragen jetzt alle Informationen, beispielsweise durch den Spielbericht, zusammen“, erläutert Andreas Wäschenbach, Spielleiter der HBL. Diese werden dann an das Bundessportgericht unter Vorsitz von Prof. Dr. Martin Gutzeit (Gießen) weitergeleitet, das den Fall innerhalb von drei Tagen verhandeln muss. Am Samstag soll dies möglicherweise in Dortmund passieren.

Ob dem Einspruch der Melsunger stattgegegeben wird, lässt sich noch nicht sagen. Nach Meinung einiger Experten stehen die Chancen für die MT recht gut, weil die Schiedsrichter eine Regel angewandt haben, die nur in der Bundesliga, aber nicht im Pokal Gültigkeit besitzt. Wäschenbach bestätigte ein Telefonat mit dem zuständigen DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß.

In den sozialen Netzwerken erhalten die Melsunger viel Zuspruch aus der ganzen Republik, groß ist indes das Unverständnis für die Leistung der beiden Referees Christoph Immel und Ronald Klein (Tönisvorst/Ratingen).

Das geschah in der Schlussphase

 • Noch 80 Sekunden: Löwen-Angreifer Mads Mensah Larsen wirft in Bedrängnis aufs Gehäuse der Nordhessen, doch der zusehends stärker werdende Torwart Johan Sjöstrand pariert den Wurf – Ballbesitz MT.
Noch 50 Sekunden: Michael Müller bedient Timm Schneider, der Antreiber zieht zum Kreis, wird aber von zwei Verteidigern gestoppt. Diese stehen zwar im Kreis, einen Siebenmeter bekommt der Melsunger aber nicht.
Noch 15 Sekunden: Jetzt sucht Patrik Fahlgren den Abschluss – er trifft gegen Mikael Appelgren. Aber die Schiedsrichter lassen die Situation nicht laufen und den Treffer demzufolge nicht gelten. Wieder Freiwurf.
Noch sieben Sekunden: Es droht Zeitspiel. Diesmal wirft Michael Müller – und scheitert am glänzend reagierenden Appelgren.
Noch fünf Sekunden: Nun wird es turbulent. Den Abpraller befördert Gedeon Guardiola, im Kreis liegend, mit dem Fuß weg. Timm Schneider nimmt den Ball auf, geht zwei Schritte weg und überlässt das Leder erst dann dem Kontrahenten – ein klarer Regelverstoß. Die ahnden das Vergehen mit einer Roten Karte gegen Schneider und Siebenmeter für die Hausherren – ganz im Sinne der seit dieser Spielzeit gültigen 30-Sekunden-Regel. Allerdings gilt diese nur in der Bundesliga – und eben nicht im Pokal. Diese Regel soll verhindern, dass sich eine Mannschaft in der entscheidenden Phase einen unlauteren Vorteil verschafft.
Die Schlusssekunde: Gensheimer verwandelt auch seinen siebten Strafwurf an diesem Abend – 22:21. „Ich hatte keine Lust auf Verlängerung“, erklärt der Nationalspieler kurz darauf über das Mikrofon des Hallensprechers.

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- 21:22 – MT verpasst Halbfinale und kündigt Einspruch gegen Wertung an

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